Versicherungs-Check: Wechseln lohnt sich

Unser Check zeigt: Oliver Numrich spart viel, weil er immer wieder wechselt. Doch zwei Lücken sollte er noch schließen.

Mit einer Stunde Aufwand fast 400 Euro gespart

Versicherungs-Check Special

Oliver Numrich, angestellter PR-Berater: „Ich bin in der gesetzlichen Krankenkasse freiwil­lig versichert. Die steigenden Beiträge in der privaten Kranken­versicherung, vor allem im Alter, wären für mich unvor­hersehbar.“

Klar, meine Auto­versicherung wechsle ich etwa alle zwei Jahre“, sagt Oliver Numrich. „Der Zeit­aufwand für Kündigung und Neuabschluss im Internet liegt bei zirka einer Stunde“, sagt der 41-Jährige. Rund 220 Euro zahlt er derzeit im Jahr für die Kfz-Haft­pflicht. Für den gleichen Schutz verlangt ein teurerer Versicherer nach einem Finanztest-Tarifcheck bis zu 600 Euro jähr­lich. Numrichs Ersparnis: rund 380 Euro im Jahr. Mit Hilfe der Analyse Autoversicherung der Stiftung Warentest kann jeder sein persönliches Einspar­potential für die Kfz-Versicherung ermitteln.

Sinn­voller Luxus

Für die Kfz-Haft­pflicht gilt oft: Die billigste ist die beste. Denn gute Leistungen gibt es auch günstig. Bei der Kasko­versicherung spielen Extras wie umfang­reicher Marder­schutz oder lange Neupreis­entschädigung eine größere Rolle. „Gerade die brauche ich für meinen sechs Jahre alten Smart nicht mehr“, sagt Numrich. Er verzichtet gänzlich auf Teil- und Voll­kasko­schutz: „In der Klau-Statistik steht das Auto ganz weit unten. Einen Smart will niemand haben.“ Einen kleinen Luxus leistet sich der PR-Berater aber: eine Verkehrs­rechts­schutz­police. Muss er nach einem Verkehrs­unfall um sein Recht kämpfen, über­nimmt der Versicherer seine Kosten für Anwalt und Gericht. Die Police ist für Auto­fahrer sinn­voll.

Check für Oliver Numrich

Jähr­liche Ausgaben (Euro)

Private Haft­pflicht­versicherung

52

Kfz-Haft­pflicht­versicherung

220

Zahn­zusatz­versicherung

108

Miet­rechts­schutz (Mieter­ver­ein)

45

Verkehrs­rechts­schutz

97

Summe

522

    (ohne Kranken- und Pfle­gepflicht­versicherung, ohne Beiträge für die Alters­vorsorge)

      Fazit: Es fehlt ein Berufsunfähigkeitsschutz. Eine Hausratversicherung wäre sinn­voll.

      Wohnungs­einrichtung schützen

      Eine Hausrat­versicherung hat Numrich bisher nicht, obwohl sie für ihn empfehlens­wert ist. „Als Student mit wenig Hausrat hielt ich die Police nicht für erforderlich.“ Doch im Laufe der Jahre ist seine Wohnungs­einrichtung höher­wertiger geworden, einige elektronische Geräte sind noch hinzugekommen. Bei einem Brand, Leitungs­wasser­schaden oder Einbruch wäre sein Schaden möglicher­weise sehr groß.

      Unnötiges vermeiden

      Handy-, Brillen-, Reisege­päck­versicherung? „Brauche ich alles nicht“, sagt Numrich. Der Verlust oder die Beschädigung von Smartphone oder Sehhilfe sind ärgerlich, aber kein finanzielles Desaster. Solche Policen sollten Kunden erst gar nicht abschließen oder wieder kündigen.

      Existenzielles versichern

      Notwendig für Numrich ist hingegen eine Absicherung gegen das Risiko, nicht mehr in seinem Beruf arbeiten zu können – sei es durch Krankheit oder Unfall. Als 41-Jähriger bekommt der PR-Berater allerdings nicht mehr allzu leicht eine gute Berufs­unfähigkeits­versicherung. Sein Alter und Vorerkrankungen könnten zu hohen Beiträgen, Risiko­zuschlägen oder Leistungs­ausschlüssen führen. Besser ist es, sich in jüngeren Jahren um diesen Schutz zu kümmern. Mehr Informationen in Worauf Auszubildende achten sollten.

      Alternativen prüfen

      Klappt es nicht mehr mit einem guten Vertrag, sollte Numrich wenigs­tens Alternativen prüfen. Die Versicherer bieten einge­schränkte Möglich­keiten an, sich auf andere Weise gegen ein Invaliditäts­risiko abzu­sichern: Es gibt die Unfallversicherung und die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, außerdem die Grund­fähig­keits­versicherung bis hin zur wenig bekannten Schwere-Krankheiten- und zur Funk­tions­invaliditäts­versicherung. Alles ist besser als gar kein Schutz.

      Unser Rat

      Sind Sie richtig versichert? Über­prüfen Sie Ihren Versicherungs­bestand mithilfe unseres Versicherungs-Checks. Das geht schnell und einfach und lohnt sich – egal ob Sie Single sind oder Familie haben, angestellt arbeiten, selbst­ständig tätig oder in Rente sind. Mit wenigen Klicks erfahren Sie mit unserem kostenlosen interaktiven Versicherungs-Check, ob Ihr Schutz ausreicht, welche Lücken Sie schließen müssen und welche über­flüssigen Versicherungen Sie ruhig wieder loswerden können.

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