Versicherungsreform Meldung

Mehr Rechte für den Kunden: Ab nächstem Jahr soll ein neues Versicherungsvertragsgesetz gelten. Manchem Lebensversicherten kann das bares Geld bringen.

Teilschuld: Bei vielen Versicherungen gilt bisher: alles oder nichts. Trifft den Kunden keine Schuld an dem Schaden, bekommt er die volle Versicherungssumme. Hat er aber durch eigenes Fehlverhalten dazu beigetragen, geht er leer aus. Beispiel: Der Kunde geht einkaufen, hat aber ein Fenster in Kippstellung vergessen. In dem Fall zahlt die Hausratversicherung nach einem Einbruch nicht, denn das Fenster angekippt zu lassen, gilt als grob fahrlässig. Ab 2008 soll für jeden Einzelfall die Schwere des Verschuldens eingeschätzt werden, sodass die Versicherung oft wenigstens für einen Teil des Schadens aufkommen muss.

Kündigung: Wer seine Versicherung fristgerecht kündigt, soll dann nur noch bis zum Vertragsende Beitrag zahlen. Derzeit wird die Prämie trotz Kündigung für das gesamte Jahr fällig. Zusätzlich soll mit der Reform die maximal zulässige Vertragslaufzeit von heute fünf Jahre auf drei Jahre gesenkt werden.

Erstattung: Vor allem bei Lebensversicherungen ändert sich viel. Derzeit wird etwa jeder zweite Vertrag vorzeitig gekündigt. Dann gibt es oft nur einen kleinen Teil der Beiträge zurück. Künftig soll es eine Mindesterstattung geben. Damit setzt das Gesetz die Vorgabe des Bundesgerichtshofs um, der vielen Kunden mit Verträgen aus der Zeit von Mitte 1994 bis Ende 2001 eine nachträgliche Erstattung zugesprochen hat (Az. IV ZR 162/03, 177/03, 245/03). Das neue Gesetz soll auch rückwirkend greifen: Kunden können dann Geld nachfordern.

Reserven: Zusätzlich sollen die Versicherten stärker an den stillen Reserven beteiligt werden.

Vertreter: Versicherungsvermittler sollen künftig ihre Provisionen offenlegen müssen.

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