Berufseinsteiger: Der erste Job

Versicherungs-Check Test

Der junge Architekt Christian Kühne sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sobald er sich den Schutz leisten kann.

Spätestens mit der ersten richtigen Arbeitsstelle sollten sich junge Leute um den passenden Invaliditätsschutz kümmern.

Nach dem Examen ging für Christian Kühne alles sehr schnell: Nur wenige Tage später trat der Leipziger seine erste richtige Stelle in einem Architekturbüro an. Viel Zeit, um sich mit Versicherungen zu beschäftigen, blieb nicht: „Ich habe mich kurz mit dem Vertreter zusammengesetzt, der meine Eltern betreut“, berichtet er.

Seither hat Kühne neben dem Schutz einer gesetzlichen Krankenkasse eine eigene Privathaftpflichtversicherung und eine private Unfallversicherung. „Ich weiß, eine Berufsunfähigkeitsversicherung wäre besser. Aber die muss noch warten, denn sie ist doch ziemlich teuer“, sagt der 26-Jährige.

Für eine Versicherung, die ihm bei Berufsunfähigkeit monatlich eine Rente von 2 000 Euro zahlt, können leicht bis zu 1 000 Euro Jahresbeitrag fällig werden. Günstiger ist der Schutz, wenn er eine geringere Rente wählt: 1  000 Euro sollten Kunden aber mindestens als Rente vereinbaren.

Der Vorteil dieser Versicherung gegenüber einer privaten Unfallversicherung ist entscheidend: Sollte Kühne zum Beispiel wegen Rückenproblemen seinen Beruf nicht mehr ausüben können, würde die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen. Die private Unfallversicherung zahlt dagegen nur bei Invalidität nach Unfällen. Diese sind aber selten der Grund für eine Berufsunfähigkeit.

Sobald er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, könnte Kühne auf die Unfallversicherung verzichten.

Nicht zu lange binden

Über eine Hausratversicherung hat sich der junge Architekt mit dem Versicherungsvertreter auch unterhalten, doch davon will er erst mal die Finger lassen: „So viel Hausrat habe ich einfach noch nicht.“

Auch für die Altersvorsorge will Kühne erst einmal nichts Zusätzliches machen. Seine Mutter hatte für ihn vor einigen Jahren eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. In die zahlt er weiter ein.

Da Kühne den Vertrag schon hat, ist das Weiterzahlen sinnvoll. Ansonsten sind solche Versicherungen für Berufseinsteiger nicht ideal: Mit einer Lebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung binden sie sich sehr lange. Können sie die Beiträge einmal nicht mehr aufbringen und müssen sie den Vertrag beitragsfrei stellen oder sogar kündigen, verlieren sie Geld, weil sie zunächst hohe Abschlusskosten bezahlt haben. Für junge Leute wäre ein Riester-Vertrag besser, dann aber eher ein Fondssparplan als eine Rentenversicherung, weil ein Fondssparplan langfristig eine höhere Rendite ermöglicht.

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