Zwei Versicherungsombudsmänner sollen sich ab 1. Oktober als Schlichter aller Versicherten annehmen, die sich von ihrer Gesellschaft übers Ohr gehauen fühlen. Einer wird sich um Beschwerden über private Krankenversicherungen (PKV) und einer um die Sach- und Lebensversicherungen kümmern.

Streit um Sach- und Lebensversicherungen schlichtet der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof Wolfgang Römer, sofern es um maximal 50.000 Euro geht. Für die Unternehmen sind seine Schiedssprüche aber nur bis 5.000 Euro bindend. Bei höheren Beträgen kann Römer nur Empfehlungen geben. Im Vergleich zu anderen Ländern ist diese Regelung eher halbherzig. In Großbritannien etwa kann der Ombudsmann die Versicherer zu Zahlungen bis 100.000 Pfund verdonnern.

Für die Kunden sind Entscheidungen des Ombudsmanns grundsätzlich nicht bindend. Wer unzufrieden ist, kann sich immer noch an das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) wenden oder vor Gericht ziehen.

Da die Schlichterstelle von den Versicherern finanziert wird, werden nur Klagen über Unternehmen behandelt, die dem Ombudsmann-Verein beitreten. Stephan Gaedicke vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft ist aber zuversichtlich, dass dies fast alle Gesellschaften tun werden. Um dennoch Neutralität zu garantieren, soll die Schlichterstelle von einem Beirat aus Verbraucherschützern, Versicherungsaufsicht, Wissenschaftlern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Firmenvertretern überwacht werden.

Dem Verband der privaten Krankenversicherer gehen selbst die mageren Befugnisse des Versicherungsombudsmanns zu weit. Sie haben mit dem Schriftsteller und Versicherungsexperten Arno Surminski einen eigenen Krankenombudsmann aufgestellt. Mit Macht haben sie ihn bisher jedoch nicht ausgestattet. Er kann nur unverbindliche Schlichtungsvorschläge machen.

Kontakt ab 1. Oktober:

PKV-Ombudsmann:
Telefon 030/20 45 27 80
www.pkv-ombudsmann.de

Versicherungsombudsmann:
Tel. 0 30/20 60 58 0

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