Versicherungen richtig kündigen

Die Tabelle zeigt die üblichen Kündigungs­regeln laut den Musterbedingungen der Versicherer und den gesetzlichen Vorgaben. Sehen Sie in Ihren eigenen Versicherungs­bedingungen nach: Verträge können auch andere Rege­lungen enthalten.

Art der Kündigung

Kündigungs­termin

Frist

Art der Kündigung

Kündigungs­termin

Frist

Hausrat­versicherung, Glas­versicherung, Wohn­gebäude­versicherung1, Haus- und Grundbesitzer- und Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, Unfall- und Kinderinvaliditätsversicherung, Privathaftpflichtversicherung, Hundehalter-, Pferdehalter-, Wasserfahrzeug- und Jagdhaftpflichtversicherung, Kaskoversicherung für Wassersportfahrzeuge

Ordentliche Kündigung

Zum Vertrags­ende, danach jähr­lich zum Ende des Versicherungs­jahres.

Bei Verträgen, die länger als drei Jahre laufen, erst­mals zum ­Ende des dritten Jahres, danach jähr­lich zum Ende jedes ­weiteren Versicherungs­jahres.

Drei Monate.2

Kündigung im
Schadens­fall

Nach jedem versicherten Schaden mit sofortiger Wirkung oder mit ­Wirkung zum Ende des Versicherungs­jahres. Sonderfälle der Rechts­schutz­versicherung:

Sonderfall 1: Kündigung in der Regel nach dem zweiten und jedem weiteren versicherten Rechts­schutz­fall ­inner­halb von zwölf Monaten mit sofortiger ­Wirkung oder zum Ende des Versicherungs­jahres.

Sonderfall 2: Kündigung mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versiche­rungs­jahres, wenn der Versicherer trotz Leistungs­pflicht die Leistung ablehnt.

Inner­halb eines Monats ab Leistung oder ­Ablehnung.3

Sonderfall 1: Inner­halb eines Monats
ab ­Deckungs­zusage.

Sonderfall 2: Inner­halb eines Monats
ab ­Ablehnung.

Kündigung wegen ­Beitrags­erhöhung4

Bei jeder Beitrags­erhöhung zu dem Termin, an dem die Erhöhung wirk­sam wird.

Inner­halb eines Monats ab Erhalt der ­Mitteilung über die Beitrags­erhöhung.

Kfz-Haft­pflicht­versicherung, Kfz-Kasko­versicherung (Teil- und Voll­kasko), Kfz-Schutz­brief, Insassen­unfall­versicherung, Kfz-Fahrer­schutz, Reise­versicherungen5 (Auslandsreisekranken-, Reiserücktritt-, Reiseabbruch-, Reisegepäckversicherung)

Ordentliche Kündigung

Zum Ende des Versicherungs­jahres (meist identisch mit dem Kalender­jahr).

Ein Monat.6

Kündigung im
Schadens­fall

Nach jedem versicherten Schadens­fall mit sofortiger Wirkung oder mit Wirkung zum Ende des Versicherungs­jahres.

Inner­halb eines Monats ab Leistung
oder ­Ablehnung. 7

Kündigung wegen ­Beitrags­erhöhung4

Bei jeder Beitrags­erhöhung zu dem Termin, an dem die ­Erhöhung wirk­sam wird.

Inner­halb eines Monats ab Erhalt der ­Mitteilung.

Private Kranken­zusatz­versicherungen (zum Beispiel Zahn­zusatz- oder Kranken­haus­zusatz­versicherung), Pflege­zusatz­versicherung

Ordentliche Kündigung

Zum Ende jedes Versicherungs­jahres, frühestens aber zum Ablauf einer ­vereinbarten Vertrags­dauer von maximal zwei Jahren.

Drei Monate.

Kündigung wegen ­Beitrags­erhöhung8

Bei jeder Beitrags­erhöhung zu dem Termin, an dem die ­Erhöhung wirk­sam wird.

Inner­halb von zwei Monaten ab Erhalt
der ­Mitteilung.

Private Kranken­versicherung9

Ordentliche Kündigung

Zum Ende jedes Versicherungs­jahres, frühestens aber zum Ablauf einer ­vereinbarten Vertrags­dauer von maximal zwei Jahren.

Drei Monate.

Kündigung wegen ­Beitrags­erhöhung8

Bei jeder Beitrags­erhöhung – oder Erhöhung der jähr­lichen Selbst­beteiligung – zu dem Termin, an dem die Erhöhung wirk­sam wird.

Inner­halb von zwei Monaten ab Erhalt
der ­Mitteilung.

Kündigung wegen
gesetzlicher
Versicherungs­pflicht

Rück­wirkend zum Zeit­punkt, zu dem die Versicherungs­pflicht in der gesetz­lichen Kranken­versicherung eintritt. Das Kündigungs­recht gilt ebenso, wenn für den Versicherten ein Anspruch auf beitrags­freie Familien­versicherung entsteht.

Inner­halb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungs­pflicht oder dem Beginn des Anspruchs auf Familien­versicherung.

Gesetzliche Krankenkassen

Ordentliche Kündigung

Wechsel in eine andere Krankenkasse: Jeder­zeit, wenn der Kunde schon
seit 18 Monaten Mitglied bei seiner Kasse ist.10

Wechsel in die private Kranken­versicherung: Jeder­zeit, wenn keine gesetz­liche Versicherungs­pflicht besteht und der Kunde privaten Schutz nach­weist.

Wechsel nach einer Frist von zwei vollen Monaten ab Erklärung der Kündigung. ­Beispiel: Kündigung im März, Wechsel
zum 1. Juni.11

Kündigung wegen
Beitrags­erhöhung

Alle Krankenkassen haben einen einheitlichen Beitrags­satz. Sie dürfen jedoch einen Zusatz­beitrag erheben. Es gibt ein Sonderkündigungs­recht, wenn die Kasse einen Zusatz­beitrag neu einführt oder den Zusatz­beitrags­satz erhöht.12

Bis zum Ablauf des Monats, in dem der erst­malige oder erhöhte Zusatz­beitrag fällig wird. Wechsel dann wie oben.

Lebens­versicherung13 (Risiko­lebens­versicherung, Kapital­lebens­versicherung), Berufs­unfähigkeits­versicherung

Ordentliche Kündigung oder Beitrags­frei­stellung

Jeder­zeit zum Ende eines Beitrags­zahlungs­abschnitts (Versicherungs­periode).14

Keine.15

    Stand: 1. Dezember 2017

    • 1 Keine Kündigung wegen Beitrags­erhöhung möglich, da gleitende Neuwert­versicherung. Ordentliche Kündigung in der Feuer­versicherung nur wirk­sam, wenn das Haus nach­weislich schuldenfrei ist oder die Gläubiger einwilligen.
    • 2 Ausnahme: Kündigungs­frist nur ein Monat bei Verträgen, die bis Ende 1992 in den neuen Bundes­ländern abge­schlossen wurden („Sonderbedingungen Ost“).
    • 3 Unfall­versicherung: Statt des Zeit­punkts der Ablehnung gilt der Zeit­punkt, an dem ein Rechts­streit endet (zum Beispiel durch Urteil oder Vergleich), den der Ver­sicherungs­nehmer gegen seinen Versicherer wegen der abge­lehnten Leistung führt.Haft­pflicht­versicherungen: Besteht der Haft­pflicht­versicherer auf einem Rechts­streit mit dem Geschädigten, gilt der Zeit­punkt, zu dem das Urteil rechts­kräftig wird.
    • 4 Beitrags­erhöhung ohne Verbesserung der Leistung. Das Kündigungs­recht gilt ebenso, wenn die Leistung sich verringert, ohne dass der Beitrag entsprechend sinkt.
    • 5 Wenn es sich um Dauer­verträge für mehrere Reisen handelt.
    • 6 In manchen Verträgen auch drei Monate.
    • 7 Besteht der Kfz-Haft­pflicht­versicherer auf einem Rechts­streit mit dem Geschädigten, gilt der Zeit­punkt, zu dem das Urteil rechts­kräftig wird.
    • 8 Das Kündigungs­recht gilt ebenso bei einer Leistungs­verringerung.
    • 9 Versicherte können eine private Kranken­versicherung nur dann kündigen, wenn sie einen anderen Kranken­versicherungs­schutz im Umfang des gesetzlichen ­Mindest­schutzes nach­weisen können.
    • 10 Hat jemand bei seiner Kasse einen Wahl­tarif vereinbart, gilt zusätzlich dessen ­Bindungs­frist von einem oder von drei Jahren ab Abschluss der Wahl­ver­einbarung.
    • 11 Wird ein gesetzlich Versicherter versicherungs­frei und möchte sich privat versichern, kann er auch direkt inner­halb von zwei Wochen seinen Austritt erklären. Andernfalls wird er auto­matisch freiwil­liges Mitglied der Kasse und muss dann die reguläre Frist von zwei vollen Monaten ab Kündigung einhalten.
    • 12 Selbst­ständige mit Krankengeld-Wahl­tarif haben kein Sonderkündigungs­recht.
    • 13 Gegen laufende Beitrags­zahlung.
    • 14 Eine Berufs­unfähigkeits­zusatz­versicherung (zum Beispiel zu einer Risiko­lebens­versicherung) ist an die jeweilige Haupt­versicherung gebunden. Sie endet auto­matisch mit der Haupt­versicherung und kann nur mit dieser zusammen beitrags­frei gestellt werden. Eine separate Kündigung der Berufs­unfähigkeits­zusatz­versicherung ist häufig möglich, in der Regel jedoch nicht mehr in den letzten fünf Jahren vor Vertrags­ablauf.
    • 15 In manchen Verträgen: Ein Monat.