Versicherungen Welche Versicherungen Sie brauchen

Versicherungen - Welche Versicherungen Sie brauchen
Gut versichert. Dafür braucht es gar nicht so viele Versicherungen. Nur sollten es die passenden sein. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Welche Versicherungen wichtig sind, hängt von Ihrer Lebens­situation ab. Hier lesen Sie, worauf es ankommt – und wie Sie durch Aussortieren sparen können.

Inhalt

Das Wichtigste im Über­blick

Unser Rat

Über­blick.
Verschaffen Sie sich einen Über­blick über Ihre bestehenden Versicherungen und ermitteln Sie den möglichen Bedarf an neuen Policen. Das geht leicht mit unserer Tabelle „Ihr persönlicher Versicherungscheck“.
Vergleich.
Nutzen Sie unsere Tests für einen Tarif- und Preis­vergleich. Setzen Sie Prioritäten und orientieren Sie sich an unseren Empfehlungen.
Beratung.
Geht es um Ihre Gesundheit oder um viel Geld, wie bei einer Berufs­unfähigkeits­versicherung, ist kompetente Versicherungsberatung wichtig, zum Beispiel bei einem unabhängigen Versicherungs­berater, Versicherungs­makler oder einer Verbraucherzentrale.

Rund 125 Euro monatlich für Versicherungen

Lohnt es sich, ab und zu die eigenen Versicherungen auf den Prüf­stand zu stellen? Fast jeder kennt die Antwort: unbe­dingt. Trotzdem schieben viele einen Check auf die lange Bank. Dass es ohne Versicherungen im Alltag nicht geht, ist klar. Pro Privathaushalt fließen im Schnitt 1 500 Euro jähr­lich, also rund 125 Euro monatlich in Versicherungs­verträge. Nicht einge­rechnet sind dabei die Beiträge zu Lebens- und Renten­versicherungen oder zur privaten Pflege- und Kranken­versicherung. Doch viel Geld für Versicherungen bedeutet nicht auto­matisch guten Schutz. Nicht jede, nicht jeder braucht die gleiche Absicherung. Manchmal fließt Geld in über­flüssige Verträge, während notwendiger Schutz fehlt.

Vier gute Gründe für einen Check

test.de nennt vier gute Gründe, warum es sich lohnen kann, regel­mäßig – etwa alle fünf Jahre – die Versicherungen zu prüfen:

Lebens­situation. Der erste Job, die Geburt eines Kindes, ein Hauskauf, Zusammenziehen mit der Part­nerin, Renten­beginn oder der Tod des Part­ners – es gibt viele Anlässe, Verträge anzu­passen.

Bessere Leistung. Neue Verträge können bessere Leistungen bieten als alte – erst recht, wenn diese seit Jahren in der Schublade schlummern. Versicherer über­arbeiten ihre Vertrags­bedingungen regel­mäßig. Zum Beispiel bieten Privathaft­pflicht­verträge von heute oft einen viel größeren Schutz­umfang, teils sind die Tarife gleich­zeitig güns­tiger.

Geld sparen. Ein Anbieter- oder Tarifwechsel kann Geld sparen. Unsere Tests zeigen, dass Versicherte in manchen Fällen mehrere Hundert Euro im Jahr weniger zahlen, etwa mit einer güns­tigen Auto­versicherung.

Ausmisten. Die Kündigung über­flüssiger Policen schont das Budget. Kaum jemand benötigt eine Handy- oder Reisege­päck­versicherung. Kunden ärgern sich häufig, weil der Versicherer nach einem Schaden nicht leistet. Oft zahlt er zu Recht nicht: Bei genauem Lesen des Klein­gedruckten stellt sich heraus, dass manche Schadens­fälle gar nicht versichert sind.

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Mit den wichtigsten Versicherungen gut abge­sichert. Nur wenige sind absolut notwendig. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Welche Versicherung absolut notwendig ist

Nur wenige Policen schreibt der Staat vor, etwa die Krankenversicherung, die Autohaftpflicht oder in einigen Bundes­ländern die Hundehalter-Haftpflichtversicherung. Darüber hinaus hilft die Faustformel: Jede und jeder sollte sich den größt­möglichen Schaden vorstellen, den eine Versicherung abdecken würde. Wenn dieser Schaden nicht aus eigener Tasche zu finanzieren wäre, ist die Versicherung sinn­voll. Wer einem anderen einen Schaden zufügt, haftet. Bei Personenschäden kann die Haftungs­summe in die Millionen gehen, zum Beispiel wenn mehrere Geschädigte bis zum Lebens­ende mit einer Behin­derung leben müssen und auf Unterstüt­zung angewiesen sind. Deshalb ist Haft­pflicht­schutz so wichtig. Welcher Schutz außerdem für einen selbst sinn­voll ist, hängt von der aktuellen Lebens­situation ab. Unsere Tabelle „Ihr persönlicher Versicherungscheck“ hilft, den Über­blick zu behalten.

Ergebnis unserer Online-Umfrage: So sind Sie versichert

Wie sind Sie versichert? Haben Sie die wichtigsten Policen? Das fragten wir in einer Online-Umfrage. Das Resultat unserer nicht repräsentativen Umfrage ist erfreulich: 96 Prozent besitzen eine Privathaft­pflicht­versicherung, im Bundes­durch­schnitt sind es nur 81 Prozent.

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© Stiftung Warentest

Das Versicherungs-Set

Im Buch „Das Versicherungs-Set“ erklärt die Stiftung Warentest Schritt für Schritt, worauf es beim Versichern ankommt. Das Buch ist eine Orientierungs­hilfe und hilft, den eigenen Versicherungs­bedarf zu ermitteln. Ob Berufs­tätige, Rentnerin oder Rentner, Familie mit Kindern oder junge Voll­jährige: Tipps gibt es für jede Lebens­situation. Wir erklären, wie jemand ein passendes Angebot findet und laufende Verträge verbessert. Das Buch enthält wichtige Check­listen und Muster­schreiben. Das Versicherungs-Set: 144 Seiten, 14,90 Euro (kostenlose Lieferung). Die PDF/E-Book-Version kostet 11,99 Euro.

Was ist wichtig, was ist über­flüssig

Existenzielle Risiken zuerst

Grund­sätzlich gilt: Jeder sollte sich vor existenziellen Risiken schützen – unabhängig von Alter, Familien­stand und Lebens­situation. Zu diesen Risiken gehören Krankheiten und die finanziellen Folgen von Schäden, die er jemand anderen zufügt und für die er die persönliche Haftung über­nehmen muss. In Deutsch­land gibt es zwei Versicherungen, die verpflichtend sind: Zum einen ist das die Kranken­versicherung – gesetzlich oder privat (zum Vergleich von Krankenkassen und zum FAQ Private Krankenversicherung). Essenziell ist zudem eine Haft­pflicht­versicherung für das Auto (zum Kfz-Versicherungsvergleich). Alle darüber hinaus abge­schlossenen privaten Versicherungs­verträge sind freiwil­lig. Doch ohne zusätzlichen Schutz geht es nicht, sonst werden Krankheiten, kleine Miss­geschicke oder Wetterkapriolen schnell zum finanziellen Härtetest. Für die Einschät­zung von Risiken hilft folgende Faust­regel: Stellen Sie sich den größt­möglichen Schaden vor, den eine Versicherung abdeckt. Wenn Sie den Schaden nicht aus eigener Tasche zahlen können, ist der entsprechende Schutz sinn­voll. Darüber hinaus sollte jeder über­legen, welche Policen für ihn persönlich existenziell sind.

Warum eine Haft­pflicht­versicherung so wichtig ist

Eine private Haft­pflicht­versicherung schützt vor einem finanziellen Ruin (zum individuellen Vergleich Haftpflicht). Wer einen Schaden bei einem anderen verursacht, muss dafür haften, es sei denn, er hat einen entsprechenden Versicherungs­schutz. Für Schäden Dritter haften Schädiger mit ihrem gesamten Vermögen und mit ihrem Einkommen bis zur Pfändungs­grenze. Wer fahr­lässig mit dem Fahr­rad in ein parkendes Auto fährt und einen Lack­schaden verursacht, kann diesen möglicher­weise noch aus eigener Tasche bezahlen. Auch ein Rotweinfleck auf dem Sofa des Nach­barn löst kein finanzielles Desaster aus. Doch bei größeren Schäden kann es schnell in die Millionen gehen. Fährt ein Fahr­radfahrer aus Versehen einen Passanten an, der unglück­lich stürzt und ein Leben lang geschädigt ist, können sich Behand­lungs­kosten, Schmerzens­geld, Pflege­kosten, der behindertengerechte Umbau der Wohnung und der Verdienst­ausfall auf mehrere Millionen Euro summieren. Eine Privathaft­pflicht­police mit ausreichend hoher Versicherungs­summe ist daher unbe­dingt notwendig. Finanztest empfiehlt eine Deckungs­summe von mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sach­schäden.

Spezielle Risiken, spezielle Policen

Bei speziellen Haftungs­risiken sind zusätzlich spezielle Versicherungs­verträge nötig. Beispiel: Hundehalter sollten in jedem Fall eine Tierhalterhaft­pflicht­versicherung haben, Öltank­besitzer eine Gewässerschadenhaft­pflicht­versicherung. Bauherren leben besser mit einer Bauherrenhaft­pflicht­versicherung und Eigentümer mit einer Haus- und Grund­besitzerhaft­pflicht­versicherung. Haus­eigentümer schließ­lich kommen an einer Wohn­gebäude­versicherung nicht vorbei. Der finanzielle Verlust wäre erheblich, wenn ein Feuer oder ein Sturm die Immobilie zerstört oder schwer beschädigt. Im Vergleich dazu ist der Versicherungs­beitrag preis­wert.

Versicherungen gegen hohe finanzielle Einbußen

Alle, die von ihrem Arbeits­einkommen leben, sollten sich für den Fall absichern, dass sie berufs­unfähig werden. Nach einem schweren Unfall oder einer Erkrankung kann die Einkommens­grund­lage dauer­haft wegfallen, weil jemand nicht mehr arbeiten kann. Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung kann einen Einkommens­verlust ausgleichen oder abfedern. Der Versicherer zahlt im Ernst­fall eine vereinbarte Rente. Vor allem Personen, die eine Familie ernähren, sollten nicht auf sie verzichten. Denn die gesetzlichen Leistungen durch die im Jahre 2001 einge­führte Erwerbs­minderungs­rente reichen meist nicht, um den Lebens­stan­dard zu halten. Sinn­voll ist, einen Vertrag so früh wie möglich abzu­schließen, am besten gleich zu Beginn von Studium oder Ausbildung.

Über­flüssige Versicherungs­verträge

Kasko­versicherung für alte Autos. Im Gegen­satz zu den bisher genannten Risiken führen Schäden, die mit einer Kasko­versicherung für das Auto abge­deckt sind, kaum zum finanziellen Ruin. So ist gerade für ältere Autos eine Kasko­versicherung meist nicht mehr zu empfehlen.

Rechts­schutz mit Einschränkungen. Auch eine Rechts­schutz­versicherung ist mit Einschränkung sinn­voll. Geht es beispiels­weise um mietrecht­liche Streitig­keiten, helfen auch Mieter­ver­eine – eine Rechts­schutz­versicherung mit umfassendem Schutz­paket muss es dann nicht gleich sein.

Was verzicht­bar ist. Verzicht­bar sind beispiels­weise Insassen­unfall­versicherung, Reisege­päck­versicherung, Glas- und Brillen­versicherung oder Handy­versicherungen. Eine Insassen­unfall­versicherung benötigen Auto­halter nicht, denn Mitfahrende sind über die Kfz-Haft­pflicht­versicherung des Fahrers versichert. Der Fahrer selbst ist besser über eine Berufs­unfähigkeits- oder Unfall­versicherung geschützt oder über eine spezielle Fahrer­unfall­versicherung. Reisege­päck­versicherungen sind meist teuer und greifen nur, wenn Versicherte strenge Auflagen erfüllen. Außerdem ist der Verlust von Reisege­päck manchmal auch über die Hausrat­versicherung geschützt.

Glas­versicherung selten ratsam. Glas­versicherungen sind vor allem eins: teuer. Die Vielzahl von Kleinschäden, die in dieser Sparte reguliert werden, treiben die Verwaltungs­kosten hoch. Nur wer viele große Glasflächen, beispiels­weise einen verglasten Wintergarten hat, sollte über den Schutz nach­denken. Auch eine Brillen- oder Handy­versicherung ist in den meisten Fällen über­flüssig oder verzicht­bar, da die Neuanschaffung einer Brille oder eines neuen Handys grund­sätzlich keinen finanziellen Ruin bedeutet und im Schadens­fall der Versicherer selten die kompletten Kosten für die Neuanschaffung über­nimmt.

Versicherungen für die private Alters­vorsorge

Eigene Vorsorge für das Alter ist notwendig. Den Teil der gesetzlichen Rente, der durch die vielen Reformen der vergangenen Jahre gekürzt worden ist, sollen die Bürger durch Eigen­vorsorge ausgleichen. Die Tests, Tipps und Beispiele der Stiftung Warentest helfen jedem, ein passendes Angebot für die richtige Alters­vorsorge zu finden. Die privaten Versicherungs­unternehmen halten eine Vielzahl von Angeboten parat. Versicherungs­verträge wie Lebens- oder Renten­versicherungen sind nicht die einzige Möglich­keit, um finanziell für das Alter zu vorzusorgen. Sie sind nicht immer die beste Wahl. Welche Verträge für wen infrage kommen und worauf Verbraucher achten müssen, lesen Sie im Altersvorsorgecheck für Einsteiger.

Sinn­volle Versicherungen im Alltag

Das Wichtigste über die Auto­versicherung

Wer ein Auto hat, für den ist der Abschluss einer Kfz-Haft­pflicht­versicherung gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus kann sich jeder entscheiden, ob er zusätzlich Teil- oder Voll­kasko­schutz für den Wagen abschließt. Ob der Schutz sinn­voll ist, hängt auch vom Alter des Autos und dem persönlichen Sicher­heits­bedürfnis ab. test.de beant­wortet die wichtigsten Fragen rund um die Auto­versicherung. Ob Kasko oder Haft­pflicht, Rabatt­retter oder Kündigung – die FAQ Autoversicherung klären die wichtigsten Begriffe und weisen Ihnen den Weg zur güns­tigsten Police.

Ein Wechsel des Versicherers kann manchmal mehrere Hundert Euro Ersparnis im Jahr bringen. Stichtag für die Kündigung ist bei den meisten Kfz-Versicherungs­verträgen der 30. November. Unabhängig von diesem Datum gilt: Enthält die Rechnung eine Beitrags­erhöhung, können Sie außer­ordentlich kündigen mit einem Monat Frist ab Zugang des Schreibens. Die Wahl einer güns­tigen Versicherung ist zudem auch außer­halb dieses Stich­tags sinn­voll – etwa nach dem Kauf eines Autos oder bei Kündigung nach einem Schadens­fall. Am leichtesten finden Verbraucher die individuell beste und güns­tigste Police mit unserem Kfz-Versicherungsvergleich.

Das Wichtigste über die Wohn­gebäude­versicherung

Feuer, Blitz­schlag, Sturm, Wasser­rohr­bruch und auslaufendes Leitungs­wasser: Den Eigentümer eines Hauses können solche Schäden finanziell ruinieren. Eine Wohn­gebäude­versicherung verhindert das. Die angebotenen Versicherungs­policen unterscheiden sich erheblich in Preis und Leistung, wie Tests der Stiftung Warentest regel­mäßig zeigen. Sinn­voll ist zusätzlicher Schutz gegen Elementarschäden, wenn Schäden durch Natur­ereig­nisse wie Über­schwemmungen, Erdbeben, Schnee­druck oder Lawinen möglich sind, auch wenn die Wahr­scheinlich­keit dafür zurzeit gering ist. Der Elementar­schutz greift auch bei Stark­regen. Doch nicht jeder bekommt den Vertrag. Die Versicherer prüfen, ob das Haus oder die Wohnung in hoch­wasser­gefähr­deten Gebieten liegt. Dann wird womöglich kein oder nur einge­schränkter Schutz angeboten. Unser Vergleich Wohngebäudeversicherung zeigt, wo es auch in Risikozonen güns­tige Verträge gibt.

Das Wichtigste über die Hausrat­versicherung

Eine Hausrat­versicherung schützt vor den Folgen kleiner und großer Katastrophen: Die Haustür wird aufgebrochen, das Fahr­rad geklaut, ein Feuer bricht aus oder ein Wasser­rohr platzt: Gut, wenn der Hausrat­versicherer dann für den Schaden aufkommt. Doch nicht jeder Tarif bietet für alle Fälle umfassenden Schutz. Zum Stan­dard­schutz gehört die Absicherung der Risiken Brand, Blitz­schlag, Explosion und Implosion, zum Beispiel wenn ein Gasherd explodiert und die Wohnungs­einrichtung ruiniert. Versichert sind stets auch Einbruch­diebstahl, Vandalismus, Raub, Hagel und Sturm ab Wind­stärke acht und Leitungs­wasser­schäden. Wer Fahr­rad fährt, sollte über­legen, das Fahr­rad mitzuver­sichern. Hausrat­versicherer verlangen für einen Fahr­rad-Diebstahls­schutz unterschiedlich hohe Zuschläge. Manche Tarife enthalten guten Nacht­schutz, dann ist das Rad rund um die Uhr versichert, also auch nachts, wenn es draußen steht. Es muss allerdings mit einem separaten Schloss gesichert sein. Ob Studierende, Familien oder Senioren: Für jeden lohnt es sich, Preise für eine Hausrat­versicherung zu vergleichen. Je nach Bedarf können auch Zusatz­leistungen attraktiv sein. In manchen Verträgen erhalten Kunden zum Beispiel auch Geld beim Diebstahl von Gartenmöbeln, von Kinder­wagen oder von Wert­sachen aus Kranken­haus­zimmern. Versichern lassen sich aber auch etwa Rück­reise­kosten aus dem Urlaub nach einem Schadens­fall oder Hotel­kosten wegen der Unbe­wohn­barkeit der Wohnung nach einem Brand. Policen, die nicht nur günstig sind, sondern auch exakt zu Ihrem Hausrat und Bedarf passen, ermittelt Ihnen die Stiftung Warentest mit dem individuellen Vergleich Hausratversicherung.

Das Wichtigste über die Hundehalter-Haft­pflicht­versicherung

Viele Hunde­besitzer trauen ihrem Vier­beiner nichts Böses zu. Doch auch liebe Hunde können große Schäden verursachen. Der Halter haftet grund­sätzlich – egal ob er etwas falsch gemacht hat oder nicht. Daher sollte jeder Hundehalter eine Haft­pflicht­versicherung für seinen Hund abschließen. Läuft ein Hund vor ein Auto und verursacht einen Verkehrs­unfall, können Kosten von mehreren Hundert­tausend Euro auf den Hundehalter zukommen. Denn nach dem Gesetz haften Tierhalter grund­sätzlich für die Schäden, die ihr Haustier verursacht. Es ist dabei meist egal, ob der Halter alles richtig gemacht hat – bezahlen muss er so oder so. Während Halter von Kleintieren wie Hamster oder Katzen durch ihre private Haft­pflicht­versicherung geschützt sind, deckt diese Schäden durch Hunde oder Pferde nicht ab. Wer einen Hund besitzt, sollte also eine Hundehalterhaft­pflicht­versicherung abschließen. Eine allgemeine Versicherungs­pflicht für Hundehalter gilt in Berlin, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Nieder­sachsen, Thüringen, und seit Januar 2016 auch in Schleswig-Holstein. Die Stiftung Warentest empfiehlt diese Versicherung jedem Hundehalter, auch wenn an seinem Wohn­ort keine Versicherungs­pflicht gilt. Sie finden auf test.de einen Vergleich Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Das Wichtigste über die Rechts­schutz­versicherung

Recht zu bekommen, ist teuer geworden. Die Kosten für Anwälte und Gerichts­verfahren sind teil­weise heftig gestiegen. Eine Rechts­schutz­versicherung schützt in vielen Fällen vor diesen Kosten. Wer auf einen Rechts­streit keinesfalls verzichten möchte, weil ihm Geld für einen Anwalt fehlt, für den kann eine Rechts­schutz­police sinn­voll sein. Es gibt Rechts­schutz-Pakete für die Lebens­bereiche Privat, Beruf und Verkehr. Rechts­schutz für Eigentümer und Mieter von Wohnungen und Grund­stücken können Kunden bei Bedarf hinzubuchen. Im Vergleich Rechtsschutzversicherungen lesen Sie, welche Policen guten Schutz bieten und was Sie von einer Rechts­schutz­versicherung erwarten dürfen.

Verkehrs­rechts­schutz kann sinn­voll sein

Auf deutschen Straßen kracht es pro Minute etwa vier bis fünf Mal. Der Streit danach kann teuer werden. Im Vorteil ist, wer eine Verkehrs­rechts­schutz­versicherung hat, die für die Kosten des Rechts­streits aufkommt. Versichert sind Auto­fahrer, Radler und Fußgänger – oft auch Partner und Kinder. Es gibt Tarife für Allein­stehende ohne eigenes Fahr­zeug, Allein­stehende mit einem Fahr­zeug, Familien mit einem Fahr­zeug oder Familien mit mehreren Fahr­zeugen. Eine Verkehrs­rechts­schutz­police kann sinn­voll sein, weil die Regulierung eines Unfall­schadens keine reine Formsache ist. Der Verursacher muss den Schaden zwar nicht selbst bezahlen, wenn er haft­pflicht­versichert ist. Dafür kommt seine Haft­pflicht­versicherung auf. Will sie aber nicht zahlen, kommt es zum Streit zwischen ungleichen Gegnern – dem Geschädigten und dem Versicherungs­unternehmen. Auf test.de finden Sie einen Vergleich Verkehrsrechtsschutzversicherung.

So sparen Sie bei Versicherungen

Über­flüssige Verträge kündigen

  • Handy- oder Tabletversicherung

Prüfen Sie, ob Sie Versicherungs­schutz fürs Handy oder Tablet wirk­lich benötigen. Die Versicherung bietet oft weniger, als Kunden erwarten. Im Klein­gedruckten sind die Leistungs­fälle und Ausschlüsse meist genau beschrieben. Zubehör­teile wie Akku, Stecker, Batterien und andere Verschleiß­teile sind oft vom Schutz ausgeschlossen. Oft zahlen Kunden eine Selbst­beteiligung im Reparaturfall oder im Diebstahls­fall. Wird das Handy geklaut, müssen Kunden darlegen, dass sie ihre Sorgfalts­pflichten nicht verletzt haben. Hier lesen Sie mehr über die Handy- und Tabletversicherung.

  • Brillen­versicherung

Eine Brillen­versicherung bekommen Kunden oft von ihrem Optiker oder ihrer Optikerin beim Kauf einer Brille angeboten. Für einen vergleichs­weise geringen Beitrag über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel zwei Jahre, erhalten Kunden im Versicherungs­fall eine Zahlung von der Versicherung. Die Höhe ist in der Regel begrenzt. Kunden sollten genau prüfen, ob sich die Versicherung für sie lohnt.

  • Reisege­päck­versicherung

Eine Reisege­päck­versicherung ist verhält­nismäßig teuer und der Schutz ist lückenhaft. Viele Versicherer haben strenge Auflagen. Ausgeschlossen vom Schutz sind oft Bargeld und Kreditkarten, ebenso Fahr­karten und Flugti­ckets. Für Reisege­päck, das aus Auto, Boot oder Zelt gestohlen wird, gilt der Schutz oft nur tags­über.

Geht Gepäck auf Reisen verloren oder wird beschädigt, haften oft Trans­port­unternehmen oder der Hausrat­versicherer. Eine Gepäck­versicherung kann für Reisende ohne Hausrat­versicherung sinn­voll sein und für Reisende bei Schiffs- und Fernbusreisen. Hier lesen Sie mehr über die Reisegepäckversicherung.

Tarife vergleichen und wechseln

Ein Anbieter- oder Tarifwechsel kann Geld sparen. Unsere Tests zeigen, dass Versicherte in manchen Fällen mehrere Hundert Euro im Jahr weniger zahlen, etwa mit einer güns­tigen Autoversicherung. Neue Verträge können zudem bessere Leistungen bieten als alte – erst recht, wenn diese seit Jahren in der Schublade schlummern. Versicherer über­arbeiten ihre Vertrags­bedingungen regel­mäßig. Zum Beispiel bieten Privathaftpflichtverträge von heute oft einen viel größeren Schutz­umfang, teils sind die Tarife gleich­zeitig güns­tiger.

Selbst­behalt vereinbaren

Kunden zahlen einen geringeren Versicherungs­beitrag, wenn sie einen Selbst­behalt (SB), auch Eigen­anteil genannt, vereinbaren. Darunter wird der finanzielle Beitrag verstanden, den ein Versicherungs­nehmer im Schadens­fall selbst zu tragen hat. In manchen Sparten, beispiels­weise Rechts­schutz- oder Kasko­versicherung, sind Selbst­behalte sinn­voll, weil sie den Beitrag deutlich schmälern. In der privaten Kranken­versicherung sind jähr­liche Selbst­behalte die Regel. In anderen Sparten, beispiels­weise bei Reise­versicherungen oder der Privathaft­pflicht­versicherung, sollte man keinen Selbst­behalt­tarif wählen, denn es gibt hier genügend güns­tige, sehr gute Angebote ohne Selbst­beteiligung.

Unterschieden werden fixer oder anteiliger Selbst­behalt. Fixer entspricht einer gewissen Summe je Schadens­fall, zum Beispiel 150 Euro. Beispiel für einen fixen Selbst­behalt: Hat ein Versicherungs­nehmer eine Rechts­schutz­police mit 150 Euro Selbst­behalt abge­schlossen, zahlt der Versicherer im Schadens­fall den Schadens­betrag, abzüglich 150 Euro. Bei anteiligem Selbst­behalt zahlt ein Kunde zum Beispiel 20 Prozent des Schadens selbst, üblich etwa bei Reise­rücktritts­policen mit Selbst­beteiligung.

Zahl­weise ändern

Wer seinen Versicherungs­beitrag jähr­lich zahlt, spart. Kunden zahlen je nach Versicherer etwa bis zu fünf Prozent weniger Beitrag, wenn sie ihren Vertrag von einer monatlichen Zahl­weise auf die jähr­liche Zahl­weise umstellen. Der Grund dafür: Versicherer erheben für die monatliche Zahl­weise einen Zuschlag. Wer sparen will, sollte den Versicherungs­beitrag nicht monatlich über­weisen, sondern jähr­lich.

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16 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.02.2022 um 18:31 Uhr
Hohe KfZ-Beiträge für ältere Autofahrer/innen

@1851135769: Vielen Dank für Ihre Ergänzungen, die wir an die Redaktion weiterleiten. Zu den hohen KFZ-Prämien Älterer berichteten wir in Finanztest und gaben dort auch Spartipps
https://www.test.de/Autoversicherung-wie-aeltere-Fahrer-zur-Kasse-gebeten-werden-4964853-0/

1851135769 am 24.02.2022 um 17:28 Uhr
Hohe KfZ-Beiträge für ältere Autofahrer/innen


Im Rentenalter: Prüfen, wechseln, sparen Jährlich die Autoversicherung prüfen
Ein großes Einsparpotenzial für ältere Autofahrer bzw.
KfZ-Versicherungsnehmer habe ich in Ihrem Artikel vermisst.
Auch wenn ihre Kunden bis zum Rentenalter unfallfrei unterwegs waren, erhöhen die Versicherer die Beiträge ab einem bestimmten Alter nicht unwesentlich.
Begründung ist nicht die Zahl der Unfälle, sondern die Höhe der Schäden.
Mein Tipp: Den Versicherungsvertrag auf ein Kind (beim selben
Versicherer) übertragen. Das spart altersbedingt einen gehörigen Batzen Euros. PkW und Brief bleiben wie bisher beim Senior, auch die Abbuchung kann wie bisher vom Konto des Halters erfolgen. Nur die Jahresrechnung läuft beim Junior ein. Der wiederum hat keinerlei Nachteile.

Profilbild Stiftung_Warentest am 20.08.2021 um 17:06 Uhr
Wegfall der Überschussbeteiligung

@cyperuser: Der Wegfall der Beitragsreduzierung aufgrund der Beitragsverrechnung mit angefallen Überschüssen stellt kein Recht zur außerordentlichen Kündigung dar.

cyberuser am 06.08.2021 um 10:26 Uhr
Kündigung bei Wegfall der Überschussbeteiligung?

Es geht um eine Kinderinvaliditätsversicherung. Der Versicherer hat mir mitgeteilt, dass sich durch den Wegfall der Überschussbeteiligung der zu zahlende Beitrag im neuen Versicherungsjahr erhöht. Der "garantierte jährliche Tarifbeitrag netto" hat sich nicht geändert. Auch die Leistungen haben sich nicht verändert.
Besteht auch bei dieser Konstellation ein Sonderkündigungsrecht?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

cyberuser am 06.08.2021 um 10:24 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.