Ein bisschen Schadenersatz

Versicherte, die grob fahrlässig Pflichten verletzten, gingen bisher leer aus. Künftig können sie einen Teil des Geldes retten.

Fehler des Versicherten

Altes Recht (bis 31. Dezember 2007)1

Neues Recht (ab 1. Januar 2008)1

Juristische Bewertung

Folge für den Kunden

Mögliche Bewertung

Folge für den Kunden

Versicherte, die grob fahrlässig Pflichten verletzten, gingen bisher leer aus. Künftig können sie einen Teil des Geldes retten.

Fehler des Versicherten

Altes Recht (bis 31. Dezember 2007)1

Neues Recht (ab 1. Januar 2008)1

Juristische Bewertung

Folge für den Kunden

Mögliche Bewertung

Folge für den Kunden

Eine Versicherte ließ eine Kerze längere Zeit unbeaufsichtigt im Schlafzimmer brennen, während sie duschte und anschließend fernsah. Die Kerze fiel um und verursachte einen Wohnungsbrand.

Grob fahrlässig,
z. B. Kammergericht Berlin, Az. 6 U 199/06

Keine Leistung.

Grob fahrlässig, eher höherer Grad des Verschuldens.

Anteilige Versicherungsleistung, zum Beispiel 30 Prozent der Summe.

Eltern ließen die Kerzen am Christbaum brennen, während sie mit ihrem Kleinkind ein neues Spielzeug vor der Haustür ausprobierten. Sie waren durch das quengelnde Kind abgelenkt und merkten nicht, dass der Baum Feuer fing.

Leicht fahrlässig,
z. B. OLG Düsseldorf,
Az. 4 U 49/97

Volle Leistung.

Grob fahrlässig, eher geringerer Grad des Verschuldens.

Anteilige Versicherungsleistung, zum Beispiel 80 Prozent der Summe.

Ein Kunde meldete einen Leitungswasserschaden in seiner Wohnung erst einen Monat später bei der Versicherungsgesellschaft. Diese konnte deshalb die Ursache und den Umfang des Schadens nicht überprüfen.

Grob fahrlässige Verletzung der Anzeigepflicht,
z. B. OLG Stuttgart,
Az. 7 U 238/05

Keine Leistung.

Grob fahrlässig, mittlerer Grad des Verschuldens.

Anteilige Versicherungsleistung, zum Beispiel 40 Prozent der Summe.

Vorsatz (Beweislast beim Versicherer).

Keine Leistung.

Ein Kunde reicht nach einem Einbruchdiebstahl manipulierte Rechnungen beim Versicherer ein.

Arglistige Täuschung,
z. B. OLG Köln,
Az. 9 U 102/05

Keine Leistung.

Arglistige Täuschung.

Keine Leistung.

    • 1 Ein Versicherungsfall, der vor dem 1. Januar 2008 eingetreten ist, wird nach altem Recht behandelt, selbst wenn erst Jahre später über die Höhe der Leistung entschieden wird.