Rentner: Im Ruhestand

Das Arbeitsleben ist vorbei, die Kinder sind aus dem Haus. Da werden viele Policen überflüssig. Es ist höchste Zeit, Beiträge zu sparen.

Versicherungs-Check Test

Helga und Ulrich Reuter bei der Gartenarbeit. Haus und Garten sind ihre große Freude. Mit einer Wohngebäude- und einer Hausratversicherung ist ihr Eigentum gut geschützt.

Als sie sich zur Ruhe setzten, haben ­Helga und Ulrich Reuter einen Blick in ihren Versicherungsordner geworfen. „Die Computerversicherung war nun nicht mehr nötig“, sagt Helga Reuter.

Ihr Mann arbeitete vorher am Computer als selbstständiger Designer. Er brauchte den Schutz zum Beispiel für den Fall, dass Viren seinen Computer lahmlegen und er deshalb eine Zeit lang nicht arbeiten und Geld verdienen konnte. Als er aufhörte, hat der 73-Jährige die Police gekündigt.

Neben der obligatorischen Krankenversicherung hat das Ehepaar jetzt noch sechs Policen: Die unerlässliche private Haftpflichtversicherung und eine ebenso unverzichtbare Wohngebäudeversicherung fürs Eigenheim. Für Rentner mit großem Hausstand ist auch die Hausratversicherung sinnvoll, ebenso wie für Autofahrer die Verkehrsrechtsschutzversicherung. Darüber hinaus leisten sich die beiden noch eine Vollkaskoversicherung für ihr Auto und eine Zahnzusatzversicherung.

Eine Zahnzusatzversicherung erstattet dem Patienten einen Teil seiner Kosten für den Zahnersatz. Die Police lohnt sich nur bei aufwendigem Zahnersatz mit hohem Eigenanteil. Nicht mehr sinnvoll ist eine solche Zusatzversicherung, wenn Senioren ein künstliches Gebiss tragen.

Sparen können die Reuters auf jeden Fall bei der Autoversicherung. Für die Vollkaskoversicherung zahlen die beiden 41 Euro im Monat. Doch sie könnten darauf verzichten und sich auf eine Kfz-Haftpflichtversicherung beschränken. Denn ihr Auto ist schon neun Jahre alt und der Kaskoversicherer würde nur den Zeitwert erstatten, der Schutz ist demnach begrenzt.

Außerdem sollten sie den Beitrag jährlich im Voraus zahlen. Dann gewähren die Versicherer einen Nachlass von rund 5 Prozent des Beitrags.

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist für Autofahrer sinnvoll. Denn oft ist umstritten, wer für Folgen eines Unfalls die Verantwortung übernimmt. Wer Recht hat, bekommt es nicht automatisch, und zu prozessieren, kann gewaltig ins Geld gehen.

Zumindest Vielfahrer sollten Verkehrsrechtsschutz abschließen. Der Versicherer springt ein, wenn eine Klage Aussicht auf Erfolg hat oder der Unfallgegner zu Unrecht Schadenersatz verlangt.

Die Reuters fahren mit ihrem Auto weniger als 12 000 Kilometer im Jahr. Vielfahrer sind sie also nicht. Dennoch halten sie an der Police fest. „Auch wenn wir wenig mit dem Auto unterwegs sind, ein kleiner Fehler kann dramatische Folgen haben“, sagt Helga Reuter.

Viel muss das Ehepaar für den Schutz nicht ausgeben. Das günstigste Angebot in unserem jüngsten Test kostet 39 Euro im Jahr (siehe Tabelle: Verkehr).

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