Kündigung: Richtig raus

Zu teure oder überflüssige Policen sollten Kunden so schnell wie möglich kündigen. Die Fristen dafür ergeben sich aus dem Vertrag.

Wenn die Police überflüssig ist, der Service nicht stimmt, die Leistungen mangelhaft sind oder die Police zu teuer ist, dann nichts wie raus aus dem Vertrag. Das geht zwar nicht Knall auf Fall. Doch das neue Versicherungsvertragsgesetz, das seit 2009 auch für Langzeitverträge gilt, erleichtert den Ausstieg. Nun können Verträge, die für fünf Jahre abgeschossen wurden, bereits nach drei Jahren gekündigt werden. Je nach Versicherung und Art der Kündigung gelten unterschiedliche Fristen:

Ordentliche Kündigung. Sachversicherungen wie die Privathaftpflicht-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung muss der Kunde drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres gekündigt haben. Dieselbe Frist gilt für die Unfallversicherung, den Verkehrsrechtsschutz und private Kranken­zusatzversicherungen wie die Zahnzusatzversicherung.

Für die Autoversicherung, die Lebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt eine Frist von einem Monat. Bei den gesetzlichen Krankenkassen müssen nach der Kündigung zwei volle Monate verstrichen sein, ehe der Kunde in eine andere Kasse wechseln kann.

Kündigung im Schadensfall. Wenn der Kunde einen Schaden erleidet, hat er ein besonderes Kündigungsrecht. Er kann innerhalb eines Monats aussteigen, nachdem der Versichererer den Schaden bezahlt oder eine Bezahlung des Schadens abgelehnt hat. Den Beitrag muss der Kunde nur noch anteilig bis zum Zeitpunkt der Kündigung zahlen. Kündigt er beispielsweise zum 30. Juni, muss der Versicherer den halben Jahresbeitrag erstatten.

Kündigung wegen Beitragserhöhung. Wenn der Versicherer mitteilt, dass er den Beitrag erhöht, ohne die Leistung zu verbessern, hat der Kunde einen Monat Zeit für die Kündigung.

Widerruf. Überlegt der Kunde es sich schon nach der Unterschrift anders, hat er zwei Wochen Zeit, zu widerrufen, bei Lebensversicherungen sogar 30 Tage.

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