Versicherungs-Check: Ganz vorn die Liebsten

Mit Kindern wächst der Versicherungs­bedarf. Besonders wichtig sind Vorsorge für den Todes­fall und Berufs­unfähigkeits­schutz.

Versicherungs-Check Special

Norbert und Silke Ahrens mit Sohn Oskar: „Wir möchten kein Risiko eingehen.“

„Wenn mir etwas passiert, sind meine Frau und unser Kind abge­sichert“, sagt Norbert Ahrens. Der 45-Jährige hat sich gemein­sam mit Ehefrau Silke von einem Versicherungs­makler beraten lassen. „Uns ging es um optimalen Schutz für die Familie und das Haus.“

Für den Fall, dass er als Haupt­verdiener stirbt, ist die Familie über Risiko­lebens­versicherungen abge­sichert. Die Versicherungs­summe von 500 000 Euro würde im Ernst­fall zur Verfügung stehen, um die Betreuung und Ausbildung des Kindes sowie die Versorgung der Ehefrau lang­fristig sicher­zustellen. Auch der Lebens­stan­dard könnte damit gehalten werden. 850 Euro zahlt Ahrens jähr­lich für diesen Schutz. Über eine weitere Risiko­lebens­versicherung ist darüber hinaus die Finanzierung der Immobilie abge­deckt, für die noch viele Jahre Kredite laufen.

Check für Familie Ahrens

Jähr­liche Ausgaben (Euro)

Unfall­versicherung (Frau)

308

Berufs­unfähigkeits­versicherung (Frau)

1 098

Berufs­unfähigkeits­versicherung (Mann)

2 410

Kfz-Haft­pflicht­versicherung (Frau)

750

Kfz-Haft­pflicht­versicherung (Mann)

679

Risiko­lebens­versicherung (Mann)

1 428

Private Haft­pflicht­versicherungen

153

Hausrat­versicherung

427

Wohn­gebäude­versicherung

487

Auslands­reise-Kranken­versicherung

79

Rechts­schutz­versicherung

260

Summe

8 079

    (ohne Kranken- und Pfle­gepflicht­versicherung, ohne Beiträge für die Alters­vorsorge)

      Fazit: Die Familie hat umfang­reichen Versicherungs­schutz. Allerdings reicht eine private Haft­pflicht­police. Der Auslands­reise­schutz kann über­flüssig sein: Eine private Kranken­versicherung zahlt auch im Auslands­urlaub, zu prüfen wäre, ob auch für einen Rück­trans­port. Sehr gute Tarife zeigt der Test Private Krankenversicherung. Die Hausrat­police ist vergleichs­weise teuer. Güns­tige Tarife zeigt der Test Hausratversicherung.

      Umfang individuell bestimmen

      Das Todes­fall­risiko müssen nicht nur Paare mit Kindern abdecken. Auch Selbst­ständige und Allein­erziehende, die Versorgungs­lücken von nahe­stehenden Personen schließen wollen, sollten sich absichern.

      Je nach Bedarf können unterschiedlich hohe Versicherungs­summen gewählt werden. Bei einer Summe von 150 000 Euro zahlt eine 34-jährige Nicht­raucherin dafür ab 90 Euro im Jahr. Dabei gilt: Je höher das Lebens­alter, desto höher das Todes­fall­risiko und um so teurer der Schutz.

      Risiko Erkrankung

      Wer von seinem Einkommen lebt, sollte dafür sorgen, dass ausreichend Geld da ist, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Mit einer Berufs­unfähigkeits­versicherung lässt sich dieses Risiko versichern. Der Schutz ist sehr zu empfehlen. Denn im Fall einer dauer­haften Erwerbs­unfähigkeit, zum Beispiel wegen psychischer Probleme oder eines kaputten Rückens, zahlt die gesetzliche Renten­versicherung zwar eine Erwerbs­minderungs­rente – doch diese reicht kaum aus, um den Lebens­stan­dard abzu­sichern.

      Silke und Norbert Ahrens, die beide berufs­tätig sind, geben knapp 300 Euro monatlich für ihren Berufs­unfähigkeits­schutz aus. Sollte einer von ihnen wegen einer Erkrankung oder nach einem Unfall zu mindestens 50 Prozent nicht mehr in seinem Beruf arbeiten können, bekommt Norbert Ahrens rund 5 000 Euro und Silke Ahrens rund 2 500 Euro BU-Rente.

      Beim Abschluss dieser Police gilt: Je jünger ein Interes­sent, desto einfacher ist es für ihn, einen guten Vertrag zu bekommen. Außerdem stellen Versicherer bei Antrag­stellung Fragen zum Gesund­heits­zustand. Eine Vorerkrankung kann dazu führen, dass der Schutz einge­schränkt oder sogar ganz ausgeschlossen wird. Dann sollten Verbraucher auf Alternativen zurück­greifen, wie eine Erwerbs­unfähigkeits- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung. Eine private Unfall­versicherung hilft, die finanziellen Folgen eines Unfalls abzu­mildern.

      Paare manchmal doppelt versichert

      Als Silke Ahrens für diesen Check ihre Versicherungen durch­fors­tete, stellte sie fest, dass rund 100 Euro im Jahr in eine Familien­haft­pflicht-Police fließen und zusätzlich rund 56 Euro Jahres­beitrag in ihre Single-Haft­pflicht aus alten Zeiten: „Das habe ich komplett über­sehen und werde sofort kündigen.“ Paare, egal ob verheiratet oder nicht, vergessen manchmal, dass sie ihre Single-Policen zusammenlegen und dadurch Geld sparen können. Das geht bei Privathaft­pflicht, Hausrat und Rechts­schutz.

      Unser Rat

      Setzen Sie Prioritäten, wenn Sie Versicherungen abschließen. Sichern Sie zunächst unüber­schaubare finanzielle Risiken ab. Pflicht in Deutsch­land sind eine Kranken­versicherung und eine Kfz-Haft­pflicht­police für Auto­fahrer. Daneben braucht jeder den Schutz einer Privathaftpflichtversicherung. Als Eltern sollten Sie eine ausreichend hohe Risikolebensversicherung abschließen. Im Fall Ihres Todes sind Ihre Angehörigen so finanziell versorgt. Ebenso wichtig für Familien wie Singles ist guter Berufs­unfähigkeits­schutz (Themenpaket Berufsunfähigkeitsversicherung), denn ohne Arbeits­fähig­keit droht ein finanzielles Fiasko.

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