Versicherungsschutz von Schulabgängern Meldung

Kinder sind meist bei ihren Eltern mitversichert. Wenn Töchter und Söhne eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, trennen sich die Wege beim Versicherungsschutz.

Das Kind ist seinen Schulweg zum letzten Mal gegangen. Es hat sein Abschlusszeugnis in die Hand gedrückt bekommen und muss nun entscheiden, was kommt. Ein soziales Jahr, Grundwehr- oder Zivildienst? Eine Ausbildung, ein Studium oder beides hintereinander? Die wichtigen Entscheidungen für den neuen Lebensabschnitt beeinflussen auch den Versicherungsschutz, der spätestens jetzt überprüft werden muss.

Krankheit

In der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern sind Kinder von der Geburt bis zum Schulabschluss beitragsfrei mitversichert. Der Schutz verlängert sich bis zum 25. Lebensjahr, wenn der Nachwuchs studiert. Voraussetzung: Die Studenten verdienen nicht mehr als 640 Mark im Monat hinzu. Auch Kinder, die Grundwehr-, Zivildienst oder ein soziales Jahr leisten, sind noch mitversichert. Die so verbrachte Zeit können sie sich später zusätzlich auf den elterlichen Versicherungsschutz anrechnen lassen, wenn sie noch ein Studium aufnehmen. Auszubildende und Berufsstarter dagegen müssen sich selbst versichern, sobald der erste Lohn auf das Konto fließt. Doch bei jungen Leuten kann die Selbstversicherungspflicht auch wieder unterbrochen werden. Wenn sich zum Beispiel ein Banklehrling nach Ausbildungsende für ein Studium einschreibt, kann er so lange wie gleichaltrige Kommilitonen den elterlichen Versicherungsschutz in Anspruch nehmen.

Haftpflicht

Eine Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss. Schließlich hat nach dem Gesetz jeder, der einen Schaden verursacht, uneingeschränkt dafür aufzukommen. Notfalls mit seinem ganzen Vermögen. Manche Haftpflichtpolicen gibt es schon für einen Jahresbeitrag von 100 Mark. Kinder sind so lange bei ihren Eltern haftpflichtversichert, wie sie zur Schule gehen oder sich unmittelbar danach in Ausbildung befinden. Mitversichert ist auch, wer Grundwehr- und Zivildienst leistet. Voraussetzung ist allerdings, dass Töchter und Söhne nicht verheiratet sind. Sobald Studierende ihr Examen ablegen, fallen sie aus dem elterlichen Versicherungsschutz.

Wer eine Haftpflichtversicherung abschließt, sollte eine möglichst hohe Deckungssumme wählen. Sparsamkeit ist unangebracht, weil die Beiträge für Versicherungssummen in Höhe von zwei, drei oder fünf Millionen Mark ähnlich hoch sind. Die Stiftung Warentest hilft, eine geeignete Haftpflichtversicherung zu ermitteln.

Hausrat

Während die Haftpflicht für Schäden aufkommt, die jemand einem anderen zugefügt hat, zahlt die Hausratversicherung für Miseren am eigenen Hab und Gut. Wenn Blitzschlag, Brand, Explosion, Einbruch oder Sturm den Besitz zerstören oder schädigen, ersetzt die Hausratversicherung den Neuwert. Es hängt vom Wohnsitz der Kinder ab, ob ihr Hausrat noch über die Police der Eltern mitversichert ist. Wer seinen ersten Wohnsitz bei den Eltern hat und als Azubi oder Studierender vorübergehend in den eigenen vier Wänden lebt, genießt in der Regel beschränkten Versicherungsschutz. Meist zahlen Versicherer für Schäden in der Juniorwohnung nur etwa zehn Prozent der Versicherungssumme. Die Mitversicherung endet, wenn ein eigener Hausstand gegründet wird.

Tipp:

Die Versicherungssumme sollte ausreichen, um eine Wohnung neu einzurichten. Die Jahresbeiträge für die Grunddeckung liegen je nach Versicherer und Tarifzone zwischen 80 und 500 Mark. Die Stiftung Warentest hilft, die geeignete Hausratversicherung zu finden.

Private Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur für Unfallfolgen, wenn Schüler in der Schule, Studenten auf dem Campus oder Arbeitnehmer am Arbeitsplatz verunglücken. Eingeschlossen sind auch Hin- und Rückweg. Voraussetzung für die relativ mageren Leistungen: eine Invalidität von mindestens 20 Prozent. In der Freizeit gibt es keinen Versicherungsschutz. Deshalb ist eine zusätzliche private Unfallversicherung sinnvoll.

Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet wesentlich mehr Schutz als eine private Unfallversicherung, weil sie außer Unfall- auch noch Krankheitsfolgen absichert. Bei Azubis und Studenten gilt der Versicherungsschutz in den ersten Ausbildungsjahren oder Semestern nur, wenn der Versicherte in keinem Beruf mehr arbeiten kann. Erst in den letzten zwei Semestern oder dem letzten Ausbildungsjahr wird der angestrebte Beruf die Bezugsgröße für Berufsunfähigkeit. Trotz dieser Einschränkung sollten Studenten und Azubis eine BU abschließen. Denn vom gesetzlichen Rentenversicherungsträger bekämen sie erst Leistungen, wenn sie fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt hätten.

Tipp:

Wer eine BU abschließt, sollte immer darauf achten, dass die Rentenleistung hoch genug ist.

Rechtsschutz

Die meisten Rechtsschutzversicherungen schließen den Nachwuchs bis zum 25. Geburtstag mit ein. Allerdings muss das ausdrücklich im Versicherungspaket genannt sein. Der Rechtsschutz gilt aber nur, wenn Kinder unverheiratet und nicht berufstätig sind. Eine Ausbildung zählt nicht als Berufstätigkeit. Weitere Ausnahme: Rechtsschutzversicherer springen nicht bei gerichtlichen Auseinandersetzungen ein, in die der Mitversicherte als Halter eines eigenen Autos verwickelt ist.

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