Versicherungsschutz für Senioren: Im Alltag und unterwegs

Von den Versicherungen ist die Privathaftpflichtpolice für Senioren mit am wichtigsten. Die Autoversicherung wird für Rentner oft teurer. Mit ein paar Kniffen können viele sparen.

Renate und Manfred Weidner haben bisher allen Marketingstrategen die kalte Schulter gezeigt. „Zwar kommen immer wieder Werbeprospekte ins Haus, aber die werfen wir gleich weg“, sagt der 73-jährige Rentner. Auf die telefonischen Bemühungen von Finanzdienstleistern reagieren die Weidners brüsk: „Wir sind gut aufgehoben. Nein, danke.“

Diese Einschätzung ist nicht ganz falsch. Denn ihr Vertreter vor Ort hat ihnen keine unsinnigen Produkte aufgeschwatzt.

Weidners haben eine Privathaftpflichtversicherung – die wichtigste Schadenversicherung überhaupt. Sie zahlt, sollten die beiden anderen einen Schaden zufügen. Zudem besitzen sie eine Hausrat- und eine Wohngebäudeversicherung, einen Verkehrsrechtsschutz und die Haftpflicht- und Kaskoversicherung für ihr Auto.

Weniger Kilometer, weniger Kosten

„Mein Vertreter wollte mich von einem neuen Kfz-Versicherungstarif überzeugen. Der war aber viel zu teuer.“ Manfred Weidner konfrontierte ihn mit einer Finanztest-Auswertung der zehn günstigsten ­Autoversicherungsangebote für sich und seine Frau. „Dem Mann fiel die Brille vom Kopf“, sagt der Rentner.

Die Autoversicherung ist einer der teuersten Posten. Manfred Weidner behielt seinen alten günstigeren Tarif. Er passte jedoch die im Vertrag angegebene Jahreslaufleistung von 18 000 seinem jetzigen Fahrverhalten an. Mehr als 12 000 Kilometer im Jahr fahren Weidners nicht mehr.

Alle Senioren sollten wie Weidners überprüfen, ob sie die vor Jahren angegebene Kilometerzahl immer zurücklegen, obwohl der tägliche Weg zur Arbeit wegfällt. Eine niedrige Kilometerzahl kann den Preis für die Autoversicherung um 5 bis 10 Prozent reduzieren. Auch wenn nur noch einer den Wagen fährt, sollte der Versicherer das erfahren. Das drückt ebenfalls den Preis.

Manfred Weidner ist mit seinem jetzigen Vertrag recht günstig bei der Westfälischen Provinzial versichert, doch mit einem Wechsel zur DBV-WinSelect kann er 53 Euro sparen. Und wenn er auf den Kaskoschutz verzichtet, der für seinen zehn Jahre alten Audi nicht unbedingt nötig ist, sind sogar 220 Euro Ersparnis drin – im Basistarif der deutschen internet. Er ist aber zufrieden mit seinem Versicherer und will auf den Vollkaskoschutz nicht verzichten.

Bei einer hohen Schadenfreiheitsklasse in der Vollkasko, wie sie viele Rentner haben, kann dieser Schutz sogar schon mal günstiger sein als die Teilkasko. Für Autos, die mehr als acht Jahre alt sind, lohnt sich die Teilkasko oft nicht mehr, da sie nach einem Diebstahl nur den Zeitwert ersetzt.

Mit den 495 Euro, die Weidner als langjähriger Kunde dieses Jahr für die Haftpflicht und Vollkasko seines Audi zahlt, kann er gut leben.

Für den Verkehrsrechtsschutz geben Weidners mit 81 Euro jährlich allerdings deutlich zu viel aus. Schon ab 39 Euro gibt es vergleichbare Angebote.

Nur wenige Policen für die Reise

Auf ihren häufigen Autoreisen in die Niederlande hat das Paar einen Autoschutzbrief dabei, der bei einer Panne weiterhilft. Für sich selbst haben sie nicht so gut vorgesorgt. Ein Auslandsreisekrankenschutz fehlt ihnen.

Der ist für alle gesetzlich Krankenversicherten sinnvoll, wenn sie ins Ausland reisen. Mit rund 20 Euro im Jahr ist er auch nicht zu teuer.

Zwar bietet die gesetzliche Kasse in der Europäischen Union und einigen anderen Ländern einen gewissen Schutz. Doch kommt sie nicht sicher für alle Kosten auf und übernimmt auch keine Krankenrücktransporte. In populären Urlaubsländern, wie den Vereinigten Staaten, Thailand oder Ägypten, zahlt sie gar nichts.

Privat Krankenversicherte sollten vor dem Urlaub auf jeden Fall abklären, ob ­ihre Versicherung weltweit gilt und auch Krankenrücktransporte übernimmt. Sonst brauchen auch sie die zusätzliche Police.

Für teure Reisen kann auch eine Rücktrittskostenversicherung sinnvoll sein. Alle anderen Reiseversicherungen für Reisegepäck, Reiseunfälle oder Reisehaftpflicht lohnen sich nicht. Das Geld können auch Senioren getrost in Souvenirs stecken.

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