Vogelgrippe Meldung

Die Vogelgrippe ist in Deutschland angekommen. Trotz aller Massentötungen von gefährdetem Geflügel in Asien und Osteuropa konnte sich das H5N1-Virus bis an die Ostseeküste ausbreiten. Damit ist die Gefahr gestiegen, sich mit dem tödlichen Virus zu infizieren. In der Bevölkerung wächst nachvollziehbar die Angst. Doch Panik und Hysterie sind unangebracht. Die Vogelgrippe ist eine Tierkrankheit. Das Virus kann zurzeit nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Vor einer Ansteckung durch Tiere kann sich jeder hinreichend schützen. Stiftung Warentest sagt, wo das Virus lauern könnte und wie es bekämpft werden kann.

Von Ost nach West

Der Name „Vogelgrippe“ sagts schon: Es ist eine Viren-Krankheit (Influenza), an der Vögel (Enten, Gänse, Hühner, Raubvögel) erkranken können und dann meist auch sterben. Vögel können sich untereinander mit dem Virus H5N1 anstecken. Auf Rügen waren Schwäne die ersten Tiere, die mit H5N1 infiziert waren. Nun haben Wissenschaftler auch das Virus an einem Bussard in Ostvorpommern nachgewiesen. Laut Aussagen von WHO-Experten wird das Virus aggressiver. Das würde heißen: Das Virus überlebt länger und überträgt sich schneller.

Gefahrenstufe 1: Von Tier zu Tier

Verbreitet sich das Virus weltweit, spricht man von einer Pandemie. Diese länderübergreifende Verbreitung kann zwei Gründe haben: Erstens können Zugvögel den Erreger verbreiten. Dass die toten Schwäne auf Rügen Zugvögel waren, ist sehr unwahrscheinlich. Plausibler ist die Erklärung, dass andere infizierte Zugvögel die Schwäne angesteckt haben. Jedenfalls sind sich die Ornithologen uneinig, auf welchem Weg das Virus nach Rügen gekommen ist. Da das Virus nun immer häufiger nachgewiesen wird, hat das Verbraucherschutzministerium erneut die Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Zweitens kann die Vogelgrippe nach Deutschland gekommen sein, weil Händler das Virus H5N1 durch illegale Tierimporte eingeschleppt haben. Diese Gefahr sollte durch das Importverbot von Geflügel aus Ländern, wo das Virus bereits nachgewiesen wurde, verhindert werden.

Gefahrenstufe 2: Von Tier zu Mensch

Das Virus H5N1 können Vögel auch auf Menschen übertragen. Den Erreger scheiden infizierte Vögel mit Kot und anderen Sekreten aus. Nehmen Menschen diese Sekrete oder Blut mit dem Mund auf, können sie sich infizieren. Es besteht also keine Gefahr, wenn Menschen keinen direkten Kontakt zu Geflügel haben. Und selbst wenn Menschen Kot oder andere Sekrete von infizierten Vögeln angefasst haben oder ihre Kleidung damit verschmutzt ist, kann das Virus durch einfache Maßnahmen getötet werden. So stirbt H5N1 zum Beispiel durch Kontakt mit Seifenlauge oder mit heißem Wasser. Wer seine Hände mit Seife reinigt und seine Kleidung in der Waschmaschine wäscht, macht das Virus unschädlich.

Gefahrenstufe 3: Von Mensch zu Mensch

Erkrankte Menschen können das Virus H5N1 nicht auf andere Menschen übertragen. Jedenfalls nicht in der Variante des Virus, wie es zurzeit bekannt ist. Dazu müsste das Virus mutieren - es entstünde ein so genannter „Super-Virus“. Das könnte dann der Fall sein, wenn sich sich die Gene mit einem menschlichen Influenza-A-Virus austauschen. Mit diesen Influenza-A-Viren stecken sich allein in Deutschland jedes Jahr über 2 Millionen Menschen an. Zwischen 5 000 und 8 000 Menschen sterben jdes Jahr daran. Hätte also jemand die Vogelgrippe und eine normale Influenza, könnten beide Varianten des Influenza-A-Virus Gene miteinander austauschen. Das „Super-Virus“ könnte sich verbreiten. Menschen könnten dann das mutierte Virus etwa per Tröpfchen-Infektion untereinander übertragen. Zum Beispiel durch Niesen. Aber eben erst nach einer Mutation des Virus. Zurzeit gilt immer noch: Es handelt sich bei der Vogelgrippe um eine Tierseuche.

Im Überblick: Alle notwendigen Infos über die Vogelgrippe sowie Hotlines

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