DVDs punkten bei Qualität und Komfort, Kassetten bei Laufzeit und Preis. Kombis bieten von allem etwas. Machen Sie das Rennen?

Die Bildqualität von DVD-Rekordern ist super. Da kommen selbst die besten VHS-Bandgeräte nicht mit. Der schnelle Zugriff auf jede beliebige Plattenstelle ist ein Genuss, die ewige Bandumspulerei entfällt. Im Ton können DVDs hörbar besser sein als HiFi-VHS-Kassetten. Zudem purzeln die DVD-Rekorder-Preise – es ist noch nicht lange her, da wurden solche Geräte selten unter 1 500 Euro angeboten. Wer sich jetzt umsieht, bekommt aktuelle Geräte – wie die Modelle von Panasonic und Philips aus dem vorliegenden Test – für weniger als die Hälfte.

Trotz alledem hält sich die Nachfrage bei DVD-Rekordern in Grenzen. Das hat handfeste Gründe: Die Top-Bildqualität bieten die DVD-Rekorder nur bei vergleichsweise kurzer Laufzeit pro Platte. Eine Stunde Film, mehr passt bei der Qualität derzeit nicht auf die Scheibe. Nur wer Abstriche bei der Bildqualität macht oder laufend leere Platten nachlegt und Pausen in Kauf nimmt, bekommt längere Aufnahmen hin.

Wird die Aufnahmedauer auf spielfilmtaugliche zwei Stunden gestreckt, ist der Qualitätsvorsprung im Vergleich zu einer S-VHS-Bandaufnahme, wie beispielsweise mit dem getesteten Panasonic NV-SV 120, nicht mehr groß. Mit 275 Euro kostet der S-VHS-Rekorder aber nur rund ein Drittel so viel , wie die beiden billigeren DVD-Rekorder im Test. Auf die S-VHS-Kassette passen bis zu vier Stunden Film – in durchgehend guter Qualität. Wer die gleiche Menge Film auf eine DVD-Scheibe quetscht, bekommt weniger als Standard-VHS-Qualität.

Wenigstens sind die Kosten für DVD-Rohlinge in der Zwischenzeit deutlich gefallen. Die einmal beschreibbaren Scheiben (–R und +R) gibt es ab 2,50 Euro. Die mehrfach beschreibbaren (–RW, +RW, Ram) kosten zwischen rund 5 und 10 Euro. Es gibt auch beidseitig beschreibbare DVDs, die kosten aber fast doppelt so viel wie die einseitigen. Zum Vergleich: S-VHS-Kassetten für vier Stunden Film gibt es ab etwa 5 Euro, die gleich langen Standard-VHS-Kassetten ab rund 2 Euro. Die Platten- beziehungsweise die Bandkosten pro Spielstunde liegen bei vergleichbarer Qualität nicht weit auseinander – wenn überhaupt.

Es bleibt noch ein anderer Grund, der vom Kauf eines DVD-Rekorders abschreckt: die unterschiedlichen Gerätestandards. +RW, –RW, +R, –R, Ram. Die unterscheiden sich in kaum nennenswerten Details, sind aber nicht zueinander kompatibel. Wer also mal eine selbst gebrannte DVD auf einem anderen Rekorder abspielen will, kann nicht sicher sein, dass das auch klappt. Doch selbst wenn die DVD klaglos wiedergegeben wird, wer diese Platte dann mit dem fremden Rekorder weiter bespielen will, wird mit ziemlicher Sicherheit scheitern.

Der Weg, den der Elektronikriese Sony jetzt mit seinem DVD-Rekorder RDR-GX 7 eingeschlagen hat, ihn zumindest für die beiden wichtigsten Standards +RW und –RW tauglich zu machen, ist zwar löblich, aber nur ein halbherziger Kompromiss. DVD+R geht gar nicht und +RW nur im „Primitivbetrieb“. Alle Sonderfunktionen sind nur mit DVD-R/RW möglich. Wirklich verkaufsfördernd wäre ein einheitlicher DVD-Standard, der auch noch gute Bildqualität bei längeren Laufzeiten bietet.

Also bleibt die Empfehlung für einen DVD-Rekorder nur für solche Leute, die hochwertige Videofilme, beispielsweise vom eigenen Digitalcamcorder, auf Platte archivieren wollen – aber nicht mehr als eine Stunde an einem Stück und abspielen zur Sicherheit nur auf dem eigenen Rekorder. Und dann sollte das Filmmaterial schon vor der Überspielung fertig zusammengeschnitten sein, denn Videoschnitt, mal vom einfachen Aneinanderfügen von Szenen abgesehen, geht mit einem DVD-Rekorder auch nicht. Sony kann wenigstens über eine Schnittliste Szenen programmiert zusammenstellen.

Der Philips DVD-Rekorder überlistet sich bei der Übernahme von Camcorderaufnahmen noch selbst. Denn dieses Gerät zeichnet vom Digitalton eines Camcorders unsinnigerweise nur den Originalton und nicht die Nachvertonung auf.

Band oder Festplatte

Die getesteten Bandrekorder sind zwar auch keine Schnittrekorder, doch wer so etwas haben will – es gibt solche Geräte (Test Videorekorder (DVD, VHS, Festplatte) . Die Bandgeräte aus dem aktuellen Test taugen eher zum einfachen Wiedergeben vorbespielter Kassetten oder zum timergesteuerten oder manuellen Aufzeichnen von TV-Programmen. Und da ist die Auswahl wenigstens bei den einfachen VHS-Rekordern groß. Denn die Qualitätsunterschiede der Testmodelle sind recht gering. Bestes Bild und besten Ton bietet Panasonics NV-HV 60. Doch ist dieses Gerät mit fast 200 Euro vergleichsweise teuer. 40 Euro spart, wer sich den Samsung SV-661 kauft. Das Gerät ist nur im Ton knapp eine Note schlechter als der Panasonic und taugt mit einem glatten Befriedigend fürs Bild ebenso gut für unkomplizierte Aufzeichnungen

Doch gerade wenn mal schnell eine Sendung aufs Band gebannt werden soll, gibt es mittlerweile ernst zu nehmende Konkurrenz für die VHS-Geräte – die Festplattenrekorder. Die, und im Test der DVD-Ram-Rekorder von Panasonic, bieten nämlich etwas, was mit Bandgeräten und den DVD±R/RW-Rekordern nicht geht: zeitversetztes Fernsehen. Solche Geräte können eine Aufzeichnung schon wiedergeben, während noch aufgenommen wird. Wer also den Anfang seines Krimis verpasst hat, sieht den Film auch ein paar Minuten später von Anfang an. Der Zuschauer kann auch zwischendurch eine Pause machen oder Szenen beliebig oft wiederholen, ohne etwas zu versäumen. Die Festplatten der Testgeräte sind mittlerweile so groß, dass sie – je nach eingestellter Bildqualität – zwischen sieben und achtzig Stunden Film speichern können.

Im Test waren Kombigeräte aus einem herkömmlichen S-VHS beziehungsweise VHS-Rekorder plus Festplatte. Bei solchen Kombis bietet es sich an, Streifen fürs Archiv erst auf Festplatte „zwischenzulagern“ und später, mithilfe von Indexmarken von Werbung befreit, auf dem VHS Band zu archivieren.

Dabei ist der teurere S-VHS-Kombi von JVC in Bild und Ton wie auch in der Handhabung ein Stück besser als das Standard-VHS-Modell von Orion. Was uns am JVC aber nicht gefiel, ist der hohe Stromverbrauch. Im Standby- und im Stromsparbetrieb rund 11 Watt. Das brachte dem Gerät eine Abwertung auf „befriedigend“. Das ist schade, weil der JVC deutlich besser ausgestattet ist, als der mit 840 Euro nicht gerade billige und in der Bildqualität schlechtere Orion.

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