Sonderfall Mikogo

Kein Tool für Video­konferenzen

Ein besonderer Fall war das Programm Mikogo: Im Test­zeitraum warb die Anbieter-Website explizit mit der Funk­tion „Video­konferenzen“. Bei den Prüfungen stellte sich jedoch heraus, dass Mikogo keinen Video­chat ermöglicht, sondern lediglich Audio­konferenzen und das Teilen des Bild­schirms (Screens­haring) unterstützt. Da der Anbieter sein auf der Website gegebenes Versprechen nicht hält, kam Mikogo am Ende nicht über ein Mangelhaft hinaus.

Mikogo reagierte schnell

Auf Anfrage der Stiftung Warentest teilte Mikogo mit: „Mikogo ist eine Screens­haring-Software und enthält keine Video­funk­tionalität.“ Telefo­nisch ergänzte der Geschäfts­führer Mark Zondler, dass es sich beim Werben mit der Video-Funk­tion um ein Versehen handele: Mikogo habe in einer Beta-Version Video­konferenzen angeboten und nach dem Deaktivieren dieser Funk­tion vergessen, die Angabe von der Website zu entfernen. Nach unserem Hinweis löschte der Anbieter sie sofort von der Seite.

Es bleibt miss­verständlich

Dennoch bleibt die Lage für Verbraucher verwirrend: Auf seiner Website erläutert Mikogo weiterhin, dass man „im Rahmen einer Video­konferenz“ beliebige Inhalte zeigen könne. Mikogo beschreibt also eine Funk­tion, die Mikogo gar nicht anbietet. Das könnte mancher Verbraucher miss­verstehen und davon ausgehen, dass Video­chats mit Mikogo möglich sind. Im ungüns­tigsten Fall schließt der Nutzer ein kosten­pflichtiges Abo ab, nur um dann fest­zustellen, dass er mit dem Programm nicht video­chatten kann.

[Update 14.5.2020]: Inzwischen hat Mikogo die von uns beschriebenen Informationen unter dem obigen Link entfernt.

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