Versicherungs-Check: Zeit fürs Reisen

Das Arbeits­leben ist vorbei, die Kinder sind aus dem Haus – endlich Muße. Absicherungs­bedarf gibt es für eine Pflege.

Versicherungs-Check Special

Senioren­paar Heidi und Klaus Sington-Rosdal: „Wir haben immer Wert darauf gelegt, sinn­voll abge­sichert zu sein. Der Voll­kasko­schutz für unsere beiden älteren Autos ist allerdings Luxus.“

„Wir genießen das Reisen, solange es noch geht“, sagen Heidi und Klaus Sington-Rosdal. Das Senioren­paar hat für 2015 zunächst eine Reise nach Marokko, dann eine organisierte Busreise nach Polen und noch einen Urlaub auf Sylt gebucht.

„Guter Versicherungs­schutz ist uns dabei wichtig“, so der 73-jährige Klaus Sington-Rosdal. Für den Fall von Krankheit im Urlaub oder einem Rück­trans­port nach Hause haben sie eine Auslands­reise-Kranken­versicherung. Sollten sie einen geplanten Urlaub erst gar nicht antreten können, beispiels­weise wegen schwerer Krankheit oder eines Unfalls, würde ihr Reiser­ücktritts­versicherer einspringen.

„Damit wir uns nicht vor jedem Urlaub neu darum kümmern müssen, haben wir Jahres­verträge abge­schlossen.“ Das ist praktisch: Der Schutz verlängert sich auto­matisch um ein weiteres Jahr, sofern Sington-Rosdals die Policen nicht kündigen.

Check für Familie Sington-Rosdal

Jähr­liche Ausgaben (Euro)

Pfleg­etagegeld­versicherung

1 208

Auslands­reise-Kranken­versicherung

63

Unfall­versicherung (Mann)

146

Kranken­haus­tagegeld-Versicherung (Frau)

167

Kfz-Haft­pflicht inklusive Voll­kasko für zwei Autos

880

Kombipaket Hausrat-, private Haft-pflicht- und Rechts­schutz­versicherung

790

Reise­abbruch- und Reiser­ücktritts-versicherung

180

Summe

3 434

    (ohne Kranken- und Pfle­gepflicht­schutz)

      Fazit: Empfehlens­wert wäre eine Seniorenunfallversicherung für beide – statt der Unfall­versicherung für ihn. Dadurch würde auch bei kleinen Unfällen schnelle Hilfe zuhause organisiert und bezahlt. Besser als die Kranken­haus­tagegeld-Versicherung wäre eine stationäre Zusatz­versicherung. Die dürfte aber für Frau Sington-Rosdal jetzt zu teuer sein.

      An die Pflege denken

      Das Paar hat auch für Zeiten vorgesorgt, in denen es gesundheitlich vielleicht nicht mehr so gut läuft. „Vor etwa zehn Jahren haben wir eine Pfleg­etagegeld­versicherung abge­schlossen“, sagt der rüstige Senior.

      Die Leistungen der Pfle­gepflicht­versicherung reichen selten aus, um bei Pflegebedürftig­keit einen Pflege­dienst zuhause oder einen Pfle­geplatz voll zu bezahlen. Wer nicht auf sein eigenes Vermögen oder das der Angehörigen zurück­greifen möchte, kann eine private Zusatz­versicherung abschließen. Die Pfleg­etagegeld­versicherung zahlt einen vertraglich vereinbarten Tages­satz. Sington-Rosdals haben, aber nur bei schwerster Pflegebedürftig­keit, pro Person einen Tages­satz von 80 Euro vereinbart. „Wir wollen unseren fünf Kindern dann nicht auf der Tasche liegen“, sagen sie.

      Früher war Familien­schutz wichtig

      Als die Kinder noch zuhause lebten, stand der Familien­schutz im Vordergrund. Jedes Familien­mitglied hatte eine Unfall­police mit einer Versicherungs­summe von rund 50 000 Euro.

      Eine private Unfall­versicherung lindert die finanziellen Folgen eines Unfalls. Sie zahlt die vereinbarte Summe, wenn der Versicherte durch einen Unfall dauer­haft körperlich beein­trächtigt wird. Der Schutz ist auch für Kinder sinn­voll. Nachteil: Bei einer Invalidität durch eine schwere Erkrankung springt der Unfall­versicherer nicht ein.

      Besser ist es, wenn Eltern eine private Kinder­invaliditäts­versicherung abschließen die auch bei Invalidität durch Krankheit zahlt. Der Versicherer zahlt dann eine lebens­lange monatliche Rente, manche zusätzlich eine Kapital­leistung. Der Schutz ist allerdings nicht ganz billig: Für 1 000 Euro Monats­rente und eine kleine Kapital­leistung kostete der güns­tigste gute Tarif im jüngsten Test Kinderinvaliditätsversicherung rund 420 Euro im Jahr.

      Nur wenig Über­flüssiges

      „Uns ging es immer darum, das Notwendigste zu versichern“, sagt Klaus Sington-Rosdal. Diesem Motto ist das Paar auch im Alter treu geblieben. Neben der Privathaft­pflicht­police hat es eine Hausrat- und Rechts­schutz­police. Außerdem leistet sich seine Frau eine Kranken­haus­tagegeld-Versicherung. „Luxus ist der Voll­kasko­schutz für zwei ältere Autos“, findet der 73-Jährige.

      Unser Rat

      Eine private Pfleg­etagegeld­versicherung macht Sie bei Pflegebedürftig­keit finanziell unabhängiger, denn die gesetzlichen Leistungen allein reichen nicht aus. Ziehen Sie einen Abschluss aber nur in Erwägung, wenn Sie sicher sind, dass Sie den Beitrag immer aufbringen können. Mehr Informationen rund um die Pflege und alle Tests finden Sie in unserem Themenpaket Pflege. Und für 16 Euro bieten wir Ihnen eine individuelle Analyse für eine passgenaue Pflegetagegeldpolice.

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