Viren­schutz Test

Schad­programme lauern im Netz an jeder Ecke. Auf seriösen Webseiten, in sozialen Netz­werken oder E-Mail-Anhängen. Sie spionieren Pass­wörter und Bank­daten der Nutzer aus oder nehmen den Rechner als Geisel. Schädlinge verändern sich rasend schnell. Eine große Heraus­for­derung für Sicher­heits­software. Die Stiftung Warentest hat 14 Sicher­heits­pakete und vier Viren­schutz­programme geprüft. Knapp die Hälfte schneidet gut ab.

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TestViren­schutztest 04/2013
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Die neuste Generation von Schad­programmen

Schwarze Löcher, sogenannten Black­holes, sind die neueste Generation von Schad­programmen. Die Schädlinge durch­leuchten den Rechner und suchen nach Sicher­heits­lücken. Finden sie Lücken, schleusen sie spezialisierte Schad­programme auf den Rechner des Opfers ein. Zum Beispiel einen Keylogger, der alle Tastatur­anschläge aufzeichnet und somit Pass­wörter und Bank­verbindung ausspäht. Die Black­hole-Familie hat sich im vergangenen Jahr besonders stark ausgebreitet. Allein im ersten Halb­jahr dürften diese Schad­programme sechs Millionen Wind­ows-Rechner infiziert haben.

Sicher­heits­oftware kommt nicht mit

Schädlinge der Black­hole-Familie durften auch im aktuellen Test von Sicher­heits­software ihr Unwesen treiben. Trauriges Fazit: Nur wenige der untersuchten 14 Sicher­heits­suiten und vier kostenlosen Antiviren­programme erkennen diese Schädlinge recht­zeitig und schalten sie aus. Der Test umfasst nur Programme für private Wind­ows-Rechner. Apple und Linux sind weniger verbreitet und für Schadsoftware weniger attraktiv. Für den Test durften die Prüf­ingenieure Computer-Tabus brechen: Die Tester surften auf verseuchten Internet­seiten, luden illegale Dateien auf den Rechner und öffneten E-Mails mit fragwürdigen Anhängen. Jede dieser insgesamt 75 Quellen enthielt Schädlinge unterschiedlicher Herkunft. So konnten die Schutz­programme zeigen, wie gut sie den Rechner beim Surfen schützen.

Ein guter Wächter schützt den Rechner

Weiterer Prüf­punkt im Test: die Wächter­funk­tion. Wächter laufen permanent im Hintergrund. Entdecken sie verdächtige Vorgänge, schlagen sie Alarm. Im besten Fall löschen Schutz­programme den Schädling. Schaffen sie das nicht, verschieben sie ihn zumindest in Quarantäne. Dort ist der Schädling noch vorhanden, kann aber keinen Schaden anrichten. Das Schutz­niveau ist hier sehr unterschiedlich. So gibt es Programme, die im Test fast alle Schädlinge abwehrten, während andere nur jeden dritten Schädling erkannten.

Cloud-Dienste schützen nur online

Ein guter Wächter an der Eingangs­tür nützt jedoch wenig, wenn der Feind längst im Inneren sitzt. Deshalb durch­forstet der Dateiscanner regel­mäßig die Fest­platte nach Schädlingen. Im Test sollte jedes Programm rund 13 000 Schädlinge aufspüren. Die meisten Scanner fanden mehr als 90 Prozent der Schädlinge – sowohl mit als auch ohne Internet­verbindung. Bei einigen Schutz­programmen im Test brach die Erkennungs­rate ohne Internet­zugang allerdings deutlich ein. Hintergrund: Der Dateiscanner vergleicht den Inhalt der Fest­platte mit Daten­banken, die Informationen über bekannte Schad­programme enthalten. Die meisten Schutz­programme speichern diese sogenannten Signaturen der Schad­programme auf dem Rechner. Einiger Anbieter lagern die aktuellsten Signaturlisten jedoch auf Cloud­servern im Internet. Das bewertet die Stiftung Warentest kritisch. Ein guter Viren­schutz sollte auch ohne Internet­verbindung gegeben sein. Das Internet ist zwar die Haupt­gefahrenquelle – aber eben nicht einzige.

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