Vodafone Festnetz Meldung

Mit dem Handy zuhause günstig übers Festnetz telefonieren: Bisher war das nur mit o2 Genion möglich. Ab Montag, 13. Juni, bietet auch Vodafone einen Festnetztarif an. Was sind die Unterschiede zwischen o2 Genion und Vodafone Zuhause? test.de erklärt, für wen sich der neue Tarif rechnet.

Zwei Sim-Karten

Vodafone Zuhause ist nicht direkt vergleichbar mit o2 Genion. Vor allem das Handling ist umständlicher: Für „Zuhause“ gibt es bei Vodafone eine extra Sim-Karte. Das bedeutet entweder ein zweites Handy für daheim oder ständiges Wechseln der Sim-Karten zwischen Mobil- und Festnetzanrufen. Während die Festnetz-Karte im Handy steckt, ist die Mobilfunknummer nicht erreichbar. Unterwegs hat die Sim-Karte für das Festnetz wiederum keinen Empfang. Auch Abhören der Mailbox ist nur „Zuhause“ möglich. Genion-Kunden dagegen kommen mit lediglich einer Sim-Karte und einem Handy aus. Wenn sie die Homezone verlassen, schaltet das Handy automatisch auf Mobilfunk um. Einziger Vorteil von Vodafone: der Zuhause-Bereich ist mit einem Radius von bis zu zwei Kilometern etwas größer als die Homezone von o2 Genion.

Verschiedene Grundgebühren

Auf den ersten Blick macht der Vodafone-Preis einen verlockenden Eindruck: 20 Euro pro Monat inklusive 1 000 Freiminuten. Doch die Tücken stecken im Detail. Der niedrige Grundpreis gilt nur für Vodafone-Kunden in einem Tarif mit Inklusivminuten, zum Beispiel Vodafone 50/100/200/500 oder Vodafone WochenendPaket 50/100/200/500. Alle Anderen zahlen mehr. Für Vodafone-Kunden ohne Vertrag mit Inklusivminuten kostet der gleiche Tarif monatlich 25 Euro und für Kunden ohne Vodafone-Mobilfunkvertrag sogar 40 Euro pro Monat. Ein weiterer Nachteil: Die 1 000 Freiminuten gelten nur für Gespräche ins deutsche Festnetz. Anrufe ins Mobilfunknetz schlagen mit 25 Cent pro Minute zu Buche.

Nichts für Neukunden

Mit diesen Preisen lohnt sich Vodafone Zuhause nur für Kunden, die bereits einen Handyvertrag bei diesem Mobilfunkanbieter haben. Wer die 1 000 Freiminuten pro Monat genau ausschöpft, zahlt im besten Fall zwei Cent pro Minute für Festnetzgespräche. Das ist vergleichsweise preiswert. Wer allerdings wesentlich weniger oder mehr telefoniert, zahlt unterm Strich einen entsprechend höheren Minutenpreis. Nicht genutzte Freiminuten verfallen. Zusätzliche Minuten kosten dagegen vier Cent ins Festnetz. Das geht selbst mit der Deutschen Telekom billiger. Achtung: Auch Call by Call funktioniert mit Vodafone Zuhause nicht. Das ist besonders bei häufigen Gesprächen ins Ausland ärgerlich. Für Gespräche innerhalb Europas berechnet Vodafone bis zu 99 Cent pro Minute, nach Australien sogar 1,89 Euro pro Minute. Positiv ist nur die eigene Festnetznummer. Anrufe auf diese Nummer kosten normale Festnetzgebühren. Das freut vor allem den Anrufer.

test-Kommentar

Vodafone Zuhause ist eine unpraktische Mischung zwischen Festnetz und Mobilfunk. Statt das Festnetztelefon zu ersetzen, erfordert der Tarif ein zweites Handy für daheim. Wer lieber ständig Sim-Karten wechselt, ist Zuhause nicht mehr mobil erreichbar. Beides sind keine sinnvollen Optionen. An den Komfort von o2 Genion kommt Vodafone Zuhause jedenfalls nicht heran. Vom Preis lohnt sich der Tarif nur für Vodafone-Kunden, die die Freiminuten ausschöpfen. Alle Anderen telefonieren preiswerter mit der Telekom, Call by Call-Anbietern oder günstigeren Handy-Tarifen. Einziges Trostplaster: eine eigene Festnetznummer, um preiswert erreichbar zu sein - schön für den Anrufer.

Im Überblick: Vodafone Zuhause und o2 Genion

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