Wer Versicherungsschäden ersetzt haben möchte, sollte sich die Fragen im Schadensmeldungsformular ganz genau durchlesen. Missverständnisse gehen nämlich zulasten des voreiligen Versicherten, urteilte das Landgericht Bonn (Az. 5 S 218/00).

Ein Kaskoversicherter hatte von seiner Versicherung Ersatz für seinen gestohlenen Wohnwagen verlangt. Die Frage nach angefertigten Nachschlüsseln beantwortete er in der Schadensmeldung mit Nein. Später änderte er diese Aussage ­ nachdem die Versicherung ihm die Anfertigung von Nachschlüsseln nachgewiesen hatte.

Seine wechselnden Angaben erklärte der polnischsprachige Mann mit Verständnisproblemen. Er habe die Fragen im Formular nicht so recht verstanden. Das Gericht hielt das jedoch für unerheblich: Wenn man Fragen nicht versteht, muss man sie sich erklären lassen, meinten die Richter.

Bei lückenhaften Deutschkenntnissen müsse man notfalls sogar einen Übersetzer heranziehen. Wer das unterlässt und deshalb falsche Angaben macht, verletzt seine Obliegenheiten und verliert deshalb seinen Versicherungsschutz.

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