Versicherungsschutz für Senioren Test

Sie haben Geld, und sie werden immer mehr. Das macht die Senioren attraktiv für Verkaufsstrategen. Bei den Versicherern sind sie beliebt. Finanztest sagt, welcher Schutz wirklich nötig ist und wo es gute und günstige Angebote gibt.

Golden Agers heißen Senioren in der Sprache der Marketingfachleute. Auf Deutsch: Menschen im goldenen Alter. Und sie entwickeln sich mehr und mehr zur Goldgrube für Unternehmen aller Art.

Werbefachleute nehmen ihre Bedürfnisse immer genauer unter die Lupe. Sogar der Bund stellt in den kommenden Jahren vier Millionen Euro für die Entwicklung eines Programms mit Namen „Wirtschaftsfaktor Alter – Unternehmen gewinnen“ zur Verfügung.

Versicherer und Finanzdienstleister haben die älteren Kunden schon etwas länger im Blick. Sie veranstalten Vertriebsschulungen für ihre Mitarbeiter, damit diese lernen, wie sie ihre Produkte am besten an die reifere Generation bringen.

„Seniorenmarkt: 1 000 Euro Provision an einem Vormittag. Der Erfolgsleitfaden für Finanzdienstleister“ heißt ein Ratgeber aus dem Versicherungsfachverlag AssCompact. Auch im Internet finden Vermittler reichlich Anleitung.

Besonders ins Auge fallen dort die Tipps vom seriös klingenden „Institut für Senioren-Ökonomie“. Dessen Experten raten, aus den Ängsten Älterer gezielte Fragen zu entwickeln: „Haben Sie nicht auch Angst, keine Rente mehr aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu bekommen?“, „Haben Sie nicht auch Angst, dass die gesetzliche Krankenversicherung ihre Leistungen immer mehr beschneidet?“ oder: „Sicher haben auch Sie das Leid der prominenten Pflegefälle bis zu deren Tod verfolgt.“ So könne der Bedarf an Versicherungen geweckt werden.

Geschäft mit Tod und Enkeln

Versicherungsschutz für Senioren Test

Mehr als 5 000 Euro. Wir haben die Versicherungen unserer Leser Renate und Manfred Weidner aus Werdohl im Sauerland geprüft. Der 73-jährige Rentner und seine 64-jährige Frau geben im Jahr 5 232 Euro für Versicherungen aus. Allein 4 274 Euro gehen für Kranken-, Krankenzusatz- und Pflegeversicherung drauf.

Die Kunden tun gut daran, sich gegen die Vermarktung unsinniger Produkte zu wappnen. Gerne verkaufen Vermittler zum Beispiel Sterbegeldversicherungen an ältere Menschen. Diese Policen sind überteuert und unnötig.

Viele Versicherte zahlen im Lauf der Jahre mehr in die Versicherung ein, als später ausbezahlt wird. Andere Anlageformen bringen eine viel bessere Verzinsung.

Oft wird Senioren auch zu Ausbildungsversicherungen für die Enkel geraten. Doch hohe Kosten für Abschluss und Risikoschutz schmälern die Rendite, und die langen Laufzeiten machen sie sehr unflexibel. Wir raten deshalb davon ab.

Finanztest hat den Versicherungsbedarf älterer Menschen an einem Rentnerpaar aus dem Sauerland überprüft und auf den folgenden Seiten dargestellt. Renate und Manfred Weidner können zum Beispiel 360 Euro im Jahr sparen, wenn sie zu günstigeren Anbietern wechseln und den nicht unbedingt nötigen Vollkaskoschutz für ihr 10 Jahre altes Auto kündigen.

Der Versicherungsbedarf von Rentnern ist auf jeden Fall geringer als der von Berufstätigen oder Familien mit Kindern. Denn die teure Absicherung für Berufsunfähigkeit und Todesfall schlägt nicht mehr zu Buche. Auch werden keine Beiträge für die Altersvorsorge mehr fällig.

Wer im Ruhestand noch so viel Beiträge zahlt wie zuvor, sollte dringend unnötige Policen ausmisten. Wir haben eine Übersicht erstellt, welche Versicherungen sinnvoll sind und welche nicht.

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