Krisengeschüttelte Lebensversicherer, rat­lose Kunden – ausgerechnet jetzt ist die zuständige Aufsichtsbehörde nicht in der Lage, Ablaufleistungen und Rückkaufswerte von Lebensversicherungen im Auftrag von Verbrauchern nachzuprüfen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) hatte bis zum vergangenen Jahr bei jeder Verbraucherbeschwerde die Berechnungsgrundla­gen von der Versicherungsgesellschaft an­gefordert und nachgerechnet, ob die Ablaufleistungen und Rückkaufswerte korrekt sind.

Wegen Personalmangels prüft die Aufsicht jetzt nur noch bei offensichtlichen Unstimmigkeiten und beschränkt sich ansonsten auf Stichproben. Behördensprecher Peter Abrahams kündigte aber an, dass der umfassende Bürgerservice wieder aufgenommen werde. Im BAFin seien 200 Stellen ausgeschrieben, die bis zum Jahresende besetzt sein sollen.

Vor einer Schieflage eines Unternehmens werde das BAFin aber auch in Zukunft nicht warnen. „Das verbietet uns das Versicherungsaufsichtsgesetz“, so Abrahams. Selbst als die Aufsicht den Versicherer Familienfürsorge im Juli unter Zwangsverwaltung stellte, ging sie darauf nur in einer kleinen Personalnotiz in ihren monatlich erscheinenden – in der Öffentlichkeit kaum bekannten – amtlichen Veröffentlichungen ein. Diese können beim BAFin für 36 Euro im Jahr abonniert werden:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Graurheindorfer Str. 108
53117 Bonn
Tel. 02 28/4 10 80
Fax 02 28/41 08 15 50
poststelle@bafin.de
www.bafin.de

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