Viktor Capellari Meldung

Viktor Capellari hat an der angegebenen Adresse nicht einmal einen Briefkasten – geschweige denn ein Redaktionsbüro.

Die Ebbe auf dem Arbeitsmarkt ruft ominöse Geschäftemacher auf den Plan. Derzeit bekommen viele Journalisten Jobangebote von einem Redaktionsbüro mit dem Namen „Gesundheit & Medizin“. Chefredakteur Viktor Capellari teilt ihnen in Schreiben mit, dass im Januar 2004 eine „bahnbrechende medizinische Fachpublikation“ an den Start gehen soll. Gesucht würden noch Mitarbeiter.

Doch zunächst werden 15 Euro fällig, die Interessierte Viktor Capellari für ein „umfangreiches Infopaket“ mit standardisierten Bewerbungsunterlagen und einer Unternehmensvorstellung schicken sollen.

Das mag auf den ersten Blick noch plausibel klingen, und Jobsuchende mögen hoffen, so vielleicht die eigenen Chancen auf den Job zu erhöhen. Doch auf den zweiten Blick entpuppt sich das Angebot als Nepp.

Schicken soll man das Geld in bar oder per Scheck an ein Stuttgarter Postfach des Herrn Capellari. Klar, denn unter der von Capellari angegebenen Adresse gibt es gar kein Redaktionsbüro. Verständlich, dass der „Chefredakteur“ keinen Finanztest-Reporter empfangen mochte und ihn am Telefon unhöflich abbügelte. Angeschriebene, die kritisch nachfragten, bekamen es sogar schriftlich, dass Herr Capellari sie für „Miesmacher, Dummschwätzer, Nichtwisser, Besserwisser und Klugscheißer“ hält.

Wer hinter der Masche steckt, konnte Finanztest nicht herausfinden. Die Post darf den wahren Inhaber des Capellari-Postfachs nicht nennen.

Tipp: Auch wenn die Jobnot groß ist, sollte sich niemand auf Bewerbungen einlassen, bei denen Vorkasse verlangt wird. Seriöse Unternehmen suchen neue Mitarbeiter per Anzeige in Zeitungen oder im Internet, ohne von Bewerbern Geld zu verlangen.

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