Beate S. aus Bochum:

Meine Eltern wollen nächstes Jahr dauerhaft nach Mallorca ziehen, wenn mein Vater in Rente geht. Was müssen sie beachten?

Finanztest:

Ihre Eltern müssen sich innerhalb eines Monats nach ihrer Einreise bei der örtlichen Behörde in ihrem neuen Wohnort anmelden. Sie bekommen dann das Recht, sich unbegrenzt in Spanien aufzuhalten, wenn sie nachweisen, dass sie eine Wohnung haben und ihren Aufenthalt aus eigenen Mitteln finanzieren können. Ihre Einnahmen müssen die Sozialhilfe in Spanien übersteigen.

Ihre Eltern müssen außerdem ausreichend krankenversichert sein, privat oder gesetzlich. Sind sie privat krankenversichert, ist eine Vertragsänderung und gegebenenfalls ein Risikozuschlag erforderlich. Sie rechnen ihre Arzt- und Krankenhauskosten danach weiter mit ihrer Gesellschaft in Deutschland ab. Sind sie in Deutschland gesetzlich krankenversichert, sollten sie das bleiben und nicht in die spanische Krankenversicherung wechseln. In Spanien gibt es nämlich keine Pflegeversicherung.

Gegen Vorlage eines Anspruchsberechtigungsscheins (E 121 für pflichtversicherte Rentner, E 106 für freiwillig Versicherte), den sie vor ihrer Abreise in Deutschland bei ihrer Krankenkasse anfordern müssen, können sie sich in Spanien bei einer gesetzlichen Krankenkasse als Mitglieder eintragen lassen. Dann können sie sich wie in Deutschland ohne Vorkasse behandeln lassen.

Weil Ihre Eltern dauerhaft in Spanien bleiben wollen, ist es nicht sinnvoll, zusätzlich in Deutschland eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Denn die angebotenen Tarife laufen meistens maximal über sechs Jahre. Die ärztliche Versorgung für gesetzlich Versicherte in Spanien gilt zudem als gut. Ihre Eltern könnten sich aber nach einer spanischen Zusatzversicherung erkundigen.

Den Fall eines medizinisch notwendigen Rücktransports sollten sie in Deutschland versichern. Das bieten Rettungsdienste wie die Deutsche Rettungsflugwacht oder die Internationale Flugambulanz.

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