Ruhestand: Verträge sichten

Versicherungs-Check Test

Seit Navid Makkinejad in Rente ist, ­geben er und seine Frau Helga viel weniger für Versicherungen aus.

Wenn das Arbeitsleben vorbei ist und die Kinder aus dem Haus sind, werden viele Policen überflüssig. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Helga und Navid Makkinejad geben jetzt viel weniger Geld für Versicherungen aus. „Als ich in Rente ging, lief die Lebens- und die Berufsunfähigkeitsversicherung aus“, sagt der Umwelttechniker.

Im Ruhestand werden einige Policen, für die Arbeitnehmer viel Geld ausgeben, überflüssig. Beiträge für den Berufsrechtsschutz, die Altersvorsorge und den Fall, dass man nicht mehr arbeiten kann, erübrigen sich. Meist ist jetzt auch der Todesfallschutz überflüssig.

„Es kam gleich ein Vertreter auf mich zu und bot mir ein Komplettpaket für Senioren an“, berichtet Navid Makkinejad. Er hat zugestimmt. Das Ehepaar hatte bis zur Rente Versicherungen bei vielen unterschiedlichen Anbietern. Jetzt zahlen sie 80 Euro im Monat für Haftpflicht-, Hausrat- inklusive Glas­versicherung, Unfall-, Reise- und Privatrechtsschutzversicherung. „Das sind 50 Euro im Monat weniger als vorher. Und außerdem ist es praktisch, wenn alles beim gleichen Versicherer ist. Nur Auto- und die Krankenzusatzversicherung haben wir woanders.“

Solche Seniorenpakete bieten mehrere Unternehmen an. Sie sind nicht unbedingt billiger als individuelle Verträge bei günstigen Anbietern. Oft sind unnötige Komponenten enthalten wie die Glasbruchversicherung oder eine Reisegepäckpolice.

Auch sollten die Versicherungsnehmer darauf achten, dass die Komponenten genug Schutz bieten. Für die Privathaftpflichtversicherung ist eine Versicherungssumme von mindestens 3 Millionen Euro wichtig. In der Unfallversicherung sind mindestens 100 000 Euro sinnvoll und ­außerdem eine 300er Progression. Damit erhöht sich die Versicherungsleistung bei schwerer Invalidität auf das Dreifache.

Für Rentner ist auch nicht jede Privatrechtsschutzversicherung geeignet. Sinnvoll sind nur Policen, die einen Streit in verwaltungsrechtlichen Dingen, vor allem sozialrechtliche Themen im Verwaltungsverfahren abdecken. Nur dann bekommen Senioren Hilfe, wenn sie sich zum Beispiel wegen einer abgelehnten Rente gegen die Behörde wehren wollen.

Häufig kommt es auch zu Mietstreitigkeiten. Mieter, die nicht im Mieterschutzbund sind, sollten darauf achten, dass der Mietrechtsschutz zusätzlich zum Privatrechtsschutz vereinbart wird.

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