Verträge kündigen für Verstorbene Wie schnell Erben reagieren müssen

Verträge kündigen für Verstorbene - Wie schnell Erben reagieren müssen
Unterlagen sichten. Einige Verträge müssen Erben selbst kündigen. © Getty Images

Auch Versicherungen, Internet­anschluss und Zeitungs­abos gehen auf Erben über. Nicht jeder Vertrag endet auto­matisch. Welche Verträge müssen Angehörige kündigen und wann?

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Bei Lebens­versicherung und Unfall­versicherung ist Eile geboten

Hinterbliebene haben viel zu bedenken: Hatte der Verstorbene zum Beispiel eine Lebens- oder Ster­begeld­versicherung, haben Angehörige nur 24 bis 72 Stunden Zeit, den Tod des Versicherungs­nehmers zu melden, nachdem sie davon erfahren haben. Sogar nur 48 Stunden lassen Unfall­versicherer den Hinterbliebenen Zeit. Ist der Verstorbene bei einem Unfall ums Leben gekommen, wird das Unternehmen die Umstände des Unfalls unter­suchen. Halten sich Hinterbliebene nicht an die engen Fristen, kann es passieren, dass die Versicherung die Todes­fall­summe nicht zahlt.

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Nur höchst­persönliche Verträge enden

Dem Erben stehen zwei Wege offen, mit den Verträgen des Verstorbenen umzu­gehen: Entweder er über­nimmt sie oder er kündigt sie. Es gibt aber eine Ausnahme vom Grund­satz der Gesamt­rechts­folge. „Höchst­persönliche Rechts­geschäfte“ erlöschen mit dem Tod. Eine Mitgliedschaft im Verein etwa endet, wenn das Mitglied stirbt.

Unternehmen brauchen Nach­weise

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Nach­weis. Lebens­versicherer wollen eine Ster­beurkunde sehen, bevor sie auszahlen. © Stiftung Warentest

Ob Hausrat­versicherung oder Strom­vertrag – oft ist es ausreichend, dem Vertrags­partner den Todes­fall schriftlich anzu­zeigen und eine Kopie der Ster­beurkunde beizulegen. Gleich­zeitig sollte der Erbe erklären, dass er Erbe ist und die Rechts­nach­folge angetreten hat. Manchmal ist ein Erbschein notwendig, etwa wenn sich der Erbe des hinterlassenen Grund­stücks im Grund­buch als neuer Eigentümer eintragen lassen möchte.

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Verträge kündigen für Verstorbene - Wie schnell Erben reagieren müssen

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