Wichtige Versicherungen für Voll­jährige

Versicherungen Test

Endlich 18 – endlich unabhängig. Jetzt ändert sich vieles: Studium, Ausbildung, eigene Wohnung, eigenes Auto, mehr Rechte und mehr Freiheiten. Zu einem selbst­bestimmten Leben gehört jetzt auch das Thema Versicherung. Nicht immer reichen Familien­tarife der Eltern auch für voll­jährige Kinder. test.de erklärt, welche Versicherungen wichtig sind.

Kranken­versicherungs­schutz gesetzlich oder privat

Geht es um die Kranken­versicherung, dann gilt: In einer gesetzlichen Krankenkasse versicherte Jugend­liche sind auto­matisch bis zum 18. Geburts­tag im Familien­tarif der Eltern mitversichert. Dort können sie bis zum 23. Geburts­tag kostenfrei mitversichert bleiben, wenn sie noch nicht selbst arbeiten. Für Kinder in Schul- oder Berufs­ausbildung liegt die Alters­grenze bei 25 Jahren. Das setzt voraus, dass das eigene Einkommen monatlich weniger als 425 Euro beträgt oder es sich um einen Minijob auf 450-Euro- Basis handelt. In der privaten Kranken­versicherung gibt es diese Familien­tarife nicht. Kinder privat kranken­versicherter Eltern haben einen eigenen Vertrag. Das gilt auch, wenn ein Eltern­teil gesetzlich und der andere privat kranken­versichert ist – voraus­gesetzt, das Einkommen des Privatversicherten liegt im Jahr 2017 über 4 800 Euro brutto im Monat.

Privathaft­pflicht­versicherung ein Muss

Die Frage nach einer eigenen Police für den wichtigen Privathaft­pflicht­schutz stellt sich ab dem 18. Geburts­tag. Bis dahin sind Kinder bei den Eltern mitversichert, sofern diese einen Familien­tarif für die private Haft­pflicht­versicherung haben. Dort sind Kinder oft bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert. Für Studierende gilt: Bis zum ersten Abschluss, dem Bachelor, sind sie im Familien­tarif mitversichert. Unsicher ist aber, ob die Mitversicherung auch bis zum zweiten Abschluss reicht, dem Master. Es kommt darauf an, ob der Versicherer den Studien­gang als eine einzige Ausbildung wertet oder zwischen Erst- und Zweitstudium unterscheidet. Im letzteren Fall bieten nicht alle Tarife Schutz. Dann brauchen Studenten einen eigenen Vertrag. Da Versicherer in den meisten Versicherungs­bedingungen dazu nichts geregelt haben, gilt im Zweifels­fall: Mit dem Versicherer Kontakt aufnehmen und nach­fragen. In einem Special beant­wortet test.de wichtige Fragen rund um den Privathaft­pflicht­schutz Ihre Fragen, unsere Antworten. Güns­tige Tarife für eine private Haft­pflicht­versicherung ermittelt Ihnen die Stiftung Warentest ganz individuell mit der Analyse Private Haftpflichtversicherung.

Hausrat­versicherung kann sinn­voll sein

Wer nicht mehr bei den Eltern wohnt und von zu Hause auszieht, sollte auch über eine Hausrat­versicherung nach­denken. Für Studierende und Auszubildende, die in eine WG- oder Studenten­wohn­heim­zimmer ziehen, gilt allerdings: Solange der Erst­wohn­sitz bei den Eltern liegt, ist Hausrat in vielen Tarifen auch im WG- oder Wohn­heim­zimmer beschränkt mitversichert. Manche Hausrat­versicherer weiten den Schutz des Familien­tarifs darauf aus. Allerdings erstatten sie im Schadens­fall oft nur maximal 10 Prozent der Versicherungs­summe. Bei einer eigenen Wohnung sollten junge Menschen prüfen, ob sie den Hausrat­schutz brauchen – zum Beispiel weil sie hoch­wertige Elektronik und eine Foto- oder Sport­ausrüstung haben und vielleicht ein teures Fahr­rad gegen Diebstahl versichern wollen. Doch nicht alle jungen Leute haben solche Werte. Güns­tige Tarife für eine Hausrat­versicherung ermittelt Ihnen die Stiftung Warentest ganz individuell mit der Analyse Hausratversicherung.

Auslands­reisekranken­versicherung für kurze oder lange Reisen

Wer immer mal wieder im Ausland unterwegs ist, benötigt eine Auslands­reisekranken­versicherung. Gesetzlich Kranken­versicherte benötigen Auslands­reisekranken­schutz nicht nur im außer­europäischen Ausland, auch inner­halb Europas ist der Schutz empfehlens­wert. Die Krankenkasse erstattet beispiels­weise keine privatärztlichen Leistungen und sie bezahlt nie einen Krankenrück­trans­port nach Deutsch­land. In den Familien­tarifen von Auslands­reisekranken­versicherungen sind Kinder oft bis zum 18. Geburts­tag mitversichert, manchmal aber auch bis zum Alter von 20 oder 25 Jahren. Junge Leute müssen prüfen, wann sie sich um eine eigene Police kümmern müssen. Für rund 10 Euro im Jahr gibt es Angebote für sehr gute Auslands­reise-Kranken­versicherungen. Aber Achtung: Oft sind nur Auslands­reisen bis zu 6 oder 8 Wochen Dauer versichert. In unseren FAQ beant­wortet test.de wichtige Fragen rund um das Thema Reise­versicherungen Antworten auf wichtige Fragen.

Tipp: Wir bieten Ihnen auf test.de einen Test Auslandsreisekrankenversicherungen. Wenn Sie länger als sechs bis acht Wochen im Ausland unterwegs sind, benötigen Sie eine Auslands-Kranken­versicherung mit Lang­zeit­schutz. Es gibt Tarife für Weltenbummler, Studenten im Ausland und spezielle Policen für junge Menschen bis 34 oder 35 Jahre. Allerdings sind die Angebote für junge Leute nicht immer besser als die Stan­dard­policen (zum Test Auslandsreisekrankenversicherungen lange Reisen).

Schutz gegen Berufs­unfähigkeit

Für junge Leute ist darüber hinaus vor allem der Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung sinn­voll. Wer sich mit Ausbildungs- oder Studien­beginn versichert, bekommt leichter gute Bedingungen und zahlt manchmal über die Lauf­zeit weniger als bei späterem Einstieg. Da der Verlust der eigenen Arbeits­kraft zu den Risiken gehört, die ein Leben am heftigsten aus der Bahn werfen können, ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung sehr wichtig. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf wegen Invalidität zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Das kann auch der angestrebte Beruf oder die Fähig­keit sein, Ausbildung oder Studium fort­zuführen. Güns­tigere Tarife erhalten junge Leute, weil sie meist noch fit sind. Versichert sich ein Student beispiels­weise schon mit 20 Jahren bis zum Ende seines Berufs­lebens mit 67 Jahren, kann der Gesamt­beitrag über die Lauf­zeit sogar nied­riger liegen, als wenn er sich erst mit 30 Jahren versichern würde. Und das, obwohl er dabei einen 10 Jahre längeren Versicherungs­schutz hat.

Tipp: Alle Tests und Informationen rund um das Thema Berufs­unfähigkeit gibt es für 5 Euro im Themenpaket Berufsunfähigkeit.

Familien­tarife und Versicherungs­schutz für Voll­jährige

Unter welchen Voraus­setzungen sind Kinder ab dem 18. Lebens­jahr noch im Familien­tarif der Eltern versichert? Ab wann ist eine eigene Versicherung notwendig? In einer Über­sicht zeigen wir, was ab dem 18. Geburts­tag gilt.

Voraus­setzungen für Mitversicherung

Eigene Versicherung nötig

Gesetzliche Kranken­versicherung

Jünger als 25 Jahre, in Ausbildung und höchs­tens 425 Euro Einkommen 1 pro Monat (Ausnahme: 450-Euro-Minijob)

Älter als 25 Jahre, berufs­tätig oder mehr als 425 Euro ­Einkommen 1 pro Monat

Privathaft­pflicht­versicherung

Ledig und in erster Ausbildung 2

Verheiratet, berufs­tätig oder Auslands­auf­enthalt für ­mehrere Jahre

Auslands­reise-Kranken­versicherung

Je nach Tarif. In vielen Familien­tarifen endet der Schutz für Kinder mit 18 Jahren, teil­weise reicht er bis 19, 20 oder 25 ­Jahre

Mehr als sechs 3 Wochen Auslands­auf­enthalt geplant
oder tarifbe­dingte Alters­grenze erreicht

Hausrat­versicherung

Erst­wohn­sitz bei den Eltern, (für erstes WG-/Wohn­heim­zimmer des Kindes kann beschränkter Schutz gelten)

Eigener Haushalt mit wert­vollen ­Gegen­ständen

Rechts­schutz­versicherung

Ledig und in Ausbildung, vereinzelt ­Alters­grenze bei
30 Jahren

Erst­mals dauer­haft eigenes Einkommen

    Stand 01. Januar 2017

    • 1 Als Einkommen gelten: Lohn, Gehalt, Miet- und Pacht­einnahmen, Einmalzah­lungen wie Weihnachts­geld, Einnahmen aus selbst­ständiger Tätig­keit, Einnahmen aus Kapital­vermögen, Renten, Hinterbliebenenrenten, steuer­pflichtige Unter­halts­zahlungen.
    • 2 Erste Ausbildung, die zur Ausübung eines Berufs ­befähigt. Vereinzelt zählen auch ­darauf aufbauende ­Ausbildungen noch zur Erst­ausbildung.
    • 3 In einigen Policen reicht der Schutz des Familien­tarifs bis zu acht Wochen

    Persönlicher Versicherung­scheck – einfach und bequem

    Bin ich gut versichert? Habe ich zu viele Policen oder zu wenige – und sind es die richtigen? Sie können Ihren Bedarf und die wichtigsten Tests auch ganz spielerisch heraus­finden. Mit dem inter­aktiven kostenlosen Versicherungscheck der Stiftung Warentest erfahren junge Leute in wenigen Schritten, welche Versicherung sie wirk­lich brauchen, wie gut ihr aktueller Versicherungs­schutz ist und wie sie Geld sparen können.

    Dieser Artikel ist hilfreich. 6587 Nutzer finden das hilfreich.