Hausbau: Zusatzpolicen auf Zeit

Versicherungs-Check Test

Silke und Friedhelm Haas haben ihr Haus selbst gebaut. Vor allem die Sturmversicherung ist ihnen wichtig, um es zu schützen. Dem großen Baum trauen sie nicht über den Weg.

Wer ein Haus baut, braucht eine Bauherrenhaftpflicht- und eine Bauleistungsversicherung.

Friedhelm und Silke Haas sind Architekten und stolz auf ihr Haus in Berlin-Zehlendorf. Sie haben es selbst entworfen. Damit ihr Haus während der Bauzeit geschützt war, haben sie eine Feuerrohbauversicherung abgeschlossen. Denn schon in einem Rohbau steckt viel Geld.

„Zusätzlich haben wir uns während des Baus aber auch noch durch eine Bauleistungsversicherung abgesichert“, sagt der 48-Jährige. Sie ist für Schäden am Bau gedacht und deckt eine breite Palette von Risiken ab. Der Versicherer zahlt zum Beispiel, wenn Vandalen wüten oder fest eingebaute Teile wie Heizkessel, Heizkörper oder Armaturen gestohlen werden.

„Das kommt häufiger vor, als man denkt“, erklärt Friedhelm Haas. „Schließlich ist ein Bau nicht besonders gut gesichert. Die Eingangstür kommt erst, wenn alle Schmutzarbeiten erledigt sind.“

Der Versicherer zahlt aber auch, wenn eine orkanstarke Böe den fertigen Giebel niederdrückt oder der frischgestrichene Estrich nach einem Wolkenbruch ersetzt werden muss. Für Schäden durch Konstruktions- oder Materialfehler oder durch Unachtsamkeiten der Bauarbeiter kommt er ebenfalls auf.

Bauherren können die Baufirma und Handwerker anteilig am Beitrag für die Versicherung beteiligen. Denn diese sind durch die Bauleistungsversicherung mitversichert.

Doch nicht nur Kosten, die durch Schäden am Bau entstehen können, sollten versichert sein. Auch das finanzielle Risiko durch Schäden, die von einer Baustelle ausgehen, muss abgedeckt sein. Schutz bietet die Bauherren-Haftpflichtversicherung. Sie wird wichtig, wenn ein Gerüst auf einen Passanten stürzt oder ein Kind von der ungesicherten Terrasse fällt.

Diese Versicherungen braucht die Familie Haas inzwischen nicht mehr. Sie ist in ihr Haus eingezogen und die Feuerrohbauversicherung wurde in eine Wohngebäudeversicherung umgewandelt. Damit ist das Haus finanziell gegen Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser geschützt.

Meist ist es sinnvoll, alle drei Komponenten der Gebäudeversicherung abzuschließen: Die Feuerversicherung ist sowieso ein Muss. Denn ein Feuer kann das Haus schnell komplett zerstören. Sturm- und Leitungswasser richten zwar selten solche großen Schäden an, kommen aber häufiger vor. Hausbesitzer sollten auch diese ­Risiken absichern.

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