Familie: Mehr Schutz für Eltern

Versicherungs-Check Test

Schutz für das Haus: Familie Langer hat eine umfassende Wohngebäudeversicherung. Sie deckt neben Feuer­schäden auch Sturm- und Leitungswasserschäden ab. Unbedingt nötig ist nur die Feuerversicherung.

Für Eltern sind Todesfall- und Invaliditätsschutz unverzichtbar. Hausbesitzer benötigen eine Feuerversicherung für ihre eigenen vier Wände.

Für Katrin und Thomas Langer steht fest, um welche Versicherung sie sich als Nächstes kümmern werden: „Was passiert, wenn Christoph und Moritz etwas zustößt, ehe sie überhaupt mit der Berufsausbildung beginnen können?“

Die Eltern aus dem nordrhein-westfälischen Ratingen haben sich über den Invaliditätsschutz ihrer beiden Söhne bereits Gedanken gemacht, „aber noch haben wir nicht das Produkt gefunden, das uns überzeugt“, sagt Katrin Langer.

Für die zwei Jungen kommt eine Kinderinvaliditätsversicherung infrage. Sie hilft, wenn Kinder durch eine Krankheit oder einen Unfall so schwer beeinträchtigt werden, dass sie nie eine Ausbildung absolvieren und ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Je nach Vertrag zahlt der Versicherer eine regelmäßige monatliche Rente, einmalig eine größere Summe oder eine Kombination aus beidem.

Invaliditätsschutz für Kinder

Die medizinische Behandlung und die schulische Förderung der Kinder sind über die Krankenversicherung und öffentliche Hilfen sichergestellt. Doch durch eine plötzliche Behinderung können eine Menge weitere Kosten anfallen, für die der zusätzliche Versicherungsschutz sinnvoll ist.

Dann ist zum Beispiel Geld da, wenn das Zuhause behindertengerecht umgebaut werden muss oder ein größeres Auto notwendig wird. Der Preis der Kinderinvaliditätsversicherungen richtet sich nach Art und Umfang der Leistung. Gute Angebote gibt es je nach Leistungsumfang für etwa 200 bis 400 Euro im Jahr pro Kind.

Unterstützung bekamen Eltern, die sich für so ein Produkt interessieren, durch den Bundesgerichtshof. Er entschied 2007, dass die Versicherer in ihren Bedingungen angeborene Krankheiten nicht von vornherein ausschließen dürfen (Az. IV ZR 252/06).

Deutlich günstiger als die Kinderinvaliditätsversicherung ist die Kinderunfallversicherung, die schon für weniger als 100 Euro im Jahr zu bekommen ist. Sie springt allerdings nur ein, wenn tatsächlich ein Unfall und keine Krankheit zu einer Beeinträchtigung des Kindes führt.

Krankenversicherung für alle

Christoph und Moritz Langer sind gerade erst knapp vier und anderthalb Jahre alt, trotzdem haben die beiden bereits ihre eigene Krankenversicherung. Da beide Eltern privat krankenversichert sind, benötigten die Söhne einen eigenen Vertrag.

Sind beide Eltern dagegen gesetzlich versichert, können Kinder bei ihnen kostenlos mitversichert werden.

Anders sieht es aus, wenn zum Beispiel die Mutter gesetzlich und der Vater privat versichert ist. Die kostenlose Mitversicherung des Kindes über die Krankenkasse der Mutter ist nur dann immer möglich, wenn die Eltern nicht verheiratet sind.

Sind die Eltern verheiratet, funktioniert die gesetzliche Familienversicherung nicht mehr, wenn der privat versicherte Vater mehr verdient als die Mutter und ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze hat. Diese liegt derzeit bei 48  150 Euro im Jahr.

Dann müssen die Eltern die Kinder entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse absichern oder einen privaten Krankenschutz abschließen.

Todesfallschutz unverzichtbar

Eltern sollten sicherstellen, dass Kinder und Partner auch dann ausreichend geschützt sind, wenn ihnen selbst etwas zustößt. Mit einer Risikolebensversicherung sorgen sie dafür, dass den Angehörigen im Todesfall eine größere Summe zur Verfügung steht. Die Versicherungssumme sollte wenn möglich das Vierfache des Nettojahreseinkommens ausmachen.

Am besten schließen Paare den Schutz nicht nur für den Hauptverdiener der Familie ab, sondern auch für den Partner, der überwiegend zuhause bleibt. Stirbt er, kann der Hauptverdiener wegen der Kinder seinem Beruf womöglich nicht mehr so nachgehen wie früher oder er muss mehr Geld für ihre Betreuung ausgeben.

Eine Kapitallebensversicherung empfiehlt sich hingegen nicht, da diese Art der Lebensversicherung den Todesfallschutz mit einem Sparvertrag koppelt. Es ist immer besser, Todesfallschutz und Vorsorgesparen zu trennen.

Gerade für den Hauptverdiener der Familie ist auch der Invaliditätsschutz unverzichtbar. „Die Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich kurz vor der Geburt von Christoph abgeschlossen“, erinnert sich Thomas Langer.

Prioritäten setzen

„Uns ist schon sehr wichtig, dass wir für den Ernstfall auf der sicheren Seite sind“, sagen die Langers. Für ihr Haus haben sie eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, die neben Schäden durch Feuer auch Leitungswasser- und Sturmschäden deckt. Dieser Dreifachschutz ist nicht unbedingt nötig. Eine Feuerversicherung braucht aber jeder Hausbesitzer, da ein Brand die Immobilie völlig zerstören kann.

Ein Muss ist auch die Privathaftpflichtversicherung. Für Eltern mit kleinen Kindern lohnt es sich, darauf zu achten, dass der Versicherer auch Schäden durch deliktunfähige Kinder trägt. Diese sind aber nur begrenzt – meist bis 5 000 Euro – versichert. Dieser Schutz kann helfen, um zum Beispiel Streit mit dem Nachbarn zu vermeiden, wenn ein kleiner Junge mit seinem Fahrrad an dessen geparktes Auto stößt.

Eigentlich muss die Versicherung nicht zahlen, wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden verursachen: Sie haften dafür noch nicht. Im Straßenverkehr gilt die Grenze von zehn Jahren. Der Versicherer muss nur einspringen, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Es gibt aber Versicherer, die unabhängig vom Alter des Kindes den Schaden zumindest in begrenzter Höhe tragen. Auch die Langers wollen dieses Extra künftig in den Vertrag mit aufnehmen: „Bis unsere beiden sieben Jahre sind, dauert es ja noch.“

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