Fazit

Charmante Idee mit Risiken

Kleine Versicherungs­schäden in einem Freundes­kreis unter­einander zu regulieren und so einen Rabatt zu bekommen, ist eine charmante Konstruktion. Möglicher­weise verringert solch ein System tatsäch­lich die von der Versicherungs­wirt­schaft beklagten Fälle von Versicherungs­betrug und schafft damit Spar­potential – auch für die Kunden. Dass Friendsurance-Teilnehmer im Schnitt 50 Prozent ihrer Versicherungs­beiträge zurück­bekommen, ist allerdings eine Behauptung, die nur unter bestimmten Voraus­setzungen zu halten ist. Für die maximale Ersparnis braucht ein Friendsurance-Teilnehmer möglichst viele Freunde. Diese Freunde bedeuten allerdings auch ein finanzielles Risiko. Und nur wenn keiner von Ihnen inner­halb eines Jahres einen Schaden hat, zahlt der Friendsurance-Teilnehmer tatsäch­lich den güns­tigen Preis, den ihm der Tarif­rechner suggeriert.

Keine Prüfungs­instanz bei kleinen Schäden

Hinzu kommt, dass es inner­halb eines Freundesnetz­werks keinen Miss­brauchs­schutz gibt. Melden Freunde einen kleineren Schaden, dann prüft niemand, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Friendsurance informiert dann lediglich das Freundesnetz und belastet das Guthaben der Freunde. Dank der verpflichtenden „Du-kannst-nur-gewinnen“-Versicherung ist der Friendsurance-Teilnehmer aber zumindest davor gefeit, am Ende mehr zahlen zu müssen, als ihn der Versicherungs­schutz ohnehin gekostet hätte.

Den Freunden muss man Vertrauen

Den großen finanziellen Gewinn durch eine Teil­nahme am System von Friendsurance sollte niemand erwarten. Richtig sparen kann man dort nur, wenn die Freunde im Netz­werk keine Unterstüt­zung benötigen und auch niemand mit gezinkten Karten spielt, sprich: Schäden meldet, die es gar nicht gibt. Das System basiert also auf dem Vertrauen in die Freunde. Doch bei Geld hört die Freund­schaft bekann­termaßen häufig auf.

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