Richtig kündigen: So kommen Sie aus Versicherungsverträgen heraus

Art der Kündigung

Kündigungstermin

Frist

Privathaftpflichtversicherung,
Hausrat-, Wohngebäude- 1 und Unfallversicherung,
Glasversicherung, Tierhalter-, Gewässerschäden-, Wassersport- sowie Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung
Rechtsschutzversicherung

Ordentliche­Kündigung

Zum Vertragsende, danach jährlich zum Ende des Versicherungsjahres.
Bei Verträgen, die länger als fünf Jahre laufen: erstmals zum Ende des fünften Jahres, ­danach jährlich zum Ende des Versicherungsjahres.

Drei Monate. Ausnahme: nur ein Monat nach den Sonderbedingungen Ost. 2

Kündigung im Schadensfall

Nach jedem versicherten Schaden mit sofortiger Wirkung oder mit Wirkung zum Ende des Versicherungsjahres. 3

Sonderfall Rechtsschutzversicherung 1: Kündigung nach dem zweiten und jedem weiteren versicherten Rechtsschutzfall innerhalb von zwölf Monaten.
Sonderfall Rechtsschutzversicherung 2: Wenn der Versicherer trotz Leistungspflicht die Leistung ablehnt, Kündigung mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres.

Innerhalb eines Monats ab Leistung oder Ab­lehnung.

Sonderfall 1: Innerhalb eines Monats ab der Deckungszusage mit Monatsfrist.
Sonderfall 2: Innerhalb eines Monats ab Ablehnung.

Kündigung wegen ­Beitragserhöhung4

Vertragsabschluss ab 29. Juli 1994: Kündigung zu dem Termin möglich, an dem die Erhöhung wirksam wird.

Vertragsabschluss 1. Januar 1991 bis 28. Juli 1994: wie oben. Vorausgesetzt, der Beitrag steigt um mehr als 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr oder um mehr als 25 Prozent zum Erstbeitrag.

Vertragsabschluss vor dem 1. Januar 1991: unterschiedlich nach Sparte. In der Regel ­Kündigung möglich bei Erhöhung um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder um mehr als 20 Prozent in den letzten drei Jahren. Kündigung zu dem Termin, an dem die ­Erhöhung wirksam wird. Sonderfall Rechtsschutzversicherung: Kündigung möglich bei ­Erhöhung um mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder um mehr als 30 Prozent in den letzten drei Jahren.

Innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung über die Beitragserhöhung.

Kraftfahrzeugversicherung

Ordentliche Kündigung

Zum Ende des Versicherungsjahres, in der Regel zum Ende des Kalenderjahres.

Ein Monat. Bei älteren Kaskoverträgen drei Monate.

Kündigung im Schadensfall

Nach jedem versicherten Schadensfall mit sofortiger Wirkung oder mit Wirkung zum Ende des Versicherungsjahres. 3

Binnen einem Monat ab Leistung oder Ablehnung.

Kündigung wegen Beitragserhöhung4

Nach jeder Beitragserhöhung zu dem Termin, an dem die Erhöhung wirksam wird.

Binnen einem Monat ab Erhalt der Mitteilung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ordentliche Kündigung

Zum Ende des Versicherungsjahres, bei Ratenzahlung auch mit Frist von einem Monat zum Schluss jedes Zahlungsabschnitts, aber frühestens zum Ende des ersten Versicherungsjahres.

Ein Monat. Für eine Zusatzversicherung gilt die Frist der Hauptversicherung.

Lebensversicherung

Ordentliche Kündigung

Zum Ende des Versicherungsjahres, bei Ratenzahlung auch mit Frist von einem Monat zum Schluss jedes Zahlungsabschnitts, aber frühestens zum Ende des ersten Versicherungsjahres.

Ein Monat.

Gesetzliche Krankenversicherung

Ordentliche Kündigung

Bei Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenkasse: Kündigung jederzeit möglich - ­vorausgesetzt, der Kunde war ­mindestens 18 Monate Mitglied bei seiner Kasse.

Bei Wechsel in die private Kranken­versicherung: Kündigung jederzeit möglich. Die ­Bindungsfrist von 18 Monaten entfällt.

Wechsel nach einer Frist von zwei ­vollen Monaten ab Erklärung der Kündigung. Beispiel: Kündigung im ­Januar, Wechsel zum 1. April.

Kündigung wegen ­Beitragserhöhung

Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung des Beitragssatzes.

Innerhalb von zwei Monaten ab ­Wirkung der ­Beitragserhöhung. Wechsel wie oben.

    • 1 Keine Kündigung wegen Beitragserhöhung möglich. Ordentliche Kündigung und Kündigung im Versicherungsfall werden nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer die Einwilligung der Gläubiger beibringt oder durch beglaubigten Grundbuchauszug nachweist, dass das Haus schuldenfrei ist.
    • 2 Verträge, die vor 1993 in den neuen Bundesländern ­abgeschlossen wurden.
    • 3 Besser zum Ende des Versicherungsjahres kündigen, da kein Anspruch auf ­Erstattung des anteiligen Beitrags besteht.
    • 4 Ohne Verbesserung der Leistung. Achtung: Die Erhöhung der Versicherungsteuer ab Januar 2007 gilt nicht als Beitragserhöhung.