Kündigung von Versicherungsverträgen

Durch das neue Versicherungsvertragsgesetz haben sich manche Ausstiegsfristen geändert.

Art der Kündigung

Kündigungstermin

Frist

Privathaftpflichtversicherung, Tierhalter-, Gewässerschäden-, Wassersport- sowie Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, Hausrat-, Wohngebäude-1 und Unfallversicherung, Glasversicherung

Ordentliche Kündigung

Zum Vertragsende, danach jährlich zum Ende des Versicherungsjahres.

Drei Monate. 2

Vertragsabschluss ab dem 1. Januar 2008 bei Verträgen, die länger als drei Jahre laufen: auch zum Ende des dritten, danach zum Ende jedes weiteren Versicherungsjahres.

Vertragsabschluss bis zum 31. Dezember 2007 bei Verträgen, die länger als fünf Jahre laufen: auch zum Ende des fünften, danach zum Ende jedes weiteren Versicherungsjahres 3 .

Kündigung im Schadensfall

Nach jedem versicherten Schaden mit sofortiger Wirkung oder mit Wirkung zum Ende des Versicherungsjahres.

Innerhalb eines Monats ab Leistung oder Ablehnung. 4

Sonderfall Rechtsschutzversicherung I: Kündigung in der Regel nach dem zweiten und jedem weiteren versicherten Rechtsschutzfall innerhalb von zwölf Monaten mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres.

Innerhalb eines Monats ab ­Deckungszusage.

Sonderfall Rechtsschutzversicherung II: Lehnt der Versicherer trotz Leistungspflicht die Leistung ab, Kündigung mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres.

Innerhalb eines Monats ab Ablehnung.

Kündigung wegen Beitragserhöhung5

Vertragsabschluss ab 29. Juli 1994: Kündigung bei jeder Beitragserhöhung zu dem Termin möglich, an dem die Beitragserhöhung wirksam wird.

Innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung über die Beitragserhöhung.

Abschluss 1. Januar 1991 bis 28. Juli 1994: wie oben, wenn der Beitrag um mehr als 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr oder um mehr als 25 Prozent zum Erstbeitrag steigt. 6

Abschluss vor dem 1. Januar 1991: Unterschiedlich nach Sparten. In der Regel Kündigung möglich bei Erhöhung um über 10 Prozent gegenüber Vorjahr oder um über 20 Prozent in den letzten drei Jahren 7 zu dem Termin, an dem die Beitragserhöhung wirksam wird. 6

Kfz-Haftpflichtversicherung, Kfz-Kaskoversicherung (Teil- und Vollkasko)

Ordentliche Kündigung

Zum Ende jedes Versicherungsjahres (in der Regel identisch mit dem Kalenderjahr).

Ein Monat. Bei älteren Verträgen drei Monate.

Kündigung im Versicherungsfall

Nach jedem versicherten Schadensfall mit sofortiger Wirkung oder mit Wirkung zum Ende des Versicherungsjahres.

Innerhalb eines Monats ab Leistung oder Ablehnung. 8

Kündigung wegen Beitragserhöhung5

Nach jeder Beitragserhöhung zu dem Termin, an dem die Erhöhung wirksam wird. Vertragsabschluss 1. Januar 1991 bis 28. Juli 1994: siehe Privathaftpflichtversicherung.

Innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung.

Lebensversicherung (Risikolebensversicherung, Kapitallebensversicherung)

Ordentliche Kündigung oder Beitragsfreistellung

Zum Ende des Versicherungsjahres, bei Ratenzahlung auch zum Ende jedes Zahlungsabschnitts, frühestens jedoch zum Ende des ersten Versicherungsjahres.

Ein Monat.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ordentliche Kündigung oder Beitragsfreistellung

Zum Ende des Versicherungsjahres, bei Ratenzahlung auch zum Ende jedes Zahlungsabschnitts, frühestens jedoch zum Ende des ersten Versicherungsjahres. 9

Ein Monat.

Private Krankenzusatzversicherungen (z. B. Zahnzusatzversicherung oder Auslandsreise-Krankenversicherung)

Ordentliche Kündigung

Zum Vertragsende, danach jährlich zum Ende des Versicherungsjahres.

Drei Monate 10 .

Kündigung wegen Beitragserhöhung

Nach jeder Beitragserhöhung oder Erhöhung der Selbstbeteiligung des Versicherten zu dem Termin, an dem die Erhöhung wirksam wird.

Innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung.

Gesetzliche Krankenkassen

Ordentliche Kündigung

Wechsel in eine andere Krankenkasse auch über den 1. Januar 2009 hinaus jederzeit möglich, wenn der Versicherte mindestens 18 Monate bei seiner Kasse Mitglied war.
Wechsel in die private Krankenversicherung möglich, wenn keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung mehr besteht. Die Bindungsfrist von 18 Monaten entfällt.

Wechsel nach einer Frist von zwei vollen Monaten ab Erklärung der Kündigung möglich. Beispiel: Kündigung am 24. September, Wechsel zum 1. Dezember.

Kündigung wegen Beitragserhöhung

Noch bis zum 31. Dezember 2008: Sonderkündigungsrecht nach einer Erhöhung des Beitragssatzes. Wechsel in eine andere Krankenkasse möglich.

Binnen zwei Monaten ab Inkrafttreten der Beitragssatzerhöhung. Wechselfrist dann wie oben.

Ab dem 1. Januar 2009: einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen; Sonderkündigungsrecht, wenn eine Kasse einen Zusatzbeitrag zum einheitlichen Beitrags-satz erhebt. Wechsel in eine andere Krankenkasse möglich.

Bis zur erstmaligen Fälligkeit des Zusatzbeitrags. Wechselfrist dann wie oben.

    Stand: 1. August 2008

    • 1 Keine Kündigung wegen Beitragserhöhung möglich, da gleitende Neuwertversicherung. Eine ordentliche Kündigung wird in der Feuerversicherung zudem nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer die Einwilligung der Gläubiger beibringt oder durch beglaubigten Grundbuchauszug nachweist, dass das Haus schuldenfrei ist.
    • 2 Ausnahme: Bei Verträgen, die bis Ende 1992 in den neuen Bundesländern abgeschlossen wurden, beträgt die Frist nur einen Monat („Sonderbedingungen Ost“).
    • 3 Ab 1. Januar 2009: Kündigung dieser Altverträge zum Ende des dritten und danach zum Ende jedes weiteren Versicherungsjahres möglich.
    • 4 Unfallversicherung: Statt dem Zeitpunkt der Ablehnung gilt der Zeitpunkt, zu dem ein Rechtsstreit des Versicherungsnehmers gegen seinen Versicherer beendet ist, der die abgelehnte Leistung zum Gegenstand hatte (z. B. durch ein Urteil oder einen Vergleich); Haftpflichtversicherungen: Statt dem Zeitpunkt der Ablehnung gilt der Zeitpunkt, zu dem dem Versicherungsnehmer eine Klage des Geschädigten zugestellt wird, weil der Versicherer die Schadenersatzleistung verweigert hat.
    • 5 Ohne Verbesserung der Leistung.
    • 6 Ab 1. Januar 2009 können diese Verträge bei jeder Erhöhung gekündigt werden.
    • 7 Rechtsschutzversicherungen: bei Erhöhung von über 15 Prozent gegenüber Vorjahr oder mehr als 30 Prozent in den letzten drei Jahren.
    • 8 Besteht der Kfz-Haftpflichtversicherer auf einen Rechtsstreit mit dem Geschädigten, gilt der Zeitpunkt, zu dem das Urteil rechtskräftig wird.
    • 9 Eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (z. B. zu einer Risikolebensversicherung) ist an die Hauptversicherung gebunden. Sie endet automatisch mit dieser und kann nur zusammen mit ihr beitragsfrei gestellt werden. Eine separate Kündigung ist möglich, in der Regel aber nicht mehr in den letzten fünf Jahren vor Vertragsablauf.
    • 10 Auslandsreise-Krankenversicherung: häufig nur ein Monat.