Versicherungs-Check Meldung

Eine geschiedene Frau, eine Familie, ein Rentnerehepaar, Hauseigentümer und eine Berufseinsteigerin – Finanztest hat den Versicherungsbedarf von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen analysiert.

Berufstätige brauchen andere Versicherungen als Rentner, Singles andere als Familien. Manche ­Verträge sind für alle unverzichtbar, andere völlig überflüssig.

Ein Alleinstehender braucht keine Kapitallebensversicherung, ein Student nicht unbedingt eine Hausratversicherung und kaum jemand eine Glasbruch- oder Reparaturversicherung.

2 932 Euro gab jeder deutsche Haushalt im Jahr 2004 im Schnitt für private Versicherungen aus. Das sind 84 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Bei Versicherungen sollte das Maß stimmen. Alles lässt sich nicht versichern. Dafür kosten Versicherungen zu viel.

Privatleute sollten sich mit Versicherungen vor allem vor dem schützen, was sie oder andere in eine ihre Existenz bedrohende finanzielle Krise stürzen könnte.

Das kann je nach Lebenslage etwas anderes sein. Wer eine Familie zu versorgen hat, muss Vorkehrungen treffen, dass diese auch dann finanziell über die Runden kommt, wenn der Hauptverdiener ausfällt. Das geht zum Beispiel mit einer Risikolebensversicherung. Ein Single braucht diese Absicherung nicht. Für ihn lohnen sich selbst Kapitallebensversicherungen nicht. Denn auch diese enthalten einen Todesfallschutz. Der treibt die Kosten für den Alleinstehenden unnötig in die Höhe, denn er muss niemanden im Falle seines Todes finanziell auffangen.

Eine Police, die sowohl Singles als auch Familien brauchen, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Jeder vierte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Viel Geld vom Staat bekommen die meisten dann nicht.

Doch obwohl es sehr wichtig ist, für den Fall vorzusorgen, dass man nicht mehr arbeiten kann, sichern sich in Deutschland nur knapp 23 Prozent der Haushalte gegen Berufsunfähigkeit oder zumindest Erwerbsunfähigkeit ab.

Finanztest hat auf den nächsten Seiten dargestellt, welche privaten Versicherungsverträge für Menschen in fünf verschiedenen Lebenssituationen besonders wichtig sind: für Berufseinsteiger, für Familien mit Kindern, für Hausbesitzer, für frisch Geschiedene und für Rentner.

Haftpflicht muss immer sein

Es gibt auch Versicherungsschutz, den alle brauchen, und zwar das ganze Leben lang. Ganz wichtig ist die private Haftpflichtversicherung: Jeder Erwachsene haftet unbegrenzt für Schäden, die er schuldhaft verursacht.

Wenn etwa ein Fußgänger aus Unachtsamkeit einen Autounfall provoziert, bei dem auch Menschen verletzt werden, kann er die finanziellen Folgen kaum bewältigen. Möglicherweise muss er eine lebenslange Rente zahlen, wenn der Verletzte durch den Unfall auf Dauer invalide wird.

In einem solchen Fall springt die Privathaftpflichtversicherung ein und übernimmt die finanziellen Verpflichtungen.

Auch eine Krankenversicherung braucht jeder. Denn Kosten, die durch ärztliche Behandlungen entstehen, kann kaum jemand aus seinem laufenden Einkommen bestreiten. Dennoch gibt es in Deutschland über eine Million Menschen, die nicht krankenversichert sind.

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