Vi Sola 30 Reflex Schnelltest

„Der Sonnenblocker für Babys, Kleinkinder und besonders empfindliche Haut“. So preist die Firma Jako-o, spezialisiert auf Kinderprodukte, ihre Sonnenlotion Vi Sola 30 Reflex in Katalog und Internet an. Stolzer Preis für 100 Milliliter: 19,95 Euro. Babys und Kleinkinder, aber auch Erwachsene mit empfindlicher Haut brauchen einen hohen Sonnenschutz. Das heißt: Faktor 30 oder sogar noch mehr. Der Schnelltest zeigt, ob die Sonnenlotion von Jako-o dieses Mal den ausgelobten Lichtschutzfaktor einhält - bei einem im Juni getesteten Vi Sola Sonnenschutz-Fluid war das nämlich nicht der Fall.

Ausreichender Schutz vor UV-B-Strahlen

Etwas verwirrend: Obwohl das Produkt Vi Sola 30 Reflex heißt, nennt der Hersteller in der Produktbeschreibung den Lichtschutzfaktor 40. Dieser hohe, für UV-B-Schutz relevante Faktor, wird eingehalten. Anders aber bei den UV-A-Strahlen. Eine moderne Sonnenlotion muss nicht nur vor UV-B-, sondern auch vor UV-A-Strahlen schützen. Die Vi Sola 30 Reflex von Jako-o schafft dies aber nicht. Nach dem derzeitigen Stand ist der Schutz gegeben, wenn das Verhältnis von UV-A- zu UV-B-Faktor mindestens 1:3 beträgt. Dies war bei Vi Sola 30 Reflex nicht der Fall. Im letzten Test Sonnenschutzmittel in test 07/2007 blieb so ein Ergebnis allerdings noch ohne Bewertung. In Zukunft soll es europaweit gemeinsame Bewertungsgrundlagen geben. UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und lassen sie altern. Auch für das Entstehen von Sonnenallergien werden sie verantwortlich gemacht. Selbst in Räumen oder im Auto ist jeder UV-A-Strahlen ausgesetzt, da sie Glas durchdringen können.
Hinweis: Grundsätzlich sollten Sonnenschutzmittel nicht als „Sun-Blocker“ bezeichnet werden. Grund: Das Abblocken von UV-Strahlen im Sinne eines vollkommenen Schutzes ist nicht möglich.

Mineralische Filter

Die Lotion Vi Sola 30 Reflex enthält nur die mineralischen (anorganischen) Sonnenschutzfilter Titandioxid und Zinkoxid. Diese gelten als besonders hautverträglich. Wer zu Sonnenallergien neigt oder generell empfindliche Haut hat, greift daher oft zu Sonnenschutzprodukten, die ausschließlich rein mineralische Filter enthalten. Der Schutz vor UV-B-Strahlen ist für die meisten Produkte mit derartigen Filtern auch kein Problem. Anders bei UV-A-Strahlen. Gerade bei hohen Lichtschutzfaktoren wird nach heutigem Wissenstand eine Mischung aus mineralischen und organischen Filtern empfohlen.

Ungenaue Anwendungshinweise

Anfang Juni 2007 testete die Stiftung Warentest bereits ein anderes Vi Sola Sonnenschutzmittel. Damals bemängelten die Tester unter anderem die unzureichenden Anwendungshinweise. Das triff leider auch auf Vi Sola 30 Reflex zu. Erster Kritikpunkt: Die Anwendungshinweise sind nicht auf der Flasche aufgedruckt. Sie liegen lose im Deckel, können also schnell verlorengehen. Doch auch am Inhalt hatten die Tester einiges zu bemängeln. Besonders fatal: Laut Hersteller reicht es, Vi Sola 30 Reflex nur einmal täglich aufzutragen. Experten empfehlen dagegen, beim Aufenthalt im Freien mehrmals täglich nachzucremen, um den Schutz zu stabilisieren - vor allem nach dem Baden und Abtrocknen. Zudem enthalten die Anwendungshinweise zwar den Hinweis, die Mittagssonne zwischen 12 Uhr und 15 zu meiden. Doch Babys und Kleinkinder sollten überhaupt nicht in die Sonne. Auch reicht Eincremen mit Lichtschutzmitteln allein nicht aus. Kinder dürfen nur mit Hut, luftigem Hemdchen und einer Sonnenbrille in die Sonne. Eine Sonnencreme ist nur zusätzlicher Schutz. Darauf weist der Hersteller nicht ausreichend hin. Dafür gibt es Tipps wie „ausreichend trinken“ oder „Vi Sola 30 Reflex immer im Schatten auftragen“.

test-Kommentar: Es geht auch preiswerter
Produktinformationen: Im Überblick

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