Familie: An andere denken

Versicherungs-Check Test

Daniela und Georg Kemlein sind mit Aljoscha und Nikolai gesetzlich krankenversichert, obwohl Vertreter sie zum Wechsel in eine private Versicherung überreden wollten. Aber für Familien lohnt sich das meist nicht.

Eltern brauchen viele Policen. Vor allem die finanzielle Absicherung für den Fall, dass sie berufsunfähig werden oder sterben, geht ins Geld.

Für Versicherungen zahlen wir 4 300 Euro im Jahr. Und da sind die Beiträge für die Krankenkasse nicht mal eingerechnet“, sagt Daniela Kemlein. Sie hat für uns geprüft, wie viel sie und ihr Mann jährlich für Versicherungen ausgeben. Mit so viel hat die freie Autorin nicht gerechnet.

Der größte Batzen geht für zwei Lebensversicherungen drauf. „Die sollen zum einen das Todesfallrisiko abdecken und sind zum anderen unsere Altersvorsorge“, sagt die 39-Jährige.

Die Kombination könnte aber ein Problem werden, wenn das Geld mal knapp wird und nicht mehr für die Beiträge reicht. Dann stehen Todesfallschutz und Altersvorsorge gleichzeitig auf dem Spiel.

Flexibler sind Familien mit einer günstigen Risikolebensversicherung, die nur das reine Todesfallrisiko absichert. Das übrige Geld können sie dann in die Altersvorsorge wie zum Beispiel die staatlich geförderte Riester-Rente stecken.

Einen Berufsunfähigkeitsschutz haben die Kemleins nicht. „Ich weiß, dass diese Versicherung wichtig ist“, sagt die Autorin. „Aber es ist uns einfach zu teuer.“

Könnte sie nicht mehr als Autorin oder ihr Mann nicht mehr als Diplompädagoge arbeiten, bekämen sie kein Geld. Die staatliche Berufsunfähigkeitsrente ist für nach 1961 Geborene abgeschafft.

Erst wenn sie zu krank für jede einfache Arbeit wären, bekämen sie die Erwerbsminderungsrente. Die volle Rente beträgt zurzeit abhängig vom vorigen Einkommen durchschnittlich 756 Euro im Monat.

Für ihre beiden Söhne Nikolai und ­Aljoscha wollen Daniela und Georg Kemlein eine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen. Diese ziehen sie einer Unfallversicherung vor. Denn die Invaliditäts­versicherung zahlt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rente, wenn der Versicherte invalide ist, egal ob ein Unfall oder eine Krankheit die Ursache war.

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