Versicherungen für Wintersportler Meldung

Besser nicht direkt vom Bürosessel auf die Piste. Mangelnde Vorbereitung ist ein häufiger Grund für Verletzungen. Vorher ist also Skigymnastik angesagt.

Bevor Wintersportler die Piste runterbrettern, sollten sie die finanziellen Folgen eines Unfalls absichern. Auch eine Haftpflichtversicherung muss sein. Dann fehlt nur noch Pulverschnee.

Die Pisten werden immer voller, die Skier immer schneller und auf den Hütten gibt es reichlich Schnaps. Wer sich da ohne ausreichenden Versicherungsschutz auf die Skihänge wagt, ist etwas zu mutig. Zwischen 58 000 und 60 000 Wintersportler verunglücken jährlich.

„Naja, man denkt halt immer, es wird schon nichts passieren,“ sagt Stefan Nicodemus aus Berlin, der mindestens einmal im Jahr in den Skiurlaub fährt. „Aber das ist natürlich leichtsinnig.“

Der 42-jährige Verkaufsleiter hat nur die dringend nötige private Haftpflichtversicherung. Sie würde zahlen, wenn durch seine Schuld andere zu Schaden kämen. Doch er hat nicht für den Fall vorgesorgt, dass er selbst nach einem Sturz lebenslang an den Folgen leidet.

Wintersportler wie er können sich für den Fall der Invalidität mit einer privaten Unfallversicherung absichern. Gute Angebote gibt es ab etwa 100 Euro im Jahr. Wer regelmäßig die Pisten hinunterpest, sollte sich um diesen Schutz kümmern.

Nur Skifahrer, die bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, brauchen diese Police nicht. Denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung deckt jegliches In­validitätsrisiko ab, auch das durch Unfälle.

Allerdings versichert die Police keine Bergungskosten. Die Unfallversicherer erstatten diese häufig zumindest bis zu einer Höhe von 5 000 Euro.

Da der Transport in einem Rettungshubschrauber pro Minute 500 Euro kosten kann, reicht aber auch das nicht ­immer. Wer in abgelegene Gegenden fährt, kann seinen Unfallversicherer fragen, ob er die Obergrenze für Bergungskosten gegen ­einen Zuschlag heraufsetzt.

Bergungskosten können aber auch durch den Autoschutzbrief oder durch die Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt sein. Welche Versicherung dafür ­aufkommt, ist egal. Wintersporter stellen aber besser sicher, dass sie eine Bergung nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Nur nüchtern ins Tal

Zur Stärkung auf der Hütte sollte nicht zu viel Alkohol gehören. Denn die Unfall­versicherer müssen normalerweise nicht für dauerhafte Gesundheitsschäden aufkommen, die durch eine entsprechende „Bewusstseinsstörung“ verursacht werden. Viele Gesellschaften versichern mittlerweile aber auch schon solche trunkenheitsbedingten Unfälle (siehe Unfallversicherung).

Gesetzlich Krankenversicherte, die im Ausland Ski fahren, brauchen eine private Auslandsreise-Krankenversicherung. Jahresverträge gibt es für Einzelpersonen schon ab 5 Euro im Jahr.

Winterurlauber können so verhindern, dass sie auf einem Teil der Behandlungskosten sitzen bleiben, wenn sie zum Arzt oder ins Krankenhaus müssen. Außerdem übernimmt die Reisekrankenversicherung die Kosten für einen Krankenrücktransport nach Deutschland, falls er medizinisch notwendig ist. Die gesetzliche Krankenkasse kommt dafür nicht auf.

Bevor Wintersportler sich also Sorgen um eine Versicherung für ihre Ausrüstung machen (siehe „Unter der Lupe“), kümmern sie sich besser erst um sich selbst.

Sonst kann sie ein schwerer Unfall in den Ruin stürzen. Auch der Schutz vor den ­finanziellen Forderungen Dritter, die nicht mehr ausweichen konnten, ist unverzichtbar. Ihre Forderungen nach einem schweren Unfall können schnell sehr viel mehr kosten als ein paar neue Skier.

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