Zeitungsmeldungen, dass britische Versicherungen künftig Gentests vor Vertragsabschluss verlangen dürfen, sorgten auch in Deutschland für Unruhe. Theo Tremmel vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) winkt ab. "Der Staub, den die Gentests aufwirbeln, steht in keinem Verhältnis zu ihrem faktischen Nutzen. In absehbarer Zukunft wird sich hier nichts ändern."

Auch Christian Schütte von der Allianz Lebensversicherung bekräftigt, dass Zwangstests für die Allianz und die ganze Versicherungsbranche kein Thema seien. Selbst die britische Botschaft erklärt: "Vonseiten der britischen Regierung gibt es keine Pläne, dass Versicherer ihre Kunden zu Gentests zwingen dürfen." In einer Kommission werde zurzeit nur darüber diskutiert, wie man mit bereits durchgeführten Gentests umgeht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) glaubt dennoch, dass genetische Tests vor dem Abschluss privater Versicherungen "in Zukunft bedeutsam werden können". Immerhin sind Versicherte in Deutschland schon jetzt verpflichtet, Gentest-Ergebnisse ihrer Versicherung mitzuteilen. Bis man aber mit solchen Tests tatsächlich Vorhersagen über häufig vorkommende Krankheiten wie Krebs oder Asthma machen kann, wird es noch Jahrzehnte dauern, meint der Heidelberger Professor für Humangenetik, Claus Bartram. "Wir haben gerade mal die Hausnummern herausgefunden, aber wissen überhaupt nicht, was dahinter steckt."

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