Voll­jährige Kinder Meldung

Voll­jährige Kinder kosten ihre Eltern oft noch viel Geld.

Eltern haben nach Ansicht des Finanz­gerichts Nieder­sachsen womöglich Hunderte Euro zu viel an Steuern gezahlt (Az. 7 V 237/15). Das Gericht kritisiert, dass sich Kinder­frei­beträge nicht an den Beträgen des Existenz­minim­umberichts orientieren. Die Frei­beträge müssten nach Alter des Kindes gestaffelt werden, wie auch im Sozialrecht. Für Eltern voll­jähriger Kinder sei der Frei­betrag deshalb zu nied­rig angesetzt.

Der Fall

In dem Fall hatte eine Mutter gegen ihren Steuer­bescheid geklagt. Zwar ging es um das Steuer­jahr 2014, dennoch könnte sich der Beschluss auch auf andere Jahre auswirken.

Finanz­amt legt Beschwerde beim BFH ein

Beendet ist der Streit nicht: Das unterlegene Finanz­amt hat Beschwerde beim Bundes­finanzhof (BFH) einge­legt. Damit werden sich die höchsten Finanz­richter mit dem Thema beschäftigen müssen.

Tipp: Als betroffene Eltern können Sie vor­erst nur ein „Ruhen des Einspruchs­verfahrens gemäß § 363 Abs. 2 Satz 1 AO“ beantragen und müssen hoffen, dass Ihr Finanz­amt dies mit Blick auf ein künftiges Verfahren beim BFH akzeptiert. Denn erst wenn vorm höchsten Finanzge­richt verhandelt wird, können Sie auf den Muster­prozess hoffen (Special Musterprozesse, Finanztest 8/2016).

Dieser Artikel ist hilfreich. 1 Nutzer findet das hilfreich.