Studium: Die ersten Versicherungen

Versicherungs-Check Test

Hilde Hagemann hat mehr Verträge, als sie braucht. Ihre Unfallpolice kann sie kündigen, weil sie eine Berufsunfähigkeits-
versicherung hat.

Anfangs sind viele Studenten noch kostenlos Mitglied in der Krankenkasse der Eltern und sind in deren Haftpflicht- und Hausratpolice mitversichert. Doch sie brauchen auch schon die ersten eigenen Verträge.

Hilde Hagemann zahlt rund 1 800 Euro im Jahr für Versicherungen. „Das ist eigentlich zu viel Geld“, sagt die 26-jährige Studentin der Betriebswirtschaft. Sie hat mit Krankenversicherung, Hausrat-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Auslandsreise-Krankenpolice für eine Studentin außergewöhnlich viele Verträge. Kürzlich hat sie sogar noch ihre Hausratpolice erweitert, damit ihr Fahrrad abgesichert ist.

Die Berlinerin sorgt auch jetzt schon für ihr Alter vor. „Da ich neben dem Studium jobbe, konnte ich auch eine Riester-Rente abschließen“, sagt Hagemann.

Zu all den Verträgen hat eine Vertreterin der jungen Frau geraten. Nur nach der wichtigsten Police, der Privathaftpflichtversicherung, hat sich die Vermittlerin nicht erkundigt. „Nein, die habe ich nicht. Davon hat die Vertreterin nichts gesagt“, berichtet die Studentin.

Ein Anruf bei ihrer Mutter klärt, dass sie über deren Vertrag versichert ist. Für Unverheiratete gilt die Haftpflichtversicherung der Eltern bis zum Ende der ersten Ausbildung. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Eltern selbst haftpflichtversichert sind.

Auch den Hausrat können Studenten über die Eltern absichern, wenn sie im Wohnheim oder einem Zimmer zur Miete wohnen, ihr Lebensmittelpunkt aber noch zuhause ist. Bei Hagemann ist das nicht der Fall. Da sie den Schutz wollte, brauchte sie einen eigenen Vertrag.

Eine Hausratversicherung sollten Studenten nur abschließen, wenn sie hochwertige Möbel oder elektronische Geräte besitzen. Für Matratze, Ikea-Regal und ­einen alten Fernseher lohnt sie sich nicht.

Wichtiger ist für Studenten die Berufsunfähigkeitspolice. Denn falls sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nie ­arbeiten können, steht ihnen meist keine staatliche Erwerbsminderungsrente zu.

Die Verträge sind nicht billig. Rund 40 bis 50 Euro müssen Studenten dafür monatlich ausgeben. Die Unfallversicherung könnte Hagemann sich allerdings sparen. Ihre Berufsunfähigkeitspolice deckt das Invaliditätsrisiko schon ab.

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