Früher kaufte sich der Kunde einfach einen Videorekorder, wenn er Filme aufnehmen wollte. Heute kann er zwischen verschiedenen Systemen wählen. Lesen Sie hier, welches sich wofür eignet.

Wer heute einen Laden betritt, um sich ein Gerät zur Videoaufzeichnung zu kaufen, sollte sich in der Materie etwas auskennen. Sonst könnte ihn die Vielzahl der Möglichkeiten in leichte Verwirrung stürzen. Nicht nur VHS- und S-VHS-Rekorder stehen zur Auswahl. Inzwischen gibt es auch VHS-Rekorder mit DVD-Spieler, Video-CD-Rekorder und DVD-Rekorder mit oder ohne Festplatte. Die wichtigste Frage: Welches Gerät ist nun wirklich am besten, um Filme zu archivieren und auch abzuspielen? Sind DVD-Rekorder schon geeignet oder sollte man lieber noch auf die alte Technik setzen?

Um das herauszufinden, hat test zwölf Geräte aus fünf verschiedenen Geräte-gruppen verglichen. Zwei DVD-Rekorder errangen den Spitzenplatz ­– ähnlich wie im letzten Test (Heft 9/02). Schlusslicht ist diesmal ein V-CD-Rekorder. Der Trekstor VDR-2216 bekam als einziger das test-Qualitätsurteil „ausreichend“.

Die Bildqualität

Alle Geräte können Filme in unterschiedlichen Qualitätsstufen aufzeichnen. Bei den DVD-Rekordern wurden drei typische und vergleichbare Stufen getestet: hohe, mittlere und geringe Aufzeichnungsqualität. Das entspricht Aufnahmedauern von einer, zwei und vier Stunden. Je mehr Film auf eine DVD „gepresst“ wird, desto mehr leidet das Bild.

Bei den übrigen Geräte wurden jeweils zwei Stufen getestet: Der Normalmodus ist Standardplay (SP). Mit ihm passen bis zu vier Stunden auf eine 240er Kassette. Bei Longplay (LP) verdoppelt sich die Aufnahmedauer, sodass bis zu acht Stunden Material auf eine 240er Kassette passen. Dafür nimmt die Aufnahmequalität ab. Weitere eventuell vorhandene Aufnahmemodi wie zum Beispiel Extra-Longplay wurden nicht getestet.

Bei allen drei DVD-Rekordern ist die Bildqualität in der hohen und der mittleren Aufzeichnungsstufe durchgehend „gut“ bis „sehr gut“. Die Unterschiede sind gering (siehe Tabelle S. 44/45). Dafür lässt sich ein deutlicher Sprung bei der geringen Aufzeichnungsqualität, dem Vier-Stunden-Modus, feststellen. Die Qualität sinkt hier auf „befriedigend“ und beim Philips DVDR1000 sogar auf „ausreichend“. Das ist VHS-Niveau.

Der Anwender muss sich also entscheiden: Will er hohe Bildqualität, kann er nur kurze Beiträge aufnehmen. Soll dagegen ein längerer Spielfilm archiviert werden, sinkt zwangsläufig die Bildqualität. Wer also kurze Videos (bis zu einer Stunde) in bester Qualität haben will, ist mit einem DVD-Rekorder sehr gut beraten. Auch bis zu zwei Stunden Spielfilmdauer kann er noch in guter Qualität aufnehmen. Doch bei längeren Spielfilmen muss er bei den neuen Plattenspeichern noch Qualitätseinbußen hinnehmen.

Und da sind auch noch die Kosten: Die Speichermedien sind zurzeit noch teuer. DVD+RW und DVD-RW kosten im Schnitt etwa zehn Euro pro Stück.

Altbewährtes ist auch noch gut

Leere Videokassetten dagegen sind billig (zwei bis drei Euro). Deshalb ist es gerade noch akzeptabel, Filme immer mal neu aufzunehmen. Weil Videokassetten nicht beliebig lange haltbar sind, kann das notwendig werden. Mit jedem Abspielen verschleißen sie etwas mehr.

Bis zu vier Stunden Filmmaterial passen im normalen Aufnahmemodus (SP) auf eine Videokassette, genug für zwei Filme. Im Langspielmodus (LP) speichert eine Kassette sogar bis zu vier Filme.
Ideal für ein großes Archiv. Nachteile: Die Bildqualität ist bei keinem VHS-Gerät besser als „befriedigend“. An die gewünschte Stelle zu spulen dauert lange.

Anders die Super-VHS-Rekorder: Sie brachten es im Sehtest auf „gute“ bis „sehr gute“ Noten – fast genauso wie die DVD-Rekorder. Einen Qualitätsunterschied zwischen Standard- und Longplay gibt es nicht. Die S-VHS-Rekorder sind inzwischen zu moderaten Preisen um die 400 Euro zu haben. S-VHS-Kassetten sind aber mit sechs bis neun Euro auch teurer als VHS-Videokassetten.

Ein besonder Fall

Video-CD-Rekorder sind noch nicht lange am Markt. Bei diesen Aufzeichnungsgeräten ist das Medium keine Videokassette oder DVD, sondern eine normale Daten-CD – bekannt von Computer und Stereoanlage. Auf diese CDs kann in zwei Formaten aufgenommen werden: zum einen in mpeg1. CDs mit diesem Format heißen V-CD. Inzwischen gibt es auch schon so genannte SV-CDs. Sie nehmen im neuen mpeg2-Format auf und die Bildqualität ist besser als bei V-CDs.

Zwar sind die CD-Rohlinge billig (unter einem Euro), doch ein Nachteil liegt darin, dass sie nur begrenzten Speicherplatz bieten (rund 60 bis 70 Minuten). Das ist für die meisten Filme zu wenig. Zwei CDs sind also Minimum, um einen Film aufzunehmen. Will der Nutzer eine hohe Qualität, braucht er schon drei CDs.

Der getestete Video-CD-Rekorder Trekstor VDR-2216 nutzt V-CDs. Er hat zwei Rekorderlaufwerke. Wird bei der Aufnahme das Ende der ersten CD erreicht, beginnt der Rekorder automa­tisch mit der Aufnahme auf der zweiten CD. In der Praxis funktionierte das nicht immer. Das Gerät reagierte im Test sehr sensibel auf die Rohlinge und es kam öfter vor, dass die Aufnahme abbrach. Gelang eine Aufnahme, ergab der Sehtest doch nur ein „Mangelhaft“ – selbst bei bester Aufzeichnungsqualität. Schlechte Auflösung, Artefakte, ruckende Bilder: Das erlaubt keine bessere Note.

Der Ton macht die Musik

Auch im Hörtest schnitt der Trekstor schlecht ab. Beim Ton erreichte er ebenso wie bei der Bildqualität nur „ausreichend“. Im Standardmodus war das Klangbild dumpf und es trat eine leichte Asynchronität zwischen Bild und Ton auf. Aufnahmen in hoher Qualitätsstufe klangen in den Ohren der Tester wie aus einem Telefon. Damit war der Video-CD-Rekorder jedoch das einzige „ausreichende“ Gerät im Tontest. Allen anderen konnten die Tester eine „gute“ bis „sehr gute“ Tonqualiät bescheinigen. Damit liegt die Klangqualität insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Am besten schnitt bei den Aufnahmegeräten der DVD-Rekorder Panasonic DMR-E30 ab.

Aus zwei mach eins

Im Testfeld gab es fünf Kombigeräte. Der „gute“ Panasonic DMR-HS2 ist ein DVD-Rekorder mit Festplatten-Rekorder. Auf die 40-Gigabyte-Festplatte können im Normal-Modus bis zu 17 Stunden, mit Extra-Longplay sogar bis zu 52 Stunden Fernsehprogramm aufgezeichnet und die Werbeblöcke herausgeschnitten werden. Die so entstandenen werbefreien Filme können dann zur dauerhaften Archivierung auf DVD gebrannt werden.

Der größte Vorteil einer Festplatte ist die Möglichkeit, zeitversetzt fernzusehen. Wer also erst später eine Sendung einschaltet, kann diese von Anfang an sehen, während die Festplatte weiter aufzeichnet und die Werbepausen automa­tisch rausschneidet. Zum Schluss sieht man das Ende wieder zeitgleich.

Die vier anderen Kombigeräte sind VHS-Rekorder mit eingebauten DVD-Spielern. Drei sind „gut“, der Philips DVD740VR ist „befriedigend“. Das gute Abschneiden liegt aber nicht an den VHS-Komponenten. Die sind in den Einzelwertungen durchgehend schlechter als die DVD-Komponenten. Günstiger kommt weg, wer sich einen billigen VHS-Rekorder und einen DVD-Player holt.

Von den vier getesteten VHS-Rekordern mit DVD-Spieler lassen übrigens nur drei die Kopie einer Kauf-DVD zu: der JVC-, der Panasonic- und der Sanyo-Rekorder. Und das auch nur, wenn die DVD nicht kopiergeschützt ist. Das Kombigerät von Philips erlaubt gar keine Kopie vom DVD-Laufwerk auf die Videokassette.

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