Versicherungs-Check: Erste eigene Policen

Endlich voll­jährig – endlich unabhängig. Die ersten Versicherungen gehören dazu. Familien­tarife reichen oft nicht mehr.

Ist das erwachsene Kind noch mitversichert?

Versicherungs-Check Special

Julia Magdon, 22, Auszubildende: „Meine Mutter hat meinen Haft­pflicht-, Unfall- und Auslands­kranken­schutz abge­schlossen. Sie zahlt die Beiträge.“

„Durch Zufall habe ich erfahren, dass meine Mutter für mich drei Versicherungen abge­schlossen hat“, sagt Julia Magdon. Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Veranstaltungs­kauffrau in einer Werbeagentur und hat sich noch „nie richtig mit Versicherungen beschäftigt“. Immerhin: Die aller­wichtigste Versicherung, eine Single-Privathaft­pflicht­police, hat Julia bereits. 70 Euro kostet sie im Jahr. Junge Leute brauchen oft noch keinen Vertrag, denn in vielen Familien-Haft­pflicht­policen sind ledige Kinder bis zum Ende der ersten Ausbildung noch mitversichert – unabhängig davon, wo sie leben. Eltern sollten im Zweifel beim Versicherer nach­fragen, ob die aktuelle Ausbildung, das duale Studium oder der Bachelor- und Master­studiengang noch umfasst sind.

Check für Julia Magdon

Jähr­liche Ausgaben (Euro)

Private Haft­plicht­versicherung

70

Unfall­versicherung

129

Auslands­reisekranken­versicherung

8

Summe

207

    (ohne Kranken- und Pfle­gepflicht­versicherung, ohne Alters­vorsorge)

      Fazit: Ein Berufs­unfähigkeits­schutz fehlt. Azubis und Studenten können sich oft zu guten Bedingungen günstig absichern, weil sie selten schon gesundheitliche Probleme haben. Alle Tests und Infos zum Thema finden Sie im Themenpaket Berufsunfähigkeitsversicherung.

      Günstig Invalidität versichern

      Sinn­voll für Julia wäre der Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung. Azubis und Studenten sollten sich schon mit Ausbildungs­beginn absichern. Weil sie jung sind, bekommen sie leichter gute Verträge, zahlen über die Lauf­zeit manchmal nicht mehr als bei einem späteren Eintritt und sind durch­gehend geschützt. Die höchst­mögliche Monats­rente liegt zwar oft bei nur 1 000 Euro. Ein guter Vertrag sieht jedoch eine Nach­versicherungs­option vor, sodass die Rente aufgestockt werden kann, wenn Gehalt und Lebens­stan­dard steigen. Guter Schutz ist nicht ganz billig: Ab etwa 50 Euro im Monat müsste Julia dafür zahlen. Sie über­legt, ob sie ihre Unfall­police kündigt, in die monatlich rund 11 Euro fließen, um sich den Schutz leisten zu können. Denn bei 450 Euro Lohn im Monat bleibt ihr wenig finanzieller Spielraum.

      Hausrat oft noch über die Eltern versichert

      In der Wohn­gemeinschaft, in der Julia lebt, haben sie kürzlich über die Notwendig­keit einer Hausratversicherung diskutiert. Was junge Leute oft nicht wissen: Liegt der Lebens­mittel­punkt noch bei den Eltern und beziehen die Kinder nur ein WG- oder Studenten­wohn­heim­zimmer, weiten einige Hausrat­versicherer den Schutz des Familien­tarifs darauf aus. Im Schadens­fall erstatten Versicherer aber dann maximal 10 Prozent der Versicherungs­summe.

      Unser Rat

      • Knappe Mittel. Auch mit wenig Geld können Sie notwendige Policen bezahlen. Die Preis­unterschiede sind in allen Sparten riesig, auch bei der Privathaftpflichtversicherung. Diese Police ist ein Muss, auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Jeder kann ohne Absicht einen großen Schaden verursachen, für den er voll haftet. Seine private Haft­pflicht­versicherung schützt ihn vor unbe­rechtigten Ansprüchen und gleicht berechtigte Ansprüche aus.
      • Invalidität. Schon an zweiter Stelle steht der Berufs­unfähigkeits­schutz. Solange Sie jung sind und keine gesundheitlichen Probleme haben, bekommen Sie ihn leichter als später. Weitere Informationen im Themenpaket Berufsunfähigkeitsversicherung.

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