Ein Makler haftet nicht automatisch, wenn eine Kundin aufgrund seiner Falschberatung ihren Versicherungsschutz verliert. Das Oberlandesgericht Koblenz wies die Schadenersatzforderung einer Kundin zurück (Az. 5 U 582/06).

Der beklagte Makler hatte der aus Polen stammenden Frau eine Risikolebensversicherung vermittelt. Nach ihren Angaben hatte der Makler wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse die Gesundheitsfragen im Antrag beantwortet und wahrheitswidrig alle Fragen nach Vorerkrankungen verneint. Der Versicherer verweigerte deshalb später den Schutz.

Nach Ansicht des Gerichts hätte die Kundin konkret darlegen müssen, welche Erkrankungen sie bei ordnungsgemäßer Beratung angegeben hätte und ob sie mit einem Risikoausschluss einverstanden gewesen wäre. Die pauschale Aussage, sie hätte dann zutreffende Angaben gemacht, reiche nicht aus. Beim Bundesgerichtshof liegt die Revision vor (Az. III ZR 254/06).

Tipp: Ab 22. Mai müssen Vermittler die Beratung dokumentieren. So können falsch beratene Kunden leichter Schadenersatzansprüche durchsetzen. Wenn der Kunde schriftlich erklärt, auf die Dokumentation zu verzichten, ist der Vermittler davon entbunden. Darauf sollte sich keiner einlassen.

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