Privatkunden können bei einem Makler Versicherungen günstiger bekommen als direkt bei den Gesellschaften.

Vorbei die Zeiten, in denen das "Schüttgut", die kleinteiligen Privatkundenverträge, für Versicherungsmakler uninteressant war. Heute werben viele von ihnen verstärkt um die Gunst der privaten Haushalte. Zum Beispiel der Versicherungsmakler Manfred Traut im westfälischen Hamm. Eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung für ein Pferd ­ ohne Selbstbeteiligung ­ bietet seine Maklerfirma mit einer Deckungssumme von pauschal 5 Millionen Mark für 147,30 Mark Jahresprämie an. Das günstigste Angebot in der Finanztest-Untersuchung kostet dagegen 196,70 Mark.

Was bei welchem Makler wie viel kostet, lässt sich nur schwer flächendeckend vergleichen. Denn Versicherungsmakler vermitteln Verträge an Privatkunden nicht bundesweit, sondern nur in ihrer jeweiligen Region. Kunden können über den Makler aber oft Vorteile erzielen. "Makler verhandeln mit den Versicherungsgesellschaften über den Leistungsumfang von Versicherungsprodukten und versuchen, für den Kunden bessere Deckungskonzepte zum gleichen oder sogar niedrigeren Preis auszuhandeln, erklärt Gerd Winkel, geschäftsführender Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Versicherungsmakler (AUV). Die Unternehmen sind bereit, Maklern oder Maklerverbänden besondere Angebote zu unterbreiten.

Unabhängige Versicherungsmakler leben zwar von den Courtagen, die ihnen die Gesellschaften für erfolgreiche Vermittlung zahlen, sind aber nicht wie Versicherungsagenten an bestimmte Unternehmen gebunden. Sie können daher die Konkurrenz zwischen verschiedenen Versicherern ausnutzen, um Einfluss auf die Produkt- und Preisgestaltung zu nehmen. Außerdem haben sie es leichter zu verhandeln, weil sie den Versicherern viele Verträge vermitteln. Einzelne Kunden haben diese Möglichkeit natürlich nicht ­ so kommt es, dass manche Versicherung den Kunden beim Kauf "ab Werk" teurer kommt als beim unabhängigen Makler.

Selbstgemachtes vom Makler

Manchmal entwickeln Makler auch eigene Produkte, für die sie sich dann ein Versicherungsunternehmen suchen.

Vor einigen Jahren schnürten sich die beiden Hamburger Versicherungskaufleute und begeisterten Radfahrer Ralf Pergande und Manfred Pöthe ihre Fahrräder aufs Autodach. Die wackelten bedrohlich ­ so wurden die Hanseaten auf ein bis dato vernachlässigtes Versicherungsrisiko aufmerksam. Das Ergebnis: Pergande & Pöthe entwickelten die Bike Assekuranz, eine eigene Versicherung für das Fahrrad.

Der Maklerverband AUV stellte vor vier Jahren ein Rundum-Versicherungspaket für Jugendreisen zusammen, das sowohl deutsche Kinder und Jugendliche bei Auslandsaufenthalten absichert als auch junge ausländische Gäste in Deutschland. Es umfasst eine private Krankenversicherung ohne Selbstbeteiligung, eine Privathaftpflichtversicherung mit einer Million Mark Deckungssumme sowie eine Unfallversicherung für kleinere Unfälle.

Gütesiegel

Billiger und besser einkaufen ­ das klingt verlockend. Doch der Kunde muss sich diesen Vorteil erarbeiten. Das fängt schon bei der Suche nach einem geeigneten Versicherungsmakler an. Ein bundesweites Verzeichnis oder eine umfassende Suchhilfe im Internet gibt es nicht. Ebenso wenig ist zu erfahren, in welchen Sachgebieten ein Makler gute Fachkenntnisse hat und entsprechende Angebote machen kann. Die Bezeichnung "Versicherungsmakler" darf jeder führen, der ein solches Gewerbe angemeldet hat. Das Gewerbeamt verlangt keinen fachlichen Eignungstest.

Doch Verbände wie der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM), der Versicherungs-Makler-Verband (VMV) oder die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Versicherungsmakler (AUV) verlangen von ihren Mitgliedern den Nachweis von Fachkenntnissen, Berufserfahrung, Unabhängigkeit von Produktgebern wie Versicherungen und Banken sowie eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Die Zugehörigkeit zu einer dieser Organisationen kann daher ein gewisses Indiz für die Seriosität und Qualifikation eines Versicherungsmaklers sein.

Im Unterschied zu Versicherungsvermittlern, die nur für eine einzige Gesellschaft tätig sind, muss der Makler für Schäden haften, die dem Kunden entstehen, wenn er falsch beraten und versichert wurde. Diese Haftung nützt dem Geschädigten aber nur dann, wenn der Makler auch zahlen kann. Deshalb ist es wichtig, dass er eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit einer angemessenen Deckungssumme vorweisen kann. Diese sollte keinesfalls unter 1 Million Mark liegen.

In der Regel vertraut der Kunde dem Versicherungsmakler seine gesamten Versicherungsangelegenheiten an. Dies geschieht mit einem Maklervertrag, der die Pflichten und Vollmachten des Maklers genau regelt. Der Maklervertrag sollte unbedingt schriftlich geschlossen werden, um spätere Unklarheiten zu vermeiden. Der Makler kann dann im Auftrag des Kunden den Schriftwechsel mit den Versicherern führen, Policen kündigen und neue Verträge abschließen. Er kümmert sich um die Schadensregulierung und leitet oft auch die Prämien vom Kunden an den Versicherer weiter.

Da der Kunde nicht nachprüfen kann, wie unabhängig ein Makler wirklich ist, ist es sinnvoll, sich vor größeren Abschlüssen wie einer Lebensversicherung oder einer privaten Krankenversicherung auch noch einmal von anderer Seite beraten zu lassen. Geeignete Ansprechpartner sind die Verbraucherzentralen. Etwas kostspieliger sind Versicherungsberater ­ sie berechnen für ihre Leistungen ähnliche Sätze wie Steuerberater.

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