Vioxx und ähnliche Rheumapräparate Meldung

Cox-2-Hemmer unter der Lupe.

Nach dem Rückzug des Schmerz- und Rheumamittels Vioxx – siehe auch Interview – gerät jetzt zunehmend die gesamte Gruppe der Cox-2-Hemmer in die Kritik.

Nach Vioxx steht nun auch das Präparat Bextra im Verdacht, das Risiko von Herz- und Schlaganfällen zu erhöhen. Bextra-Hersteller Pfizer hatte gemeldet, dass in zwei Studien an herzoperierten Patienten eine erhöhte Gefahr „kardiovaskulärer Vorfälle“ festgestellt worden sei. Nun soll ein spezieller Warnhinweis formuliert werden. Bextra ist mit 1,2 Millionen Packungen im Jahr bislang hinter Vioxx das zweiterfolgreichste Medikament dieser Arzneimittelgruppe. Vioxx wurde in Deutschland zuletzt von etwa 120 000 Patienten genommen, seit 1999 von mehr als 1,5 Millionen. Professor Gerd Glaeske, Pharmaexperte von der Universität Bremen: „Es gibt vermutlich einen so genannten Klasseneffekt, der sich aus dem Wirkmechanismus ergibt.“

In diesem Zusammenhang erwähnt der Bremer Professor Peter Schönhöfer das verwandte Mittel Arcoxia der Firma MSD, ebenfalls ein Cox-2-Hemmer. Das Arzneitelegramm in Berlin sieht den Hinweis von Herstellern auf eine angeblich höhere Sicherheit bei Mitteln wie Celecoxib (Celebrex), Valdecoxib (Bextra) oder Parecoxib (Dynastat) als nicht belegt an.

Jetzt sollen Informationen verbessert, und auch nicht veröffentlichte Ergebnisse aus klinischen Prüfungen herangezogen werden. Die Zulassungsbehörden haben begonnen, die gesamte Präparategruppe zu überprüfen (siehe auch Interview).

Zu möglichen Patientenkla­gen sagt Gesundheitsex­perte Stefan Etgeton vom Bundesverband der Verbrau­cher­zen­tra­len (vzbv): „In den meisten Fällen dürfte es schwer nachzuweisen sein, dass ein Schlag­anfall oder Herzinfarkt allein durch Vioxx hervorgerufen wurde.“

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