Versicherungs­schutz für junge Voll­jährige Darauf müssen junge Leute in Sachen Versicherung achten

10.05.2021
Versicherungs­schutz für junge Voll­jährige - Darauf müssen junge Leute in Sachen Versicherung achten
Junge Erwachsene. Zu Hause und unterwegs in der Welt sollten sie gut versichert sein. © Westend61 / Uwe Umstätter

Endlich 18 – endlich unabhängig. Gilt das das auch in Versicherungs­angelegenheiten? Hier lesen Sie, wann Familien­tarife noch reichen und wann nicht mehr.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Das Wichtigste in Kürze

Junge Leute und Versicherung – auf den Punkt gebracht

Über­blick.
Wie lange Familien­versicherungen und Familien­tarife mitversicherte Kinder schützen, zeigt Ihnen unsere über­sicht­liche Tabelle Versicherungsschutz.
Nach­fragen.
Wenn Sie trotzdem unsicher sind, ob Ihr Kind im Familien­tarif bestimmter Versicherungs­policen noch geschützt ist, fragen Sie direkt beim Versicherungs­unternehmen nach.
Kranken­versicherung.
Die freiwil­lige kostenlose Mitgliedschaft von Kindern in der Familien­versicherung der gesetzlichen Krankenkassen endet spätestens mit dem 25. Geburts­tag. Mehr kostenlose Informationen finden Sie im Special Krankenkasse.
Reisen.
Für lange Auslands­reisen empfehlen wir eine Extra-Reisekranken­versicherung. Gute Tarife finden Sie im Vergleich Reisekrankenversicherungen für lange Reisen.
Versicherungs-Check.
Sie wollen genau wissen, welcher Schutz sinn­voll ist? Dann nutzen Sie unseren großen Versicherungs-Check auf test.de.

Kranken­versicherung oft bis zum 25. Geburts­tag

Kinder können oft bis zum 25. Geburts­tag in der gesetzlichen Krankenversicherung beitrags­frei mitversichert sein. Die Familien­versicherung greift auch nach dem 18. Geburts­tag, sofern Kinder zum Beispiel noch zur Schule gehen, studieren oder ein freiwil­liges soziales Jahr machen. Darüber hinaus müssen Eltern und Kinder weitere Voraus­setzungen erfüllen:

  • Die verheirateten Eltern müssen entweder beide gesetzlich versichert sein oder der gesetzlich versicherte Ehepartner muss mehr verdienen als der Privatversicherte.
  • Die Kinder dürfen monatlich nicht mehr als 470 Euro Einkommen haben, bei Minijobs 450 Euro – sonst müssen sie sich freiwil­lig gesetzlich kranken­versichern. Die Einkommens­grenze berechnet sich aus den Sozial­versicherungs­rechengrößen des Bundes­ministeriums für Arbeit und ­Soziales und ändert sich fast jähr­lich. Als Einkommen gelten unter anderem Miet­einnahmen, Zinsen, Renten und steuer­pflich­tige Unter­halts­zahlungen. Sind alle Bedingungen für die beitrags­freie Mitversicherung erfüllt, schützt die Familien­versicherung die Kinder meistens auch in Über­gangs­phasen oder Warte­zeiten zwischen Schule, Studium und Ausbildung.

Tipp: Alle Informationen über gesetzliche Kranken­versicherungen finden Sie im großen, kostenlosen Special Krankenkasse.

Das gilt in der privaten Kranken­versicherung

Für privat kranken­versicherte Kinder ändert sich durch den 18. Geburts­tag nichts an ihrem Versicherungs­status. Sie sind in der privaten Kranken­versicherung mit einem eigenen Vertrag versichert. Beginnen sie eine Ausbildung oder ein Studium, können sie sich meist entscheiden, ob sie in die gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen. Hilf­reich ist hier unsere Checkliste Kasse oder Privat.

Für lange Auslands­reisen extra Reise­schutz

Haben Eltern für die Familie eine Auslands­reisekranken­versicherung abge­schlossen, ist die Mitversicherung von Kindern oft durch Alters­grenzen beschränkt. Häufig gilt der Schutz bis zum 18. Geburts­tag, seltener bis zum 21. oder 23. Lebens­jahr. Danach müssen sich junge Leute um eine eigene Police kümmern. Der Versicherungs­schutz reicht in der Regel für eine Reise bis zu sechs Wochen im Jahr. Sehr gute Tarife gibt es ab einem Jahres­beitrag von 8 Euro (zum Vergleich Reisekrankenversicherung).

Jugend­liche, die für längere Zeit ins Ausland gehen, benötigen eine Extra-Auslands­reisekranken­versicherung. Diese können sie beispiels­weise für zwei oder drei Monate oder auch ein ganzes Jahr abschließen. Diese Extra-Versicherung ist wichtig, weil der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse nur für Deutsch­land uneinge­schränkt gilt. Auch privat Kranken­versicherte sollten klären, ob sie eine Extra-Police für einen längeren Auslands­auf­enthalt brauchen. Privatversicherte sind manchmal nur ein bis drei Monate welt­weit geschützt. Im Vergleich Reisekrankenversicherungen für lange Reisen finden sie weitere Informationen.

Private Haft­pflicht­versicherung ein Muss

Unbe­dingt notwendig ist eine private Haft­pflicht­versicherung. Sie springt zum Beispiel ein, wenn jemand mit dem Fahr­rad eine andere Person aus Versehen anfährt und diese einen schweren Schaden erleidet. Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, ist gesetzlich verpflichtet, Ersatz zu leisten – unbe­grenzt und ein Leben lang. Die Privathaft­pflicht-Versicherung gehört zu den Policen, um die sich Menschen freiwil­lig kümmern müssen. Ledige 18-Jährige sind oft noch über den Familien­tarif der Eltern geschützt – und das sogar unabhängig vom Wohn­ort. Gute Tarife schützen selbst bei einem Aufenthalt im Ausland. Der Familien­tarif greift in der Regel bis zum Ende der ersten Ausbildung des Kindes. Danach sollten sich junge Menschen um eine eigene Haft­pflicht-Police kümmern. Für sehr gute Single–Tarife müssen nicht mehr als 50 Euro im Jahr bezahlt werden. Bei der Auswahl hilft der individuelle Tarifrechner Haftpflichtversicherung der Stiftung Warentest.

„Die erste Ausbildung“ – was die Versicherer damit meinen

Von der „ersten Ausbildung“ ist in vielen Versicherungs­bedingungen die Rede, wenn es um die Frage, wie lange ein Kind noch bei den Eltern mitversichert ist. Was auf den ersten Blick klar erscheint, kann kompliziert werden, wenn das Kind ein duales Studium, einen Master nach dem Bachelor oder ein Studium nach der Lehre beginnt. Wann hört die erste Ausbildung auf? Der Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) definiert in ­seinen Musterbedingungen Folgendes: Als erste Ausbildung zählen Lehre und Studium, ein ­Bachelor- und auch ein unmittel­bar anschließender Master­studiengang. Was im Einzel­fall aber als Erst­ausbildung anerkannt wird, entscheidet der Versicherer. Deshalb gilt: Im Zweifel immer nach­fragen!

Rechts­schutz für die ganze Familie

Von einem Rechts­schutz-Familien­tarif profitieren Kinder, bis sie erst­mals dauer­haft eigenes Geld verdienen. Mehr Informationen im großen Vergleich Rechtsschutzversicherung.

So schützen junge Leute Hausrat und Fahr­rad

Für Jugend­liche, die in die ersten eigenen vier Wände ziehen, ist eine Hausrat­versicherung sinn­voll, wenn sie teure Möbel und hoch­wertige Elektronik besitzen. Auch ein Fahr­rad kann über die Hausrat­police mitversichert werden. Güns­tige Policen finden sich im individuellen Tarifrechner Hausratversicherung. Solange der Lebens­mittel­punkt der Kinder jedoch noch bei den Eltern liegt und die Kinder ein WG- oder Wohn­heim­zimmer beziehen, weiten einige Versicherer den Schutz des Hausrat–Familien­tarifs darauf aus. Im Schadens­fall erstatten sie in der Regel maximal 10 Prozent der Versicherungs­summe.

Meist über­flüssig: Handy­versicherung

Das Problem mit Handy-Schutz­briefen: Kommt es drauf an, springt der Versicherer oft nicht ein. Im Klein­gedruckten stehen viele Ausschlüsse. Junge Leute sollten sich über­legen, ob sie für eine Versicherung fürs Handy oder Tablet ausgeben wollen.

Versicherungs­schutz für Voll­jährige

So lange schützen Familien­versicherung und Familien­tarife mitversicherte Kinder.

Versichert in der Familien­versicherung, wenn alle Merkmale erfüllt sind

Eigene Versicherung nötig, wenn ein Merkmal erfüllt ist

Gesetzliche Kranken­versicherung

Jünger als 25 Jahre, in Ausbildung und nicht mehr als 470 Euro Einkommen1 pro Monat (Ausnahme: 450-Euro-Minijob).

Ab dem Alter 25, berufs­tätig, Studenten ab 25 Jahre oder Einkommen1 mehr als 470 Euro pro Monat.

Privathaft­pflicht­versicherung

Ledig und in erster Ausbildung2.

Verheiratet, berufs­tätig oder Auslands­auf­enthalt für mehrere Jahre.

Auslands­reise-Kranken­versicherung

Jünger als 18 Jahre,

(je nach Tarif gilt der Schutz auch bis 19, 20 oder 25 Jahre).

Mehr als sechs3 Wochen Auslands­auf­enthalt geplant oder tarifbe­dingte
Alters­grenze erreicht.

Hausrat­versicherung

Erst­wohn­sitz bei den Eltern, (für erstes WG-/Wohn­heim­zimmer des Kindes kann beschränkter Schutz gelten).

Eigener Haushalt mit wert­vollen
Gegen­ständen oder sehr teurem Fahr­rad

Rechts­schutz­versicherung

Ledig und in Ausbildung. Meist Alters­grenzen, etwa bis 25 oder 30 Jahre.

Durch berufliche Tätig­keit dauer­haft eigenes Einkommen.

1
Als Einkommen gelten: Lohn, Gehalt, Miet- und Pacht­einnahmen, Einmalzah­lungen wie Weihnachts­geld, Einnahmen aus selbst­ständiger Tätig­keit, Einnahmen aus Kapital­vermögen, Renten, Hinterbliebenenrenten, steuer­pflichtige Unter­halts­zahlungen.
2
Erste Ausbildung, die zur Ausübung eines Berufs ­befähigt. Vereinzelt zählen auch darauf aufbauende ­Ausbildungen noch zur Erst­ausbildung.
3
In einigen Policen reicht der Schutz des Familien­tarifs bis zu acht Wochen.
10.05.2021
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