Scheidung: Jeder für sich

Versicherungs-Check Test

Ute Lerchenmüller will nach der Scheidung ihre Tochter Vivienne als Bezugsberechtigte ihrer Lebensversicherung eintragen.

Nach einer Scheidung kommen höhere ­Ausgaben auf die beiden Expartner zu. Denn jeder braucht wieder seine eigenen Versicherungsverträge.

Eine Trennung ist nie einfach. „Und der Sinn steht einem dann wirklich nicht danach, die Versicherungen auseinanderzudividieren“, sagt Ute Lerchenmüller, die seit einiger Zeit alleine mit ihrer Tochter Vivienne wohnt.

„In der Autoversicherung bin ich jetzt bei 85 Prozent. Fast wie ein Anfänger. ­Dabei bin ich ständig gefahren“, erklärt die 39-jährige Wirtschaftsprüferin. Meist kann nur einer den Schadenfreiheitsrabatt behalten.

„Bei der Krankenversicherung gabs keine Probleme“, sagt sie. Sie und ihr Mann sind beide privat versichert und jeder hat seinen eigenen Vertrag.

Komplizierter ist es für Hausfrauen und Hausmänner, die vor der Scheidung beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse des Partners mitversichert waren. Sie müssen sich jetzt binnen drei Monaten selbst versichern und den Mindestbeitrag zahlen. Er liegt für die Kranken- und Pflegeversicherung durchschnittlich bei 125 Euro.

Wollen sich zuvor Familienversicherte selbst versichern, müssen sie in den vergangenen fünf Jahren 24 Monate lang oder unmittelbar vor der Scheidung 12 Monate lang gesetzlich versichert gewesen sein. Die Familienversicherung zählt dabei mit.

Versäumen sie die Dreimonatsfrist, nimmt sie die Kasse nicht mehr auf und sie müssen sich privat versichern. Das kann viel teurer sein, und wer schon krank ist, bekommt oft keinen Vertrag.

Lerchenmüller muss sich um die anderen Policen kümmern: „Ich brauche einen eigenen Haftpflichtvertrag“, sagt sie, „und ich will noch den Bezugberechtigten in meiner Lebensversicherung ändern.“

Die Hausratversicherung ist dagegen kein Thema. Die Police bleibt bei ihr – für fast die gesamte Einrichtung in der früher gemeinsamen Wohnung.

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