Verzins­liche Wert­papiere Special

Die Anleihen­kurse sind im Höhen­flug, die Renditen tief im Keller. Für manche Anleger sind Anleihen dennoch eine gute Wahl. Wer vor wenigen Jahren Anleihen gekauft hat, kann bei einem Verkauf von Kurs­gewinnen profitieren. Und Neueinsteiger können mit Fonds bequem darauf setzen, dass Anleihen auf Dauer wieder höhere Renditen bringen als Fest­geld.

Bundes­wert­papiere zum Teil mit negativer Rendite

Verzins­liche Wert­papiere Special

Anleihen gehören in jedes gutsortierte Depot – so lautet eine Faust­regel für Anleger. Doch stimmt das in Zeiten nied­riger Zinsen noch? Schließ­lich schlagen gute Fest­geld­angebote Bundes­wert­papiere inzwischen um Längen. Für ein Fest­geld mit sechs Jahren Lauf­zeit erhalten Sparer in der Spitze mehr als 2 Prozent Rendite pro Jahr – wo es die besten Zinsen gibt, zeigt der Produktfinder Festgeld und Sparbriefe. Wer jetzt eine Bundes­anleihe mit einer Rest­lauf­zeit von knapp sechs Jahren kauft und bis zur Fälligkeit hält, bekommt rund 0,2 Prozent Rendite. Bundes­wert­papiere mit kürzeren Rest­lauf­zeiten von etwa vier Jahren und darunter rentieren sogar im Minus – der Anleger bekommt weniger zurück, als er einsetzt.

Hohe Nach­frage nach sicheren Geld­anlagen

Verantwort­lich für die Minirenditen sind vor allem das sehr nied­rige Zins­umfeld und die hohe Nach­frage von Investoren nach sicheren Geld­anlagen. Das gilt nicht nur für Bundes­wert­papiere, sondern auch für Jumbopfand­briefe – von Kredit­instituten heraus­gegebene fest­verzins­liche Wert­papiere – und für solide Unter­nehmens­anleihen. Früher bekamen Anleger für solide Unter­nehmens­anleihen noch einen spür­baren Rendite­aufschlag gegen­über deutschen Staats­papieren. Da Unternehmen leichter zahlungs­unfähig werden können als der deutsche Staat, mussten die Firmen einen höheren Zins zahlen. Mitt­lerweile ist der Rendite­abstand zusammen­geschmolzen.

Besitzer profitieren von Kurs­anstieg

Freuen können sich diejenigen, die vor wenigen Jahren Anleihen gekauft haben. Sie profitieren bei einem Verkauf von Kurs­gewinnen. Um mehr als 7 Prozent kletterte der Preis für die zehnjäh­rige Bundes­anleihe inner­halb der letzten zwölf Monate. Der Index Rex, der 30 Bundes­wert­papiere zusammenfasst, verzeichnet 5,6 Prozent Kurs­plus in den zurück­liegenden zwei Jahren.

Anleihen bei langer Lauf­zeit

Verzins­liche Wert­papiere Special

Wer neu einsteigen und nur für einige Jahre anlegen will, ist derzeit bei Fest­geld besser aufgehoben. Anleihen kommen für Anleger infrage, die für viele Jahre anlegen und ihr Portfolio breit aufstellen wollen. Fonds enthalten verschiedene Anleihen und Lauf­zeiten. Dies senkt das Risiko, zugleich bleiben Anleger flexibel. Mit Fonds setzen sie bequem darauf, dass Anleihen auf Dauer wieder höhere Renditen als Fest­geld bringen. Als Basis empfehlen wir börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) mit Staats­anleihen der Euroländer. Zur Beimischung kommt ein ETF auf Unter­nehmens­anleihen infrage. Drei Fonds­häuser bieten einen ETF auf den Index „Markit iBoxx Euro Liquid Corporates“ an, der 40 auf Euro lautende Unter­nehmens­anleihen enthält. Auf lange Sicht werden Anleger damit wohl zumindest viele Fest­geld­konten schlagen.

Tipp: Im Produktfinder Fonds finden Anleger Bewertungen für rund 3 500 aktiv gemanagte Fonds und ETF aus 41 Fonds­gruppen – von Aktienfonds Welt bis Rohstoff­fonds.

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