Versicherungen Meldung

Versicherungen verkaufen, das konnte bisher jeder. Doch nun soll eine neue Richtlinie für mehr Kompetenz bei den Vertretern sorgen.

Fachkenntnis. Millionen Deutsche haben Policen, die viel zu teuer oder für sie nicht sinnvoll sind. Das soll nun besser werden: Seit Mai gilt die neue Vermittlerrichtlinie. Wer Verträge verkauft, braucht eine Zulassung, muss Fachkenntnisse und geordnete Finanzen nachweisen. Befreit davon sind nur Vertreter, die schon seit 31. August 2000 unterwegs sind. Damit soll mehr Kompetenz in einen Markt kommen, auf dem gut 400 000 Vertreter jedes Jahr rund 50 Millionen Verträge verkaufen – oft nebenbei nach Feierabend und ohne Ausbildung.

Protokoll. Künftig muss der Vermittler sagen, ob er frei am Markt die günstigsten Verträge heraussuchen kann oder ob er nur für eine Gesellschaft berät. Seine Beratung muss sich am Bedarf des Kunden orientieren – offenbar war das aus Sicht des Gesetzgebers bisher nicht immer so. Außerdem muss ein Protokoll erstellt und vom Kunden unterzeichnet werden. Aber Achtung: Es gibt bereits Formulare, in denen der Kunde nur anzukreuzen braucht, dass er auf die Beratung verzichtet. Das kann leicht unbemerkt passieren.

Tipp. Lassen Sie sich unbedingt ein Protokoll geben. So geraten Sie im Fall einer Falschberatung nicht in Beweisnot. Prüfen Sie die Notizen vor der Unterschrift genau.

In der Pflicht. Für den Rat, den Vertreter geben, haben sie nun auch geradezustehen. Deshalb müssen sie für den Ernstfall eine Haftpflichtversicherung haben.

Provision. Ab 2008, so ist geplant, sollen die Versicherer auch ihre Provisionen nennen. Allein für den Vertragsabschluss können das mehrere Tausend Euro sein. Dann wird sich der Eindruck vieler Kunden, der Vertreter habe sie kostenlos beraten, endgültig als Illusion entpuppen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 313 Nutzer finden das hilfreich.