Mit zweijähriger Verspätung hat der Bundestag die EU-Vermittlerrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Das Gesetz für Versicherungsvermittler soll ab Juni 2007 gelten. Vermittler müssen ab dann

  • die Beratung schriftlich festhalten. So können falsch beratene Kunden leichter Schadenersatzansprüche durchsetzen. Wenn der Kunde schriftlich erklärt, auf die Dokumentation zu verzichten, ist der Vermittler von seiner Pflicht entbunden. Darauf sollten sich Kunden nicht einlassen.
  • eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung haben.
  • bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) registriert sein. Aus dem Eintrag soll deutlich werden, ob der Vermittler nur für ein Unternehmen tätig ist oder Angebote verschiedener Gesellschaften verkauft.
  • nachweisen, dass sie qualifiziert sind. Deshalb müssen sie eine von der IHK anerkannte „Sachkundeprüfung“ ablegen. Allerdings gilt dies nur für die wenigsten Vermittler. Vermittler, die nur für ein Unternehmen arbeiten, sind von der Prüfung befreit. Zur Begründung heißt es, dass bereits die Firma, für die sie tätig sind, „die Verantwortung für die angemessene Qualifikation dieser Vermittler“ hat. Ob die Versicherer dieser Verantwortung nachgekommen sind, müssen nach einer Falschberatung dann die Gerichte entscheiden.

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