Versicherungsvertrieb Meldung

Rewe darf in seinen Penny-Märkten keine Versicherungen mehr verkaufen. Dem Lebensmittelhändler fehlt die dafür nötige Gewerbeerlaubnis, urteilte das Landgericht Wiesbaden (Az. 11 O 8/08, nicht rechtskräftig).

Im September und Oktober 2007 boten die Penny-Discounter eine Kinderunfall-versicherung der Arag an. Die Verträge gelten weiter, obwohl Penny sie nicht hätte verkaufen dürfen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft nun, ob auch andere Handelsketten wie Plus, C & A oder Tchibo ihre Versicherungsangebote aus den Regalen nehmen müssen. Zusammen mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) klärt die Bafin, ob es sich in jedem Fall um Versicherungsvermittlung im rechtlichen Sinn handelt. Nur dann braucht der Einzelhändler die Gewerbe­erlaubnis.

Ohne Erlaubnis geht es, wenn der Händler als Ausschließlichkeitsvertreter für einen Versicherer gilt. Der Versicherer haftet dann zum Beispiel für Falschberatung.

Ein Recht auf Beratung haben die Kunden aber in beiden Fällen. Wer schlecht informiert wurde, kann sich bei der Bafin und beim Versiche­rungsombudsmann (Tel. 0 180 4/22 44 24) beschweren.

Tipp: Verpassen Sie nicht die Frist von drei Monaten, um unerwünschte Verträge zu kündigen. Eine Jahrespolice, die am 1. November 2007 begonnen hat, kündigen Sie spätestens im Juli 2008.

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