Kündigung: Frist beachten

Versicherungs-Check Test

Ganz so schnell, wie eine Versicherung ­abgeschlossen ist, lässt sie sich meist nicht kündigen. Ein Blick in den Vertrag zeigt, welche Laufzeit und welche Frist gelten.

Eile mit Weile gilt für die Kündigung von Versicherungen. Denn von heute auf morgen werden die Kunden ihre Policen nicht los.

Die ordentliche Kündigung von Privathaftpflicht-, Hausrat- oder Rechtsschutzversicherungen ist erstmals zum Vertragsende möglich. Das liegt je nach Laufzeit ein bis fünf Jahre nach dem Abschluss.

Danach verlängert sich der Vertrag meist immer wieder um ein Jahr. Mindestens drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres, das meist nicht dem Kalenderjahr entspricht, muss die Kündigung bei der Assekuranz auf dem Tisch liegen.

Der Ausstieg aus einer Kfz-Versicherung ist von Anfang an jährlich möglich. Spätestens einen Monat vor Ende des Versicherungsjahres muss der Kunde kündigen.

Gesetzliche Krankenversicherungen lassen ihre Kunden jederzeit aus dem Vertrag, wenn sie mindestens 18 Monate lang Mitglied waren. Bei Lebensversicherungen geht hingegen im ersten Jahr gar nichts, danach sind sie zum Ende des Versicherungsjahres oder Beitragszahlungsraumes kündbar. Wer monatlich einzahlt, kommt binnen eines Monats aus dem Vertrag.

Schneller im Schadensfall

Neben der ordentlichen Kündigung gibt es noch andere Möglichkeiten des Ausstiegs. Die meisten Sachversicherungen kann der Kunde zum Beispiel nach einem versicherten Schaden sofort kündigen, in der Regel einen Monat nach Eintritt des Versicherungsfalls. Es empfiehlt sich aber, bis zum Ende des Versicherungsjahres zu warten, weil bereits bezahlte Beiträge nicht erstattet werden.

Beim Verkauf der versicherten Sache gibt es ebenfalls ein sofortiges Kündigungsrecht. Es gilt aber nur für den neuen Besitzer. So kann zum Beispiel der Verkäufer einer Immobilie die Wohngebäudeversicherung nicht kündigen.

Werden Versicherungen teurer, ohne mehr zu bieten, gilt ein Sonderkündigungsrecht. Mitglieder der Krankenkassen können zwei Monate nach Wirkung der Erhöhung wechseln, Kunden von Autoversicherern zum Termin der Erhöhung.

Ausschlaggebend für eine Kündigung ist immer, wann das Schreiben dem Versicherer vorliegt, und nicht, wann es ausgestellt wurde. Gibt es Streit, muss der Kunde beweisen, dass er es abgeschickt hat.

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